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In unmittelbarer Nähe, wo sich in der braven Stadt St.Gallen im Mittelalter ein «unsittliches Haus» befunden hatte, bot in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts Josephine Jucker käufliche Liebe an. Die Geschäftsadresse lautete: Engelgasse, genauer Äussere Engelgasse. Das entspricht der heutigen Augustinergasse. Und wie hätte es anders sein können, betrat man das Freudenhaus auch noch ausgerechnet unter der Hausnummer 13. Das unsittliche Treiben der Dame, im damaligen Sprachgebrauch «Kuppelei» genannt, flog nur deshalb auf, weil ein Herr der besseren St.Galler Gesellschaft sich polizeilich über den unerhörten Preis seines Schoppens beschwerte! Der Kunde genoss in der Folge wohl eine Art Zeugenschutzprogramm, denn die Strafakte im Staatsarchiv nennt alle möglichen mitbeteiligten Personen - nur gerade nicht besagten Herrn.

Die Behörden stellten unter anderem die Visitenkarten «der Jucker» (Bild) sicher. Weil es weder Internet noch Tinder gab, wurden die Koordinaten des Etablissements damals via Vermittlung eines Gepäckträgers Interessierten diskret zugesteckt.

Übrigens, der Ledigenname von Frau Jucker war ziemlich eindeutig: Sie hiess Fräulein Teufel.

Quelle: Staatsarchiv St.Gallen, GAA 002/130

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