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Am Ende des vierten Schuljahres lernten die katholischen St.Galler Primarschüler im Schulbuch von 1849 die Schreibschrift kennen. Im Anhang dieses Lehrmittels findet man zwei Alphabete mit Gross- und Kleinbuchstaben sowie die Zahlen von 0 bis 9. Dem folgen 15 Seiten mit Übungstexten in der damals geläufigen Schreibschrift (Kurrentschrift). Folgende «Lebensregel zur Erhaltung der Gesundheit» setzte man an den Anfang:

6. April 2020: Was ist das wichtigste Gut auf Erden?

Übersetzung:
"Ein grosses Geschenk Gottes ist die Gesundheit. Sie ist besser u. schützenswerther als Reichthum, Pracht und Ansehen. Was nützen den Menschen alle diese Erdengüter, wenn er [sic!] dabei kein gesundes, frohes Leben geniesst?..."

Gott würde man in einem heutigen Schulbuch, um der religiösen Neutralität gerecht zu werden, vermutlich weglassen. Inhaltlich erscheint die Aussage aber gerade in diesen Tagen höchst aktuell. Wenn einzelne Bevölkerungsgruppen, die trotz Corona-Krise und dem bundesrätlichen Gebot – Bitte zu Hause bleiben! – dichtgedrängt im Stadtzentrum Party machen, so kommt einem nur folgender Spruch in den Sinn, der den Schülerinnen und Schülern damals ebenfalls mit auf den Lebensweg gegeben wurde: «Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.»

Staatsarchiv St.Gallen: ZNA 01/0064 (Viertes Schulbuch für die katholischen Primarschulen des Kantons St.Gallen. St.Gallen: Druck der Literarischen Anstalt, 1849.)

Und am kommenden Mittwoch erfahren Sie, wie die Ringerstaffel Kriessern im Kalten Krieg zur Verständigung zwischen Ost und West beigetragen hat.

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