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Mitte der 1920er Jahre erarbeitete eine Gruppe st.gallischer Lehrerinnen ein 32seitiges Heft mit kurzen Lesestücken für die Unterstufe. Damit sollten Schulkinder die Druckschrift lesen lernen. Die Texte in «Mein Büchlein» waren auf den ersten Seiten deshalb alle in Grossbuchstaben verfasst, erst ab Seite 9 kamen die Kleinbuchstaben dazu.

In den Schulen wurde zuerst die sogenannte «Steinschrift», eine Handschrift mit Gross- und Kleinbuchstaben vermittelt. «Mein Büchlein» sollte den Kindern die Antiquadruckschrift nahebringen und sich inhaltlich an «Schweizer Art und Sprache» orientieren.

Die Texte behandelten Themen aus dem Winterhalbjahr: der Herbst mit den Föhnstürmen, der Winter mit seinen Schneeflocken, Schneemännern und hungernden Tieren im Wald, mit Weihnachten, der Fasnacht und dem Funkensonntag, gefolgt von den ersten Frühlingsboten. Auch die Mithilfe im Haushalt und die persönliche Hygiene kamen nicht zu kurz. Dass dabei auch Begriffe verwendet wurden, die heute als überholt oder gar rassistisch gelten, ist aus dem historischen Kontext zu beurteilen und mit ein Grund, weshalb Schulbücher laufend überarbeitet werden:

Die Abbildungen in der Lesefibel stammten vom Grafiker und Zeichenlehrer Hans Witzig (1889-1973), der zahlreiche Kinder- und Jugendbücher illustriert hatte. Sein künstlerischer Nachlass befindet sich in der Zentralbibliothek Zürich.

Staatsarchiv St.Gallen, ZNA 01/0225.

Am kommenden Freitag erfahren Sie mehr über die lyrische Begabung eines Steuerpflichtigen und die Dichtkunst des zuständigen Steuerkommissärs in den 1930er Jahren.

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