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Wer in den 1970er und frühen 1980er Jahren in der Schweiz aufgewachsen ist, dem ist die Fernsehsendung «Basteln mit Gerda Conzetti» ein Begriff. Mit Materialien und Werkzeugen, die in jedem Haushalt verfügbar waren, leitete die Moderatorin Unterstufen- und Mittelstufenkinder zum Herstellen fröhlich-farbiger Objekte an. Damit war das vordergründig zweckfreie Basteln in den Familien angekommen.

Schon lange vorher wurde jedoch in den Schulen quasi «pädagogisch-didaktisch» gebastelt. Neben dem eigentlichen Handarbeits- (für Mädchen) und Werkunterricht (für Knaben) setzten Lehrerinnen und Lehrer Schere, Papier und Leim nicht nur im Zeichenunterricht ein. Wie obiges Beispiel aus dem Rechenheft für die 4. Klasse der Unterstufe aus dem Jahr 1969 zeigt, liess sich sogar der Mathematikunterricht mit Messen, Schneiden, Falten und Kleben auflockern. Neben dem Hochhaus gab es auch eine Anleitung zum Zeichnen eines Bastelbogens für den «Turm von Hospental», einem Wahrzeichen der Innerschweiz aus dem 13. Jahrhundert.

Nebenbei bemerkt: Obwohl in der Schweiz seit den 1930er Jahren vereinzelt Hochhäuser gebaut worden waren (z.B. Tour Bel-Air in Lausanne 1932/32), setzte der eigentliche Hochhaus-Bauboom erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein. Das Mathematikheft nahm also Bezug auf die neusten Trends der Architektur. (Vgl. https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/016229/2015-02-03/#HEntwicklungenderNachkriegszeit und https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/002408/2009-04-02/)

Quelle: Staatsarchiv St.Gallen, ZNA 02/0057.4.1 (Rechnen 4, 1. Auflage, Zürich 1969)

Und am kommenden Mittwoch werden Sie mit dem Architekten Georg Rauh das Vergnügen haben.

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