Logo Kanton St.Gallen

Ob Menschen sich treffen und bewegen, hängt zu einem grossen Teil von der Umgebung ab. Gemeinden und Städte können mit attraktiven Grünflächen, Spielplätzen, gut ausgebauten und vernetzten Fuss- und Velowegen die Gesundheit und Lebensqualität ihrer Bevölkerung fördern.

Für die Nutzung von Bewegungs- und Begegnungsräumen sind Gestaltung, Erreichbarkeit, Sicherheit und Identifikation der Menschen mit dem Ort entscheidend. (Bild: Areal Bach, St.Gallen)

Die Umgebung hat einen grossen Einfluss darauf, ob sich Menschen im Alltag bewegen und begegnen. Regelmässige körperliche Aktivität steigert das Wohlbefinden und hat in jedem Alter einen positiven Einfluss auf die physische und psychische Gesundheit. Besonders positiv ist die Wirkung, wenn die Bewegung draussen in einer attraktiven Umgebung stattfindet. Durch Begegnungen werden wertvolle soziale Kontakte und der Austausch unter den Generationen gefördert. Auch vulnerable Bevölkerungsgruppen können in einer bewegungs- und begegnungsfreundlichen Umgebung besser am öffentlichen Leben teilnehmen.

Das Wohn-, Schul- und Arbeitsumfeld sowie der öffentliche Raum laden zu Bewegung und Spiel sowie zum Verweilen ein. Es entstehen Möglichkeiten der Begegnung und des Austauschs in der Nachbarschaft, mit Bekannten und Verwandten und zwischen den Generationen. Die Grünflächen wirken lärmmindernd, fördern das Mikroklima und die Biodiversität.

Damit Bewegungs- und Begegnungsräume genutzt werden, müssen sie nahegelegen oder gut erreichbar sein. Wichtig ist auch, dass sich die Menschen in ihnen sicher und wohl fühlen und sich mit der Umgebung identifizieren können. Zudem sollten sie eine gute akustische Qualität aufweisen. Projekte für ein bewegungs- und begegnungsfreundliches Umfeld beinhalten nicht nur planerische, bauliche und gestalterische Massnahmen, sondern zum Beispiel auch der Einbezg der Bevölkerung und soziale Begleitmassnahmen.

Es profitieren ALLE – besonders Menschen mit kleinem Bewegungsradius: Kleinkinder, Kinder und Jugendliche, sozial benachteiligte Familien, Anwohnende einer lärmbelasteten Strasse, Menschen (z.B. im hohen Alter) mit eingeschränkter Mobilität oder mit wenigen sozialen Kontakten. Sie erhalten attraktive Gelegenheiten, sich vor der Haustüre in ihrem Alltag zu bewegen, zu erholen und mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Die Lebensqualität und die Gesundheit der Einwohnerinnen und Einwohner sowie ihre Verbindung mit der Gemeinde werden gefördert. 

Für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche und ihre gesamtheitliche Entwicklung ist es besonders wichtig, dass sie sich in einer sicheren, anregenden und natürlichen Umgebung bewegen und Gleichaltrigen begegnen können. Wenn eine solche Umgebung unmittelbar vor der Haustüre zu finden oder gut zu erreichen ist, wird sie vielfältig für Alltagserlebnisse, Schulweg oder Freizeitaktivitäten genutzt. 

Der Aktionsradius von älteren Menschen verkleinert sich vielfach mit zunehmendem Alter. Eine regelmässige Bewegung an der frischen Luft trägt zum Erhalt der Selbstständigkeit bei, vermindert die Sturzgefahr und Vereinsamung. Insbesondere mit steigendem Alter schätzen es Menschen besonders, wenn Bewegungs- und Begegnungsangebote gut erreichbar, ästhetisch ansprechend gestaltet sind und auch Ruhe- und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Sichere Fusswege, die trotz Gangunsicherheit und mit einem Rollator benutzt werden können, sind deshalb für diese Gruppe ebenso bedeutsam wie Ruhebänke und eine Bepflanzung, die an heissen Tagen genügend Schatten spendet.

Die Gemeinde profitiert von einer höheren Standortattraktivität und einem gestärkten gesellschaftlichen Zusammenhalt. Kostenfreie, für alle nutzbare, attraktive Räume sind eine Antwort auf steigende Gesundheits- und Sozialkosten. Zudem können Grünflächen im Siedlungsraum die Auswirkungen von Hitzewellen und Starkregen mildern. Sie können ebenfalls als Ruheoasen in lärmbelasteten Gebieten dienen.

Gemeinden können mit attraktiven Grünflächen, Spielplätzen, gut ausgebauten und vernetzten Fuss- und Velowegen die Gesundheit und Lebensqualität ihrer Bevölkerung fördern. Häufig geht es darum, bestehende Angebote gezielt zu optimieren:

  • Fuss- und Velowege besser miteinander verbinden oder deutlicher kennzeichnen
  • Fuss- und Velowegnetz ausweiten
  • Sitzbänke aufstellen und Schattenplätze schaffen, die zum Verweilen einladen
  • Spielplätze für alle Altersgruppen ansprechend einrichten und ausrüsten, beschatten
  • Öffentliche Plätze attraktiv gestalten, z.B. durch Sitzmöglichkeiten, Beschattung
  • Multifunktionale, beschattete und begrünte Freiräume schaffen
  • Strassenräume auch als Frei- und Aufenthaltsräume gestalten
  • Verkehrsberuhigende Massnahmen und lärmarme Beläge auf Strassen vorsehen
  • Möglichst wenig versiegelte Flächen vorsehen, auf Verkehrsflächen mit Kies anstatt Beton arbeiten
  • Öffnung von Schulhausplätzen und Sportanlagen für Bewegungsaktivitäten am Abend, am Mittwochnachmittag und an Wochenenden
  • Festlegung im kommunalen Baureglement, wie bei Mehrfamilienhäusern Spiel- und Aufenthaltsbereiche im Freien zu gestalten sind (z.B. Mindestgrösse, Ausgestaltung, Erreichbarkeit). Grundlage ist das Planungs- und Baugesetz PBG (sGS 731.1).

Einblick in die Praxis St.Galler Gemeinden und Städte

Lesen Sie spannende Praxisbeispiele aus dem Kanton St.Gallen. Verschiedene Gemeinden stellen ausgewählte Projekte rund um Bewegung und Begegnung im öffentlichen Raum vor. Sie möchten ein Projekt oder ein Bewegungs- und Begegnungsort aus Ihrer Gemeinde vorstellen? Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme (bewegungsfoerderung@sg.ch).

Angebote für St.Galler Gemeinden und Städte

Entdecken Sie unsere aktuellen Angebote rund um die Förderung von Bewegung und Begegnung im öffentlichen Raum. Zu den Angeboten neues Fenster


Umsetzung in der Praxis


Kantonale Arbeitsgruppe Strukturelle Bewegungsförderung


Bei Fragen und Anliegen steht Ihnen die interdepartementale Arbeitsgruppe – bestehend aus dem Amt für Gesundheitsvorsorge, dem Amt für Raumentwicklung und Geoinformation, dem Amt für Sport und der Fachstelle Fuss- und Veloverkehr – gerne zur Verfügung. Wir beraten und begleiten St.Galler Gemeinden und Städte rund ums Thema Bewegung und Begegnung im öffentlichen Raum.

Noch offene Fragen?

Gesundheitsdepartement

Amt für Gesundheitsvorsorge

Unterstrasse 22
9001 St.Gallen