Am 9. Mai 2014 haben das Bau- und das Bildungsdepartement des Kantons St.Gallen den Neubau der Kantonsschule Heerbrugg feierlich eröffnet. Damit findet das Projekt nach vier Jahren Bauzeit einen Abschluss. Der Neubau der "huggenbergerfries Architekten AG" aus Zürich wurde für 640 Schülerinnen und Schüler gebaut.

Ausgangslage

Die im Jahre 1975 erstellte Schule wurde für 480 Schülerinnen und Schüler in 24 Klassen gebaut. 2010 besuchten rund 640 Mittelschülerinnen und Mittelschüler in 33 Klassen die Lehrgänge Gymnasium, Wirtschaftsmittelschule und Fachmittelschule. Bauzustand und Raumangebot der Kantonsschule entsprachen nicht mehr den Anforderungen an einen zeitgemässen Unterricht. Es fehlten Schul-, Vorbereitungs- und Gruppenräume. Auch zentrale Einrichtungen wie Mensa und Aula waren zu klein und Schülerarbeitsplätze nur in ungenügender Anzahl vorhanden.

Projektbeschrieb

Die Kantonsschule Heerbrugg steht am Übergang der Siedlungsstruktur zum Landschaftsraum. Die Anlage setzt sich aus dem Schultrakt und dem Turnhallentrakt zu einer Z-förmigen Anlage zusammen. Diese scheidet eine dem Dorf zugewandte Eingangsseite und einen Grünraum zur Landschaft hin aus.

Mit dem Neubau werden der Westtrakt und die Turnhalle zu einem neuen Ganzen zusammengeführt. Die bestehende Eingangshalle wird vergrössert und bildet das Herz der Gesamtanlage. Sie wird in ihrer Bedeutung und Räumlichkeit gestärkt und führt den architektonisch wertvollen Westtrakt mit den Splitlevels in den neuen Mitteltrakt über. Zusammen mit den direkt angegliederten hohen Räumen der Aula und Mensa bildet das Erdgeschoss auf unterschiedlichen Ebenen einen grosszügigen Aufenthaltsbereich.

Die vorgefundenen räumlichen Qualitäten werden aufgenommen und weitergestrickt, sodass die Übergänge zwischen Alt und Neu verschmelzen: Im Äussern wird die horizontale Gliederung der Fassadengestaltung im Neubau aus dem Bild des Bestands der Westfassade entwickelt und rund ums Haus in Variationen der Gestaltung angewendet. Die mit Betonrippen strukturierten Decken sind aus den kassettierten Sichtbetondecken im Bestand abgeleitet und führen das Thema der aufgegliederten Oberfläche weiter.

Die statische Struktur ist prägendes Element der Architektur. Durch die Aneinanderreihung entsteht das Prinzip der Serie; im Innern durch die vielen Einzelteile der Rippen, die durch Fügung zur raumhaltigen Decke werden, im Äussern durch die rundumlaufende vertikale Struktur der Stützten, überlagert von der Schichtung in der Fassadentiefe mit dem unregelmässigen Raster der Fassade. Die räumliche Aufgliederung der Oberfläche von statischer Struktur und Fensterschicht ergibt ein vielseitiges Licht- und Schattenspiel auf der Fassade.

Möchten Sie noch mehr erfahren über das Bauobjekt? Weitere Informationen finden Sie in der Abstimmungsbroschüre und in der Baudokumentation.

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