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Kunst im Kloster Magdenau

Manon, Jonathan Meese, Peter Dew, Sarah Elena Müller/Birgit Kempker, Alfred Sturzenegger

20. Mai bis 9. Juli 2017

Zisterzienserinnenkloster Magdenau, Degersheim

Ansicht Kloster Magdenau, Wolfertswil

«Des einen Glanz, des andern Glut» - so der Titel der Ausstellung - ist die erste Station der losen Reihe Kulturraum S4, initiiert und durchgeführt durch das Amt für Kultur des Kantons St.Gallen. Der Kulturraum rund um den Säntis entlang der Bahnlinie S4 möchte dem kulturellen Erbe – in diesem Fall dem Zisterzienserinnenkloster Magdenau – im Dialog mit zeitgenössischem Kulturschaffen verstärkt Aufmerksamkeit, vielleicht auch überraschende oder neuartige Sichtbarkeit geben.

Kulturerbe im Dialog mit aktueller Kunst
Kunst als Spiegel der Gesellschaft hilft, uns selber im Weltgefüge zu erkennen und über Möglichkeiten und Unmöglichkeiten nachzudenken. Der kulturelle Reichtum des Kantons soll in Verbindung von Geschichte, Gegenwart und Zukunft und mittels einer losen Reihe von Ausstellungen an unterschiedlichen Orten verstärkt ins Bewusstsein geholt werden.

Seit über 770 Jahren dient das Kloster Magdenau, idyllisch gelegen in den Hügeln zwischen Flawil und Degersheim, dem klösterlichen Leben. Mit grosser Selbstverständlichkeit ordnen hier bis heute Klosterfrauen ihr Leben nach den Regeln des heiligen Benedikt, beten und arbeiten und pflegen zudem eine explizite Gastfreundschaft für alle, die Ruhe suchen und die Stille schätzen. Das denkmalgeschützte Zisterzienserinnenkloster ist aber auch ein Hort kunsthistorischer Schätze, die insbesondere im historischen Gästetrakt des Klosters und in der Kirche zu finden sind und in denen sich trotz der Abgeschiedenheit des Klosters das Weltgeschehen spiegelt.

Bedeutung in der Abgeschiedenheit
Während einer begrenzten Zeit von sieben Wochen soll dem Kloster in seiner kulturellen und gesellschaftlichen, sowohl historischen wie aktuellen Bedeutung besondere Aufmerksamkeit zukommen. Eingeladen sind drei Künstlerinnen und drei Künstler, deren Interesse an Orten wie diesem sich im Schaffen spiegelt. Peter Dew, Manon, Jonathan Meese, Sarah Elena Müller gemeinsam mit Birgit Kempker, sowie Alfred Sturzenegger werden Werke entwickeln und auswählen, die den Ort reflektieren und erlebbar machen.

Leben, Lieben, Sterben
Zur Verfügung stehen ausserhalb der Klausur befindliche Räumlichkeiten im Gästetrakt auf drei Etagen. Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, das Einzigartige und Aussergewöhnliche des bis heute aktiven Frauenklosters Magdenau verstärkt ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rufen und das klösterliche Leben, seine Geschichte(n) und Schätze näher zu bringen. Ergänzt wird die Ausstellung mit einem dichten Veranstaltungsprogramm. «Des einen Glanz, des andern Glut» trägt zur Auseinandersetzung mit der Aktualität des Ortes, aber auch mit dem Leben, Lieben und Sterben bei.

Zum Titel der Ausstellung
UNIUS SPLENDOR ALTERIUS ARDOR – Des einen Glanz, des andern Glut: Der Titel der Ausstellung ist einem der Embleme entlehnt, die im zweiten Stock des Gästehauses im Zisterzienserinnenkloster Magdenau die Wände im Vestibül als Zyklus umziehen. Es sind mit kurzen Texten kombinierte Freskenmalereien, bedeutungsvoll und rätselhaft zugleich. Embleme dieser Art waren im 17. Jahrhundert, als auch der Magdenauer Zyklus entstand, verbreitet und beliebt und dienten in ihrer allegorischen Deutung zur Memorierung religiöser Lehrsätze, moralischer Verhaltensregeln und allgemeiner Lebensweisheiten. Der Magdenauer Zyklus ist einer der frühesten und eigenwilligsten dieser Art in der Schweiz.

Zwischen Eitelkeit und Selbsterkenntnis
Das Emblem «Des einen Glanz, des andern Glut» zeigt einen Spiegel, der in der Landschaft steht und auf den die Sonne einstrahlt. Der Spiegel - hier in einer schmucken, eleganten, der Zeit entsprechend üppigen Ausformung - ist ein Bild für Eitelkeit und Selbstverliebtheit, bekannt etwa durch die Geschichte des Narziss in der griechischen Mythologie, der sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt und von dieser unstillbaren Liebe aufgezehrt wird. Auf der andern Seite ist der Spiegel aber auch ein Bild für Selbsterkenntnis, Wissen und Wahrheit, für das Reflektieren über sich und die Welt. Zwischen diesen beiden Polen von Verbrennen und Erkennen bewegt sich das Menschsein, und hier setzen die künstlerischen Beiträge an.

Niemand ist zum Unmöglichen verpflichtet – Emblemmalerei im Vestübel des Klosters Magdenau; Bild: Eliane Dürst

Begleitveranstaltungen

Datum Thema
Samstag,
20. Mai 
14.00 Uhr
Vernissage
Begrüssung: Katrin Meier, Leiterin Amt für Kultur Kanton St.Gallen
Einführung in die Ausstellung und Rundgang durch das Gästehaus mit Schwester Maria Veronika, Kloster Magdenau, Ursula Badrutt und Marina Pondini, Amt für Kultur Kanton St.Gallen
Imbiss und Umtrunk im Klosterhof Rössli Magdenau
Sonntag,
21. Mai 
16.00 Uhr
Rundgang durch die Ausstellung mit Ursula Badrutt, Amt für Kultur Kanton St.Gallen
Samstag,
10. Juni 
16.00 Uhr 
Rundgang durch ausgewählte Teile des Klosters mit Schwester Maria Veronika, Kloster Magdenau
19.00 Uhr Konzert mit Cruise Ship Misery (Sarah Elena Müller und Milena Krstic)
20.00 Uhr Konzert mit Les Reines Prochaines
Donnerstag,
22. Juni 
18.00 Uhr
Rundgang durch die Ausstellung mit Marina Pondini, Amt für Kultur Kanton St.Gallen
Samstag,
24. Juni 
15.00 Uhr 
«Lebensweisheit in Bild und Wort». Vortrag von Schwester Maria Veronika, Theologin Kloster Magdenau, zum Emblemzyklus im Vestibül

16.15 Uhr 

«épisodes culturels #8_Glanz». Eine fortschreitende Performance unter der Leitung von Ann Katrin Cooper und Tobias Spori
17.30 Uhr  «épisodes culturels #8_Glut».Eine fortschreitende Performance unter der Leitung von Ann Katrin Cooper und Tobias Spori
18.30 Uhr  Picknick im Freien 
Samstag,
1. Juli 
14.30 Uhr 
«Dach-Landschaften. Von alten Ziegeln und Dachkonstruktionen». Spaziergang mit Moritz Flury, Denkmalpflege Kanton St.Gallen
16.00 Uhr  Diana Dengler liest aus dem im Herder-Verlag erscheinenden Buch «Treibgut der Seele» von Peter Gross eine Passage zu Magdenau
17.30 Uhr  «Feuerzungen, Engelschöre». Der Tablater Konzertchor singt Vokalmusik von Hildegard von Bingen, Robert Wylkynson, Josquin Desprez, William Byrd, L. T. de Victoria und Giovanni Croce. Leitung: Ambros Ott
Sonntag,
9. Juli 
15.00 Uhr 
Rundgang durch die Ausstellung mit Marina Pondini,
Amt für Kultur Kanton St.Gallen
16.00 Uhr  «Vom Ausbeinen eines Nacht-geschehens. Getanztes zwischen Körper und Objekt». Eine Tanz-performance von Micha Stuhlmann zu Manons «Hotel Dolores»

Informationen und Anfahrt

KLOSTER MAGDENAU
9116 Wolfertswil
www.kloster-magdenau.ch

Die Ausstellung befindet sich im Gästehaus auf mehreren Etagen. Der Zugang ins 2. Obergeschoss und ins Dachgeschoss erfolgt über eine steile Wendeltreppe. Melden Sie sich bitte vorgängig, wenn Sie Hilfe benötigen.

Das Kloster Magdenau ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Gegen Durst, Hunger, Müdigkeit befindet sich in unmittelbarer Nähe des Klosters der Klosterhof Rössli (Tel. +41 71 393 16 75, www.klosterhof-roessli.ch eine vorherige Reservation ist erwünscht).

Weitere Infos: www.kultur.sg.ch oder Tel. +41 58 229 21 50

Noch offene Fragen?

Kulturförderung

Amt für Kultur

St. Leonhard-Strasse 40
9001 St.Gallen