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Längere Trockenperioden mit erheblichen Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt haben wir in den Jahren 2003, 2015, 2018 und 2022 auch in der Ostschweiz erlebt. Solche niederschlagsarmen Zeiten können gemäss Klimaprognosen in Zukunft häufiger auftreten. Diese Seite informiert über die aktuelle hydrologische Situation in den Bächen, Flüssen und im Grundwasser im Kanton St.Gallen.

Ausgetrockneter Bachlauf mit sichtbarem Kiesbett
Ausgetrockneter Bachlauf mit sichtbarem Kiesbett

Informationen zur aktuellen Lage

Aktuelle Lage (14.04.2026)

Am 1. April 2026 wurde das diesjährige Maximum der absoluten Schneehöhen erreicht. Die Defizite der Schneewasseräquivalente (die im Wasser verfügbare Wassermenge) liegen in den Einzugsgebieten Alpenrhein, Walensee, Zürichsee und Thur bei 10mm bis 70mm. Damit ist die ablaufende Schneeschmelze in einem normalen Schwankungsbereich zu erwarten. Im Februar gab es flächendeckend 100 bis 150% Niederschlag von der Norm. Im März sind in einer Linie von der Linthebene-Toggenburg-Alpstein-Bodensee die normal üblichen Niederschlagsmengen gefallen. Im Fürstenland, Rheintal, Werdenberg und Sarganserland gab es im März 60 bis 80% Niederschlag von der Norm. Damit hat sich das Niederschlagsdefizit von Dezember 2025 und Januar 2026 insgesamt verbessert. Die Schneeschmelze im Alpenrhein hat eingesetzt und die Grundwasserstände im Sarganserland und Rheintal steigen. In den übrigen Gebieten liegen die Grundwasserstände ums Mittel in einem normal üblichen Schwankungsbereich. In den Berglagen hat sich die Schneeschmelze intensiviert. Die Niedrigwasserindikatoren werden an keiner Station unterschritten und es herrscht eine normale Abflusssituation in allen Einzugsgebieten. Die Wassertemperaturen liegen um die saisonal üblichen Werte.

Mögliche Entwicklung

Nach einer wechselhaften Witterungsphase anfangs April setzt sich zunehmend stabiles und mildes Wetter durch. Bezüglich Niederschlagsmengen gibt es keine einheitliche Tendenz für die kommenden Wochen. Die Schneeschmelze wird in den Berglagen anhalten und zu einer erhöhten Wasserführung in den Flüssen und Bächen sorgen. Gleichzeitig ist ein Anstieg der Grundwasserstände im Sarganserland, Werdenberg und Rheintal wahrscheinlich. Die hydrologische Situation befindet sich in einem normal üblichen Bereich und stellt für Flora und Fauna derzeit kein Risiko dar.

Zusammenfassung

Die Schneefälle zum Ende des Winters haben die niederschlagsarmen Monate Dezember 2025 und Januar 2026 weitgehend kompensieren können. Nun gilt es, die Schneeschmelze abzuwarten und danach die Trockenheitssituation neu zu beurteilen.

Die aktuellen Messwerte finden Sie unter: www.hydrodaten.sg.ch neues Fenster

Die nächste Beurteilung folgt nach Bedarf (frühestens 11.05.2026).

Bulletin zur aktuellen Lage

Derzeit kein Bulletin

Situation der Trockenheit (Seen, Flüsse und Grundwasser)

Region Gefahrenstufe 
St.Gallen - Rorschach keine oder geringe Gefahr
Rheintal keine oder geringe Gefahr
Werdenberg keine oder geringe Gefahr
Sarganserland keine oder geringe Gefahr
Seeztal keine oder geringe Gefahr
Linthgebiet keine oder geringe Gefahr
Obertoggenburg keine oder geringe Gefahr
Untertoggenburg keine oder geringe Gefahr
Neckertal  keine oder geringe Gefahr
Fürstenland
keine oder geringe Gefahr

Gefahrenstufen nach Bundeseinteilung (Naturgefahren)

Der Bund verwendet bei der Information über Naturgefahren eine fünfteilige Skala. Im Bereich der Trockenheit informiert der Kanton St.Gallen ab der Stufe 2 mit dem Bulletin. In der obigen Tabelle und Karte wird die Stufe 1 angezeigt, wenn eine aktuelle Lagebeurteilung vorliegt.

Legende zu den Gefahrenstufen nach Bundeseinteilung: Stufen 1 (keine oder geringe Gefahr) bis 5 (sehr grosse Gefahr)
Legende zu den Gefahrenstufen nach Bundeseinteilung: Stufen 1 (keine oder geringe Gefahr) bis 5 (sehr grosse Gefahr)

Trinkwasserversorgung

Die Sicherstellung der Trink-, Brauch- und Löschwasserversorgung ist eine wichtige Aufgabe, welche von den politischen Gemeinden oder - in ihrem Auftrag - von Korporationen und Ortsgemeinden wahrgenommen wird. Die Wassergewinnung basiert im Kanton St.Gallen auf lokalen Ressourcen mit lokaler Verteilung des Trinkwassers. So betreibt fast jede Gemeinde im Kanton ihr eigenes Wasserwerk. Die kleinräumige Versorgungsstruktur mit gut 130 öffentlichen Wasserversorgungen in 75 politischen Gemeinden ist historisch und topografisch begründet und hat sich bis heute erhalten und bewährt.

Aufgrund dieser Vielfalt sind generelle Aussagen zur Beurteilung der Lage der Trinkwasserversorgungen während Trockenperioden nicht flächendeckend möglich. Dennoch haben sich die Vertreter der Plattform Wasserversorgung als Ansprechpartner für die nachfolgenden Regionen zur Verfügung gestellt:

Wie hängt die Gefahr einer Trockenheit mit der Gefahr eines Waldbrandes zusammen?

 

Trockenheit und Waldbrand sind zwei verschiedene Prozesse.

  • Trockenheit ist ein langsamer Prozess, der sich mit der abnehmenden Feuchtigkeit im Boden und mit sinkenden Pegelständen in Oberflächengewässern und Grundwasserspiegel verschärft. Trockenheit erhöht über Wochen die Menge an Brennmaterial wie Holz, Laub oder Gras, was die Waldbrandgefahr erhöhen kann.
  • Ein Waldbrand ist ein plötzlicher Prozess. Auslöser können menschliches Fehlverhalten oder Blitzeinschläge sein. Ob es zu einem Waldbrand kommt, hängt neben einer dauerhaften Trockenheit von mehreren weiteren Faktoren ab.
  • Einer dieser Faktoren ist die Luftfeuchtigkeit. Ist die Luft sehr feucht, ist es auch bei grosser Trockenheit weniger wahrscheinlich, dass es zu einem Waldbrand kommt.
  • Regenfälle können die Waldbrandgefahr verringern, indem sie die Luftfeuchtigkeit zeitweise erhöhen oder die obersten Bodenschichten befeuchten. Jedoch können kurze Regenfälle eine starke Trockenheit, die sich durch tiefe Grundwasserstände und tiefgründig trockene Böden auszeichnet, nicht verbessern.
  • Umgekehrt können oberflächlich trockene Böden die Waldbrandgefahr erhöhen, ohne dass eine Trockenheitssituation herrscht. Dies, weil die tiefen Bodenschichten genug feucht sind
  • Auch einmalige oder kurze Wetterereignisse können kurzfristig die Brandgefahr erhöhen, z.B. Wind oder direkte Sonneneinstrahlung auf Boden im Frühjahr. Dies, auch wenn keine akute Trockenheit herrscht.

Fazit: Besteht die Gefahr einer Trockenheit, heisst das nicht, dass auch die Gefahr eines Waldbrandes besteht. Andererseits kann ein Waldbrand ausbrechen, ohne dass Bund und Kantone eine Trockenheitswarnstufe ausgerufen haben.

Quelle: BAFU

Noch offene Fragen?

Antonella Armirotti

Mitarbeiterin Kommunikation

Generalsekretariat

Lämmlisbrunnenstrasse 54
9001 St.Gallen