Unter Findbuch (Findmittel) versteht man ein Nachschlagewerk mit abgebildeten Original-Wasserzeichen im Verhältnis 1:1. Wird das durchgepauste Wasserzeichen mit der entsprechenden Vorlage im Findmittel abgeglichen, so kann das Datum und die Provenienz des Papiers (d.h. die Papiermühle) festgestellt werden. Dies stellt allerdings den Idealfall dar. Es können beim Vergleichen der Wasserzeichen erhebliche Unterschiede auftreten, weil über die Jahrhunderte Hunderttausende von verschiedenen Papiermarken mit den entsprechenden Wasserzeichenmarken hergestellt wurden. Die Ergebnisse der Datumsangabe sind in der Regel Annährungswerte, die auch um mehrere Jahre variieren können. Das Resultat muss immer auch im Kontext mit den andern Fakten (die Art des Schriftgutes, möglicher Besitzer oder Beschreiber) gesehen werden. 

 

Der stehende Bär als gemeinsames Sujet der St.Galler Wasserzeichen

Das vorliegende Findbuch beschränkt sich auf die vier St.Galler Papiermühlen Aachmühle bei Tübach an der Goldach, Nord Müli am Wattbach AR, Obere Chräzeren am Chräzerenbach, Kubel-Mühle an der Urnäsch AR und den Zeitraum von 1582 bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts. Das gemeinsame Sujet der vier Papiermühlen ist der aufrechte Bär in Kombination mit den für die einzelnen Papiermühlen typischen Beizeichen. Die Wasserzeichen aus den vier Mühlenstandorten wurden in die neu geschaffenen Serien A bis D eingeteilt.

Die Papierproduktion dieser vier Standorte während den hier dokumentierten 120 Jahre war im Vergleich zu andern Regionen wie Zürich oder Basel klein und nur von regionaler Bedeutung. Es wurde vor allem in St.Galler Bibliotheken und Archiven nach Papier mit St.Galler Provenienz geforscht. Die in den letzten Jahren vorgenommene Dokumentation der St.Galler Wasserzeichen ist eine momentane Bestandesaufnahme und es ist zu erwarten, dass zukünftige Wasserzeichenfunde durchaus Retouchen an dem vorliegenden Findbuch ergeben können.

Herbst 2007 / Fredi Hächler
Vadianische Sammlung Kantonsbibliothek St.Gallen

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