Die Stimmbeteiligungsstatistik STISTAT kann bei neun St.Galler Gemeinden die Stimmbeteiligung einzelner Bevölkerungsgruppen aufzeigen. Am Termin des 30. November 2025 kamen mit der "Service-citoyen-Initiative" und der "Initiative für eine Zukunft" zwei eidgenössische Vorlagen zur Abstimmung. Auf kantonaler Ebene wurde über Mietkosten für die Kantonspolizei St.Gallen im Interventionszentrum des Bundes für den Zoll Ost in St.Margrethen abgestimmt und über die Sonderkredite für die Erneuerung und den Ausbau sowie für den Betrieb des Reinraums am Campus Buchs. Die Stadt St.Gallen stimmte zudem über Gratistests für sexuell übertragbare Krankheiten ab und die Gemeinde Au über einen Kredit für eine Unterführung für den Fuss- und Veloverkehr. Die Gemeinde Schmerikon hielt eine Ersatzwahl für ein Mitglied des Gemeinderates ab.
Die Beteiligung ist am 30. November 2025 im Vergleich zum vorherigen Termin in allen beobachteten Gemeinden zurückgegangen, was auf die Themen der Vorlagen zurückzuführen sein dürfte. Die Abnahme im November erfasst in allen Gemeinden nahezu sämtliche Altersklassen, sodass die Abstände in der Stimmbeteiligung zwischen Jüngeren und Älteren trotz der jüngsten Abnahme relativ unverändert sind. Einzig in der Stadt St.Gallen konnte sich die Stimmbeteiligung der Personen zwischen 18 und 34 Jahren auf dem Niveau vom September halten. Dadurch ist die Kluft in der Stimmbeteiligung zwischen jüngeren und älteren Stimmberechtigten in der Stadt etwas kleiner geworden. Auch in Wildhaus-Alt.St. Johann stieg die Beteiligung der 25-34Jährigen im November leicht an.
Generell zeigt sich über alle Abstimmungen hinweg das Muster, dass die Stimmbeteiligung mit dem Alter ansteigt. Wobei die drei Altersgruppen zwischen 18 und 44 Jahren in den meisten Gemeinden noch relativ dicht beieinander liegen. Für die Gemeinde Au liegen für den Termin des 30. November 2025 noch keine Daten vor, für Gossau existieren keine Daten zur Septemberabstimmung 2024.
Die Stimm- und Wahlbeteiligung zeigt das Ausmass der Partizipation an den (direkt-)demokratischen politischen Beteiligungsgelegenheiten. Sie wird einerseits durch die Betroffenheit der jeweiligen Bevölkerung beeinflusst und andererseits dadurch, von welchen Staatsebenen (Bund, Kanton, Gemeinde) Vorlagen zur Abstimmung gebracht werden. Einen positiven Einfluss auf die Beteiligung hat ebenso eine Wahl- und Stimmpflicht, wie sie im Kanton Schaffhausen besteht. Der auf Basis der Beteiligung bei einzelnen Vorlagen aufbauende Indikator unterschätzt die Partizipation der Bevölkerung, weil ein Teil sich nur selektiv an einzelnen Abstimmungen bzw. Wahlen beteiligt.
Bei der Stimmbeteiligungsstatistik STISTAT der Fachstelle für Statistik können bei einer kleinen Gruppe St.Galler Gemeinden auf Basis der eingescannten Stimmrechtsausweise soziodemographische Informationen zur Stimmbeteiligung dazugespielt werden. Für die Abstimmungen von 2010 bis Februar 2017 ist diese Statistik ausschliesslich für die Stadt St.Gallen verfügbar, ab Mai 2017 für weitere Gemeinden. Die auf Basis der STISTAT-Daten ermittelte Stimmbeteiligung entspricht dem Anteil der Stimmenden an allen Stimmberechtigten. Gezählt werden die abgegebenen Stimmrechtsausweise (ab 2025 inklusive E-Voting). Zur Ermittlung der Zahl der Stimmberechtigten und deren soziodemographischer Merkmale wird die Bevölkerungsstatistik STATPOPSG der Fachstelle für Statistik verwendet (für die Stadt St.Gallen bis Februar 2017 STADTSGPOP). Massgeblich ist der Bevölkerungsstand am Ende des letzten Jahresquartals vor der Abstimmung/Wahl. Daraus werden diejenigen Personen mit Schweizer Staatsbürgerschaft selektiert, welche am Abstimmungstag das 18. Lebensjahr erreicht haben werden oder älter sind. Die auf diese Weise berechnete Stimmbeteiligung kann auf Ebene der Stadt/Gemeinde von derjenigen marginal abweichen, welche von den für Abstimmungen und Wahlen zuständigen Gemeindebehörden bekanntgegeben wird. Der Grund liegt zum einen darin, dass die Behörden die Zahl der am Abstimmungs- bzw. Wahltag Stimmberechtigten dem Stimmregister entnehmen. Zum andern wird die Stimmbeteiligung vorlagenspezifisch ausgewiesen, wobei die Anzahl der mit gültigem Stimmrechtsausweis eingereichten Stimmzettel massgeblich ist.
