Der Erfolg Ihres Lernenden ist auch der Erfolg Ihres Unternehmens. Es lohnt sich deshalb, in den Nachwuchs zu investieren.
Gut zu wissen
Im Lehrbetrieb vermitteln Berufsbildnerinnen und Berufsbildner den Lernenden den praktischen Teil der beruflichen Grundbildung. Als Lehrbetrieb benötigen Sie dazu eine gültige Bildungsbewilligung, welche durch das Amt für Berufsbildung ausgestellt wird. Die Bildungsbewilligung kann mit dem Bildungsgesuch beantragt werden.
Sobald Sie eine gültige Bildungsbewilligung haben, können Sie Ihre offenen Lehrstellen kostenlos im Lehrstellennachweis (LENA) neues Fenster ausschreiben. Ihr Betrieb wird zudem im Lehrfirmenverzeichnis (LEFI) neues Fenster aufgeführt. Das LEFI listet sämtliche ausbildungsberechtigte Betriebe auf.
Warum soll Ihr Betrieb Lernende ausbilden?
10 gute Gründe, Lehrbetrieb zu werden:
- Sie bilden qualifizierte Berufsleute aus und leisten so einen wesentlichen Beitrag für die Zukunft Ihres Unternehmens und Ihrer Branche.
- Lernende leisten produktive Arbeit. Verschiedene Studien zeigen, dass das Verhältnis zwischen Nutzen und Aufwand für die Unternehmen positiv ausfällt.
- Ihre Mitarbeitenden sind auf dem neuesten Stand, denn die Fragen und Ansprüche der Lernenden motivieren zu stetiger Weiterbildung.
- Jugendliche bereichern durch ihre Spontaneität und Frische die Atmosphäre im Betrieb.
- Sie sind am Puls der Zeit, denn die Jugendlichen kennen die Trends der jungen Generation und damit die Trends der Zukunft.
- Sie geben Ihren Lernenden die Chance auf einen erfolgreichen Start in die berufliche Laufbahn.
- Sie fördern den Bekanntheitsgrad und das Image Ihres Unternehmens, denn zufriedene Lernende werben in ihrem Umfeld für Sie.
- Ihre aufgeschlossene Haltung und Ihr Verantwortungsbewusstsein gegenüber Jugendlichen wirken auf Kundschaft und Mitarbeitende sympathisch.
- Sie sparen Kosten für Personalbeschaffung und Einarbeitung, wenn Sie Ihre Lernenden nach der Ausbildung weiterbeschäftigen oder später wieder einstellen.
- Nutzen Sie das Potential der Jugendlichen: Sie haben Mut für Neues, sind kreativ und bringen unkonventionelle Ideen und Lösungsvorschläge ein. Ein entscheidender Beitrag für künftigen Erfolg!
Werden Sie Lehrbetrieb
Werden Sie Lehrbetrieb! Hier finden Sie weitere Informationen:
Berufsbildungsportal SG
Lehrbetriebe mit aktiven Bildungsbewilligungen erledigen Ihre Aufgaben rund um die Lernenden in unserem Berufsbildungsportal.
Weitere Informationen finden Sie unter: Berufsbildungsportal SG neues Fenster
Selektion von Lernenden
Ein sorgfältiges Selektionsverfahren vermindert den Aufwand während der Lehre.
Selektionsverfahren laufen je nach Betrieb unterschiedlich ab und dies aus guten Gründen. Es ist abhängig von der Art der beruflichen Grundbildung, der Anzahl Bewerbungen, den betrieblichen Ressourcen und der Betriebskultur.
Den folgenden Registern entnehmen Sie einige Tipps und Anregungen zum Selektionsverfahren:
- Erstellen Sie ein Anforderungsprofil, das den betrieblichen Bedürfnissen und den Möglichkeiten der Schulabgänger/-innen entspricht. Ein Anforderungsprofil besteht in der Regel aus Fachkompetenzen, Methodenkompetenzen und Sozialkompetenzen.
- Führen Sie sich vor Augen, dass sich Jugendliche im Bewerbungsverfahren erstmals in der Erwachsenen- und Arbeitswelt bewegen.
- Bewerbungsunterlagen ermöglichen eine Vorselektion.
- Zeugnisse sollen nicht das einzige entscheidende Kriterium sein. Ebenso wichtig für den Lernerfolg ist die Motivation.
- Warum nicht ausländischen Jugendlichen eine Lehrstelle anbieten? Sie können zu den besten Lernenden gehören, gerade weil sie für eine Lehrstelle kämpfen müssen.
- Warum in einem typischen Männerberuf nicht eine weibliche Lernende anstellen oder umgekehrt?
- Die Berufsprofile von Stellwerk neues Fenster geben Auskunft über die schulischen Anforderungen an die Jugendlichen in einem Beruf. Sie können mit dem Stellwerkprofil der Bewerber aus der Volksschule verglichen werden.
- Orientieren Sie sich beim Verband, ob Eignungstests empfohlen werden und wenn ja, welcher sich eignet.
- Bedenken Sie, dass Tests lediglich eine Momentaufnahme zeigen.
- Die Schnupperlehre gibt beiden Seiten die Möglichkeit, sich besser kennen zu lernen.
- Methoden- und Sozialkompetenzen lassen sich am besten in einer Schnupperlehre prüfen.
- Schnupperlehren sind für Jugendliche wichtig, weil sie ihre kognitiven und motorischen Fertigkeiten unter Beweis stellen können.
Wie unterscheiden sich Tagespraktikum und Schnupperlehre?
Tagespraktikum
Das Tagespraktikum erfolgt in einem in einem Betrieb mit Fokus auf das Kennenlernen eines oder mehrerer Berufe im Arbeitsumfeld. Die Kontaktnahme ist niederschwellig und es braucht keine schriftliche Bewerbung. Das Tagespraktikum ist in der Regel eintägig und ohne schriftliche Rückmeldung.
Schnupperlehre
Die Schnupperlehre ist ein Praktikum in einem Betrieb mit Fokus auf das Kennenlernen des favorisierten Lehrberufs und Lehrbetriebs. Teilweise sind ein Motivationsschreiben und das Zeugnis und allenfalls Stellwerk-Resultate vorzulegen. Die Schnupperlehre dauert in der Regel mehrere Tage und es erfolgt eine schriftliche Rückmeldung seitens des Lehrbetriebs.
Beschäftigung von ausländischen Lernenden
Bitte beachten Sie, dass Sie bei der Beschäftigung von ausländischen Lernenden die nötigen Bewilligungen einholen müssen. Auf dem nachstehnden Merkblatt finden Sie die Informationen über die Abläufe und Ansprechpartner je Ausweis-Kategorie.
Der 1. Tag im Lehrbetrieb
- Erstellen Sie frühzeitig eine Liste aller in den ersten Tagen und Wochen abzugebender Informationen.
- Erkundigen Sie sich, wann und an welcher Berufsfachschule der Lernende/die Lernende angemeldet werden muss. (vergl. Schulzuweisungs-Beschluss neues Fenster) neues Fenster
- Teilen Sie dem Lernenden/der Lernenden die genaue Empfangszeit und den Empfangsort mit, sowie die notwendigen Angaben über Bekleidung und Ausrüstung.
- Überlegen Sie sich das Arbeitsprogramm des Lernenden/der Lernenden für die ersen Tage:
Bereiten Sie einfach Arbeiten vor. Die lernende Person soll bereits zu Beginn mit kleinen Aufgaben betraut werden, die erste Erfolgserlebnisse garantieren. - Bestimmen Sie allenfalls eine Person, die sich der Lernenden annimmt und Kontaktperson ist. Informieren Sie diese Person frühzeitig über die neueintretenden Lernenden.
- Stellen Sie einen geeigneten Raum für den Empfang bereit, wenn mehrere Lernende gleichzeitig eintreten. Benützen Sie diese Gelegenheit, um Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen, weitere Vorgesetzte usw. vorzustellen.
- Orientieren Sie Ihre Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen über das Eintreffen der Lernenden.
- Bereiten Sie den zukünftigen Arbeitsplatz vor.
- Planen Sie frühzeitig Aussprachegelegenheiten. Damit erleichtern Sie den Lernenden die Möglichkeit zu fragen und schaffen sich Gelegenheit, Kenntnisse zu überprüfen und den persönlichen Kontakt zu vertiefen.
- Sorgen Sie dafür, dass die von Ihnen bestimmte Person die neuen Lernenden beim Eintreffen im Betrieb freundlich empfängt.
- Erklären Sie den Lernenden, was sie im Verlaufe ihrer Ausbildung, insbesondere während den ersten Wochen und Monaten, erwartet. Orientieren Sie auch über mögliche Probleme und Schwierigkeiten.
- Machen Sie die Lernenden darauf aufmerksam, dass die ersten Tage der Lehrzeit vielleicht schwer fallen oder merkwürdig erscheinen werden. Zeigen Sie ihnen aber auch auf, dass Sie oder der Berufsbildner/die Berufsbildnerin zu jeder Zeit zu erreichen sind.
- Stellen Sie die Lernenden jenen Mitarbeitenden vor, mit denen sie zu Beginn der Lehrzeit voraussichtlich zu tun haben werden.
- Weisen Sie die Lernenden auf arbeitsvertragliche Pflichten und Rechte hin: Arbeitszeit, Pausen, Fehlzeiten, Ferien, Feiertage, Zuspätkommen, vorzeitiges Verlassen des Arbeitsplatzes, Disziplinarreglen, Beschwerden. Erklären Sie ihnen das Zeiterfassungs-System sowie die Bestimmungen für Gleitzeit.
- Orientieren Sie die Lernenden über betriebsinterne Vorschriften (Betriebsordnung).
- Orientieren Sie über die Organisation der Firma und wer ihnen Aufträge erteilt.
- Zeigen Sie ihnen die Garderobe, die sanitären Anlagen sowie allenfalls Verpflegungsmöglichkeiten.
- Erklären Sie den Lernenden die allgemeinen Sicherheitsvorschriften.
- Informieren Sie die Lernenden über das Verhalten bei Unfällen oder beim Ausbruch von Feuer.
- Orientieren Sie die Lernenden über den Besuch der Berufsfachschule und der überbetrieblichen Kurse.
- Führen Sie die Lernenden möglichst in den ersten Tagen oder Wochen der Lehrzeit durch den Betrieb. Dabei könenn Sie über die Entwicklung, die Leistungen und die Ziele der Firma orientieren.
Weitere Informationen und Checklisten zu diesem Thema finden Sie unter:
Der erfolgreiche Lehrstart | berufsbildung.ch neues Fenster
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