Die Konkursentwicklung im Kanton St.Gallen zeigt im Jahr 2025 insgesamt eine deutliche Zunahme. Ein wesentlicher Einflussfaktor ist die Inkrafttretung der Bestimmungen des Bundesgesetzes über die Bekämpfung des missbräuchlichen Konkurses, inbesondere die Änderung von Art. 43 des Bundesgesetzes über Schuldbetreibung und Konkurs (abgekürzt SchKG; SR 281.1), wonach seit dem 1. Januar 2025 öffentlich-rechtliche Forderungen der Betreibung auf Konkurs unterliegen Das wirkt sich insbesondere auf die Entwicklung bei den Unternehmenskonkursen aus. Die nachfolgenden Auswertungen ordnen die Zahlen organisatorisch (Standorte), strukturell (Personengruppe/Eröffnungsgrund) und geografisch (Gemeinden) ein.
Konkursentwickung 2015 bis 2025
Über die letzten Jahre zeigt sich insgesamt ein ansteigender Trend, der im Jahr 2025 mit 1'278 Konkursverfahren besonders deutlich ausfällt. Verglichen mit den Vorjahren entspricht dies einer Zunahme von 33 Prozent gegenüber 2024 und 47,7 Prozent gegenüber 2023. Der Zuwachs ist dabei insbesondere auf Unternehmens- und Erbschaftskonkurse zurückzuführen, während Privatpersonen im Zeitverlauf anteilsmässig vergleichsweise stabil bleiben.
Konkurse nach Standort
Die 1'278 Konkursverfahren verteilen sich im Jahr 2025 auf die Standorte wie folgt: Hauptsitz St.Gallen 488 (38,2 %), Regionalstelle Buchs 355 (27,8 %), Regionalstelle Wil 266 (20,8 %) und Regionalstelle Rapperswil-Jona 169 (13,2 %).
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Hauptsitz St.Gallen | 488 | 389 |
| Regionalstelle Buchs | 355 | 275 |
| Regionalstelle Rapperswil-Jona | 169 | 121 |
| Regionalstelle Wil | 266 | 175 |
| Total | 1'278 | 960 |
Abgeschlossene Konkurse
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 1'194 Konkursverfahren abgeschlossen (+31,6 Prozent gegenüber 2024 mit 907). Im Jahr 2025 entfielen 66,2 Prozent auf eingestellte Verfahren, 26,4 Prozent auf summarische Verfahren und 7,5 Prozent auf Aufhebungen.
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Ordentliche Verfahren | 0 | 0 |
| Summarische Verfahren | 315 | 306 |
| Eingestellte Verfahren | 790 | 555 |
| Aufhebungen | 89 | 45 |
| Widerrufe | 0 | 0 |
| Total | 1'194 | 907 |
Gliederung nach Grund der Konkurse
Die Aufschlüsselung nach Eröffnungsgründen zeigt eine klare Dominanz der Betreibung auf Konkurs als Auslöser. Dazu hat die obengenannte Änderung von Art. 43 SchKG mit 263 Konkurseröffnungen beigetragen.
| 2025 | 2024 | |
|---|---|---|
| Konkursbetreibungen | 589 | 338 |
| Ausgeschlagene Erbschaften | 461 | 404 |
| Insolvenzerklärungen | 53 | 61 |
| Konkurseröffnung aufgrund Mängel in der Organisation | 61 | 52 |
| Nachträgliche Konkurseröffnung nach Art. 731b Abs. 4 OR | 35 | 24 |
| Bilanzdeponierungen | 49 | 51 |
| Anschlusskonkurs IPRG | 1 | 0 |
| Konkurseröffnung nach Nachlassstundung | 17 | 8 |
| Konkurseröffnung ohne vorgängige Betreibung | 9 | 13 |
| Wiedereröffnung / Wiedereintragung | 3 | 0 |
| Übrige | 0 | 9 |
| Total | 1'278 | 960 |
Der deutliche Anstieg der Konkurse konnte dank frühzeitiger Planung und Genehmigung von zusätzlichen Stellenprozente sowie einer Reorganisation des Amtes bewältigt werden. Dennoch steigen die Pendenzen pro Fachperson angesichts des raschen und seit Jahren kontinuierlichen Gesamtanstiegs weiter an.
