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Publiziert am 26.01.2026 09:00 im Bereich Allgemein
Man sieht einen Taschenrechner, Belege und eine Frauenhand, die Notizen macht.

Das Jahr 2025 verzeichnet erneut einen Rekord an Konkurseröffnungen. Insgesamt wurden im letzten Jahr 1’278 Konkurse durch die Mitarbeitenden des Konkursamtes geführt. Verglichen mit den Vorjahren entspricht dies einer Zunahme von rund einem Drittel gegenüber 2024 und knapp der Hälfte gegenüber 2023. Darüber hinaus wurden 62 Rechtshilfeverfahren durchgeführt.

Konkret wurden im letzten Jahr 318 Konkursverfahren mehr als im Vorjahr eröffnet. Davon entfallen 263 auf die Änderung von Art. 43 des Schuldbetreibungs- und Konkursgesetzes SchKG, wonach seit 1. Januar 2025 auch öffentlich-rechtliche Forderungen der Betreibung auf Konkurs unterliegen. Nach einem moderaten Beginn im April letzten Jahres stiegen die auf dieser Gesetzesänderung beruhenden Konkurseröffnungen bis Jahresende kontinuierlich und markant an, mit klarer Aufwärtstendenz.

Entwicklung nach Gründen und Schuldnergruppe

Der signifikanteste Anstieg bei den Konkurseröffnungen ist bei der Konkursbetreibung zu verzeichnen mit 589 Verfahren gegenüber 338 im Vorjahr. Einen leichten Rückgang konnten hingegen die Insolvenzerklärungen (53, zuvor 61 Verfahren) sowie die Bilanzdeponierungen (49, zuvor 51 Verfahren) aufweisen.

Im Jahr 2025 wurden 732 Konkurse über Unternehmen und letztlich 246 Verfahren, respektive rund 50 Prozent mehr als im Jahr 2024, eröffnet. Die Zahl der an die kantonale Staatsanwaltschaft gemeldeten strafrechtlich relevanten Sachverhalte stieg gegenüber dem Vorjahr um knapp 120 Prozent.

Bewältigung des Anstiegs und organisatorische Anpassungen

Der deutliche Anstieg der Konkurse konnte aufgrund frühzeitig erkannter Folgen der Gesetzesänderung und durch gezielte Massnahmen bewältigt werden. Unter anderem wurden zusätzliche 800 Stellenprozenten durch den Kantonsrat genehmigt bzw. geschaffen und der Hauptsitz neustrukturiert.

Die Reorganisation des Amtes trägt zu einer effizienteren, dienstleistungsorientierten und langfristig nachhaltigen Verfahrensführung bei. So wurden im Jahr 2025 1’194 Konkursverfahren abgeschlossen. Dies entspricht einem Anstieg von knapp einem Drittel gegenüber dem Vorjahr. Dennoch steigen die Pendenzen pro Fachperson angesichts des raschen und seit Jahren kontinuierlichen Gesamtanstiegs weiter an.

Regionale Verteilung der Konkurse

In allen Regionen des Kantons ist ein deutlicher Anstieg der Konkurseröffnungen zu verzeichnen, wobei die Gemeinden rund um den Hauptsitz in der Stadt St.Gallen mit einer Zunahme von 99 Verfahren am stärksten betroffen sind. Die fünf politischen Gemeinden mit der höchsten Anzahl Konkursverfahren sind St.Gallen (286), Wil (70), Rapperswil-Jona (52), Buchs (49) und Rorschach (47). Einzig in den Gemeinden Amden und Pfäfers sind keine Konkurseröffnungen erfolgt.

Detaillierte Kennzahlen und anschauliche Grafiken zur Konkursstatistik stehen auf der Website des Konkursamtes, www.konkurs.sg.ch neues Fenster, zur Verfügung.