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Publiziert am 02.03.2026 09:00 im Bereich Allgemein
Symbolbild einer Wiese mit Bäumen.

Bis im Jahr 2030 will der Kanton St.Gallen 10 Prozent der Waldfläche als Waldreservate sichern. Dieses Ziel hat der Kanton bereits jetzt erreicht. Ende des Jahres 2025 waren insgesamt rund 6'200 Hektaren oder 10,5 Prozent der Waldfläche unter Vertrag. Nun rückt die ausgewogene Verteilung zwischen Natur und Sonderwaldreservaten sowie deren Vernetzung in den Fokus.

Der Kanton hat das mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) vereinbarte Ziel, 10 Prozent der Waldfläche als Waldreservate zu sichern, erreicht – noch vor dem gesetzten Termin im Jahr 2030. Ende des letzten Jahres waren rund 6’200 Hektaren Waldreservate vertraglich gesichert, was 10,5 Prozent der Gesamtwaldfläche im Kanton entspricht.

Dieses Ergebnis ist ein Erfolg für den Erhalt und die Förderung der Waldbiodiversität im Kanton St.Gallen. Es ist das Resultat der guten Zusammenarbeit zwischen BAFU, Kantonsforstamt, Waldregionen, Revierförsterinnen und Revierförstern sowie den Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern. Waldreservate sind Hotspots der biologischen Vielfalt und zentrale Elemente der ökologischen Infrastruktur. Sie bieten rar gewordene Lebensräume für seltene, gefährdete und spezialisierte Arten.

Waldreservate sind das Rückgrat beim Schutz von naturnahen Wäldern und Lebensräumen. Die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer gehen mit gutem Beispiel voran.

Caroline Heiri
Kantonsoberförsterin

Mehr Vernetzung und bessere Verteilung geplant

Dass Waldreservate vertraglich gesichert werden, ist ein wichtiger Pfeiler der Biodiversitätsförderung im Wald, die wiederum eine von der Gesellschaft geforderte Waldleistung darstellt. Der Wald erbringt viele verschiedenen Leistungen für die Gesellschaft: Er bietet Schutz vor Naturgefahren, dient der Holzproduktion, der Erholung und Gesundheit und der Waldbiodiversität.

Im kantonalen Waldreservatskonzept von 2003 wurde eine gleichmässige Verteilung von Natur- und Sonderwaldreservaten von je 5 Prozent der Waldfläche definiert. Das Flächenpotenzial ist sogar deutlich grösser. Mit heute rund 3’665 Hektaren Sonderwaldreservaten und 2’533 Hektaren Naturwaldreservaten ist das angestrebte Verhältnis noch nicht erreicht. Besonders in tieferen Lagen fehlen Flächen, die spezialisierte Arten fördern und ihre Lebensräume miteinander verbinden. Aus diesem Grund wird in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt auf den Ausbau der ökologischen Vernetzung der Waldreservate sowie auf deren bessere räumliche Verteilung gelegt. Dies erfolgt in Abstimmung mit den laufenden Planungs- und Strategieprozessen.

Das sind Waldreservate

Waldreservate sind für mindestens 50 Jahre vertraglich gesicherte Waldflächen. Dabei wird zwischen zwei Reservatstypen unterschieden: Naturwaldreservate dienen dem Prozessschutz und lassen natürliche Waldentwicklungen ohne Eingriffe zu. In Sonderwaldreservaten werden hingegen gezielte Massnahmen zum Erhalt und zur Förderung seltener Arten durchgeführt, zum Beispiel für Auerhühner oder Lungenflechten. Sowohl der Prozessschutz als auch die gezielten Massnahmen helfen nachweislich der Natur. Die Waldreservate werden durch verschiedenste Massnahmen sowohl im Offenland als auch im Wald vernetzt, zum Beispiel durch Altholzinseln und Biotopbäume. Das ist wichtig für die genetische Vielfalt der Arten.

In allen Waldregionen gibt es solche Reservate – Natur-, Sonderwald- oder Komplexwaldreservate (eine Kombination aus beiden). Das grösste liegt in Amden und ist etwa 975 Hektaren gross. Dort wird besonders das Auerhuhn gefördert. Das kleinste Waldreservat ist das Komplexreservat «Asp-Turbenland» bei Rapperswil-Jona, mit rund 24 Hektaren Wald. Das Naturwaldreservat «Josenwald» in Walenstadt ist das älteste Waldreservat, unter Vertrag seit 1976.

Die Planung der Waldreservate basiert auf dem Waldreservatskonzept 2003. Dieses soll nun zusammen mit der neuen Biodiversitätsstrategie und der neuen Waldentwicklungsplanung des Kantons überarbeitet werden.

Weitere Informationen unter: Waldreservate | sg.ch neues Fenster