Längere Trockenperioden mit erheblichen Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt haben wir in den Jahren 2003, 2015, 2018 und 2022 auch in der Ostschweiz erlebt. Solche niederschlagsarmen Zeiten können gemäss Klimaprognosen in Zukunft häufiger auftreten. Diese Seite informiert über die aktuelle hydrologische Situation in den Bächen, Flüssen und im Grundwasser im Kanton St.Gallen.
Informationen zur aktuellen Lage
Allgemeine Lage (01.06.2026):
Seit Frühling 2026 herrscht schweizweit ein Niederschlagsdefizit. Im Winter 2025/2026 und Frühling 2026 fiel auch im Kanton St.Gallen zu wenig Niederschlag. In den letzten sechs Monaten fiel nur 50 bis 75% der durchschnittlichen Niederschlagssumme. Die Gewitter und Schauer der letzten Tage waren lokal begrenzt, weshalb keine merkliche Entspannung der Trockenheitssituation stattgefunden hat. Die Grundwasserstände konnten sich durch einen zweiten schneearmen Winter in Folge nicht nachhaltig auffüllen und liegen bei einem Drittel der Messstationen in einem sehr niedrigen Bereich. Die Böden sind eher trocken. Die Abflüsse liegen unter dem langjährigen Mittel, grösstenteils ebenfalls unter dem saisonalen Mittel. An 12% der Messstationen im Kanton wird bereits Niedrigwasser gemessen. Die Wassertemperaturen erreichen im Tagesverlauf für Wasserlebewesen einen kritischen Bereich.
Mögliche Entwicklung:
Ein flaches Zwischenhoch sorgt am Montag für eine vorübergehende Abtrocknung und Stabilisierung der Luft. Mit zunehmender südwestlicher Strömung gelangt am Dienstag tagsüber feuchtwarme und instabile Luft zum Alpenraum. Eine Kaltfront zieht in den Abendstunden über die Alpennordseite hinweg. Niederschläge sind zu erwarten. Dahinter folgt mit einem neuen Zwischenhoch am Mittwoch wieder kühlere und trockene Luft.
Zusammenfassung:
Im Neckertal sowie Fürstenland sind die Niederschlagsdefizite ausgeprägt. Auch in den Regionen St.Gallen-Rorschach, Untertoggenburg, Obertoggenburg, Rheintal, Werdenberg und Linthgebiet fehlt es an Niederschlag. In den Regionen Sarganserland und Seeztal ist das Defizit wegen Restschnee geringer. Die Seepegelstände bewegen sich im saisonal üblichen Schwankungsbereich, der Bodenseepegel ist tief. Die Wassertemperaturen liegen über dem saisonalen Mittel. Für den Kanton St.Gallen wird lokal eine Trockenheitslage der Stufe 2 bis Stufe 3 erreicht. Für eine Verbesserung der Lage werden langanhaltende und flächendeckende Niederschläge benötigt. Der Kanton St.Gallen appelliert an die Bevölkerung, sparsam mit Wasser umzugehen.
Die aktuellen Messwerte finden Sie unter: www.hydrodaten.sg.ch neues Fenster
Die nächste Beurteilung folgt am 08.06.2026.
Bulletin zur aktuellen Lage
Derzeit kein Bulletin
Situation der Trockenheit (Seen, Flüsse und Grundwasser)
| Region | Gefahrenstufe |
|---|---|
| St.Gallen - Rorschach | mässige Gefahr |
| Rheintal | mässige Gefahr |
| Werdenberg | mässige Gefahr |
| Sarganserland | keine oder geringe Gefahr |
| Seeztal | keine oder geringe Gefahr |
| Linthgebiet | mässige Gefahr |
| Obertoggenburg | mässige Gefahr |
| Untertoggenburg | mässige Gefahr |
| Neckertal | erhebliche Gefahr |
| Fürstenland |
erhebliche Gefahr |
Der Bund verwendet bei der Information über Naturgefahren eine fünfteilige Skala. Im Bereich der Trockenheit informiert der Kanton St.Gallen ab der Stufe 2 mit dem Bulletin. In der obigen Tabelle und Karte wird die Stufe 1 angezeigt, wenn eine aktuelle Lagebeurteilung vorliegt.
Einschränkungen Wasserbezug
Bei Trockenheit kann der Wasserbezug aus Gewässern eingeschränkt oder verboten werden. Die Bevölkerung wird über Medienmitteilungen und lokal durch die Gemeindebehörden informiert.
Trinkwasserversorgung
Die Sicherstellung der Trink-, Brauch- und Löschwasserversorgung ist eine wichtige Aufgabe, welche von den politischen Gemeinden oder - in ihrem Auftrag - von Korporationen und Ortsgemeinden wahrgenommen wird. Die Wassergewinnung basiert im Kanton St.Gallen auf lokalen Ressourcen mit lokaler Verteilung des Trinkwassers. So betreibt fast jede Gemeinde im Kanton ihr eigenes Wasserwerk. Die kleinräumige Versorgungsstruktur mit gut 130 öffentlichen Wasserversorgungen in 75 politischen Gemeinden ist historisch und topografisch begründet und hat sich bis heute erhalten und bewährt.
Aufgrund dieser Vielfalt sind generelle Aussagen zur Beurteilung der Lage der Trinkwasserversorgungen während Trockenperioden nicht flächendeckend möglich. Dennoch haben sich die Vertreter der Plattform Wasserversorgung als Ansprechpartner für die nachfolgenden Regionen zur Verfügung gestellt:
Region Zürichsee-Linth: Sekretariat, 055 224 00 40
Region Toggenburg: Sekretariat, 071 932 50 00
Region Neckertal: Vreni Wild, 079 696 64 73
Region Fürstenland: Andreas Gnos, 071 913 00 71
Region St.Gallen: Regionale Wasserversorgung St.Gallen AG neues Fenster / 071 224 59 50
Region Unteres Rheintal: Thomas Giger, 071 722 23 21
Region Werdenberg: Jürg Göldi, 081 755 44 80
Region Sarganserland: Markus Hilbi, 081 725 49 30
Für die Region Oberes Rheintal sind die nachfolgenden Gemeinden direkt zu kontaktieren:
- Marbach: Telefon 071 775 81 91
- Altstätten: Telefon 071 757 77 11
- Eichberg: Telefon 071 757 87 87
- Oberriet: Telefon 071 763 64 64
- Rüthi: Telefon 071 767 77 77
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Wie hängt die Gefahr einer Trockenheit mit der Gefahr eines Waldbrandes zusammen?
Trockenheit und Waldbrand sind zwei verschiedene Prozesse.
- Trockenheit ist ein langsamer Prozess, der sich mit der abnehmenden Feuchtigkeit im Boden und mit sinkenden Pegelständen in Oberflächengewässern und Grundwasserspiegel verschärft. Trockenheit erhöht über Wochen die Menge an Brennmaterial wie Holz, Laub oder Gras, was die Waldbrandgefahr erhöhen kann.
- Ein Waldbrand ist ein plötzlicher Prozess. Auslöser können menschliches Fehlverhalten oder Blitzeinschläge sein. Ob es zu einem Waldbrand kommt, hängt neben einer dauerhaften Trockenheit von mehreren weiteren Faktoren ab.
- Einer dieser Faktoren ist die Luftfeuchtigkeit. Ist die Luft sehr feucht, ist es auch bei grosser Trockenheit weniger wahrscheinlich, dass es zu einem Waldbrand kommt.
- Regenfälle können die Waldbrandgefahr verringern, indem sie die Luftfeuchtigkeit zeitweise erhöhen oder die obersten Bodenschichten befeuchten. Jedoch können kurze Regenfälle eine starke Trockenheit, die sich durch tiefe Grundwasserstände und tiefgründig trockene Böden auszeichnet, nicht verbessern.
- Umgekehrt können oberflächlich trockene Böden die Waldbrandgefahr erhöhen, ohne dass eine Trockenheitssituation herrscht. Dies, weil die tiefen Bodenschichten genug feucht sind
- Auch einmalige oder kurze Wetterereignisse können kurzfristig die Brandgefahr erhöhen, z.B. Wind oder direkte Sonneneinstrahlung auf Boden im Frühjahr. Dies, auch wenn keine akute Trockenheit herrscht.
Fazit: Besteht die Gefahr einer Trockenheit, heisst das nicht, dass auch die Gefahr eines Waldbrandes besteht. Andererseits kann ein Waldbrand ausbrechen, ohne dass Bund und Kantone eine Trockenheitswarnstufe ausgerufen haben.
Quelle: BAFU
Weitere Informationen und Merkblätter
- Informationsplattform zur Früherkennung von Trockenheit in der Schweiz neues Fenster
- Informationen zu Hitzewelle und Trockenheit in der Schweiz neues Fenster
- Naturgefahren - aktuelle Situation in der Schweiz neues Fenster
- Themenschwerpunkte des National Centre for Climate Services (NCCS) neues Fenster
- Hydrologischer Atlas der Schweiz neues Fenster
Noch offene Fragen?
Antonella Armirotti
Mitarbeiterin Kommunikation
Generalsekretariat
Lämmlisbrunnenstrasse 54
9001 St.Gallen
