Amt für Volksschule
Rundbrief Elternbildung
Ausgabe 1/2026
Liebe Leserinnen und Leser
Mit den ersten warmen Tagen steigt oft auch unser Energielevel: Fenster auf, raus ins Licht, einmal tief durchatmen. Der Frühling erinnert uns daran, dass ein Neubeginn manchmal ganz einfach sein kann.
Viele Eltern tragen täglich einen unsichtbaren Rucksack voller Aufgaben mit sich herum – Gedanken an Termine, Nachrichten auf dem Handy, Schulmails oder die Organisation des Familienalltags. Dieser sogenannte Mental Load wächst oft unbemerkt weiter, besonders wenn das Smartphone ständig griffbereit ist: scrollen, vergleichen, inspirieren lassen, informieren.
Der Frühling wird traditionell für den Frühjahrsputz genutzt – aber auch für Fastenkuren, mehr Bewegung oder eine bewusstere Ernährung. Vielleicht ist jetzt auch ein guter Moment für einen kleinen digitalen Frühjahrsputz respektive ein Digital Detox? Dies muss dabei kein radikaler Verzicht sein. Schon kleine Pausen können helfen: das Handy beim Abendessen bewusst weglegen, am Wochenende eine bildschirmfreie Stunde einplanen oder einen Spaziergang ohne Kopfhörer machen.
Gerade Kinder lernen viel durch Vorbilder. Wenn Erwachsene bewusst Momente ohne Bildschirm schaffen, entsteht Raum für Gespräche, für Langeweile, für neue Ideen – und manchmal einfach für gemeinsames Nichtstun.
Denn ein paar Minuten weniger Bildschirmzeit können manchmal erstaunlich viel Platz im Kopf schaffen.
Andrea Lenzin
Koordinationsstelle Elternbildung
RegioForum – Mittwoch, 29. April 2026
Die Koordinationsstelle Elternbildung lädt zum RegioForum 2026 ein – ein Elternbildungsabend, welcher im jährlichen Wechsel in einer anderen Region des Kantons St.Gallen stattfindet.
Am Mittwoch, 29. April 2026 um 19.00 Uhr referiert Filomena Sabatella zum Thema «Mental Load – der ständige Stress im Kopf» im Pfalzkeller St.Gallen. Anschliessend wird Regula Immler Riklin das Projekt «Familienzeiten» vorstellen und die musikalische Umrahmung der Talentschule Musikschule St.Gallen rundet das Programm ab. Beim Apéro besteht die Möglichkeit, sich auszutauschen oder sich an den Tischen zu Beratungs- und Familienangeboten zu informieren. Der Anlass ist kostenlos.
Filomena Sabatella ist mit demselben Thema nochmals zu hören am Mittwoch, 21. Oktober 2026 um 19.00 Uhr in der Aula der Kantonsschule Sargans.
Ideenbörse – Mittwoch, 27. Mai 2026
Suchen Sie einen Referenten, eine Referentin für Ihren nächsten Elternbildungsanlass oder für einen Elternabend?
Die Ideenbörse 2026 präsentiert Ihnen 6 Referierende und ihre Angebote.
Sie findet am Mittwoch, 27. Mai 2026, 18.30 Uhr online via Teams statt.
Kalender-Eintrag
St.Galler Forum – Samstag, 14. November 2026
Reservieren Sie sich bereits jetzt das Datum des nächsten St.Galler Forums. Das St.Galler Forum ist eine Weiterbildungstagung für Eltern, Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen und weitere Interessierte. Dieses Jahr feiern wir am Samstag, 14. November 2026, 9.30 bis 16.00 Uhr im Fürstenlandsaal in Gossau die 30. Ausgabe. Das Tagungsthema ist «Was sind die (grössten) Herausforderungen heutiger Eltern». Anmeldungen sind ab 1. Juni 2026 unter Elternbildung | sg.ch neues Fenster möglich.
Schweizer Vätertag – Sonntag, 7. Juni 2026
Unter dem Motto «Aus 365 Gründen» bringt der Schweizer Vätertag jeweils am ersten Sonntag im Juni frisch und lebendig Wertschätzung für alltagnahes, väterliches Engagement zum Ausdruck. Er motiviert zur Auseinandersetzung mit moderner Väterlichkeit und den Herausforderungen rund um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Anregungen zur Gestaltung des Vätertages und Informationen finden Sie unter www.vaetertag.ch neues Fenster.
Wir freuen uns, wenn Sie uns an elternbildung@sg.ch schreiben und von Ihrer Aktion berichten. Im nächsten Rundbrief veröffentlichen wir gerne eine Auswahl an Ideen.
Vätergeschichten
Seit 2012 existiert das Projekt Vätergeschichten – entwickelt im Auftrag von FamOS (Familienostschweiz, ein Verbund von Ostschweizer Fachstellen und Institutionen die sich mit Familienfragen beschäftigen).
Männer, Frauen und Kinder erzählen in öffentlichen Schreibstuben oder an Veranstaltungen von ihren Erinnerungen an ihre Väter, Grossväter oder an ihr Vatersein. Mit dem Vätergeschichten – Abo erhalten Sie einmal monatlich per E-Mail eine neue Erzählung – aus dem Geschichtenarchiv. Zudem finden sporadisch öffentliche Lesungen statt, bei denen ausgewählte Geschichten live gelesen und geteilt werden.
Kirche Kunterbunt
Am Samstag, 13. Juni 2026 von 9.30 bis 15.00 Uhr findet das Familienfest «Kirche Kunterbunt» statt. Die katholische und evangelische Kirche lädt alle Familien zu einem grossen Fest ein. Im Stiftsbezirk St.Gallen geht es kunterbunt zu und her. Es wird gebastelt, experimentiert, gespielt, gefeiert und gegessen. Der Anlass ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht nötig. Das Fest ist familienfreundlich, unkompliziert und niederschwellig.
Portal «Kindergesundheit»
Fundierte Inhalte zur kindlichen Ernährung
Auf der Website kindergesundheit-info.de finden sich umfangreiche Informationen und Materialien zur kindlichen Ernährung: von Stillen und Beikost über ausgewogene Ernährung bis zu Essverhalten im Familienalltag. Das Portal des deutschen Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit bietet fundierte Informationen und praxisnahe Inhalte, die sich gut in der Elternbildungsarbeit einsetzen lassen.
Der toxische Sog der Manosphere
Die «Manosphere» ist ein Netzwerk von Online-Gemeinschaften mit frauenfeindlichen, antidemokratischen und extrem polarisierenden Männlichkeitsbildern. Diesem geht ein SRF-Dok nach und simuliert dabei, wie schnell Jugendliche problematische Inhalte auf Social Media angezeigt bekommen, insbesondere auf TikTok.
Das Wissen um algorithmische Verstärkungsmechanismen ermöglicht es, Eltern für die Dynamik von Plattformen zu sensibilisieren: wie schnell sich Inhalte verschieben, wie Filterblasen entstehen und warum Jugendliche in kurzer Zeit in radikale Denkmuster geraten können.
Kinderbericht. «Was Wohlbefinden für euch bedeutet» Studie zum Wohlbefinden von Kindern in der deutschsprachigen Schweiz
Eine neue Studie des Instituts für Erziehungswissenschaften der Universität Zürich lässt Kinder zwischen 8 und 14 Jahren zu Wort kommen: Sie beschreiben, was ihnen wichtig ist, um sich wohlzufühlen – von Familie und Freundschaft über Schule, Hobbys und Natur bis zu Zukunftswünschen. Die Studie rückt die subjektive Perspektive von Kindern ins Zentrum.
Online-Tool «Cash or Crash» zeigt finanzielle Folgen von Erwerbs- und Familienmodellen
Das digitale Tool «Cash or Crash» von Alliance F macht sichtbar, wie sich Lebensentscheidungen auf Einkommen und Vorsorge auswirken.
Mit «Cash or Crash» können Nutzerinnen und Nutzer zentrale Lebensentscheidungen wie Teilzeitarbeit, Kinderbetreuung oder Heirat simulieren und deren langfristige finanzielle Folgen berechnen. Das Tool richtet sich insbesondere an jüngere Erwachsene und Familien in der Erwerbsphase.
Studien zeigen, dass bereits grundlegendes Wissen über Vorsorge messbare Effekte hat: Personen mit wenig Vorwissen passen ihr Erwerbsverhalten häufiger an und erhöhen ihr Arbeitspensum. Eine Pensumserhöhung kann langfristig zu deutlich höheren Einkommen und Vorsorgeleistungen führen.
Das niederschwellige Online-Angebot wird durch Workshops und Sensibilisierungsmassnahmen ergänzt und soll künftig weiter ausgebaut werden.
Reiseziel Museum – Erlebe den Sommer im Museum
Am 5. Juli, 2. August und 6. September 2026 verwandeln sich der Kanton St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Vorarlberg und Liechtenstein in ein lebendiges Kulturziel: Die beliebte Veranstaltung «Reiseziel Museum» lädt Familien zu einer spannenden Entdeckungsreise durch mehr als 55 Museen ein.
An diesen besonderen Sonntagen bieten die teilnehmenden Museen ein abwechslungsreiches Programm speziell für Kinder und deren Familien, das sowohl lehrreich als auch unterhaltsam ist. Alleine aus dem Kanton St. Gallen sind 19 Museen vertreten.
Familienfreundlicher Museumsbesuch
Die Aktion ermöglicht es, bei einem Eintrittspreis von nur 1 CHF pro Person und Museum in zahlreiche Museen einzutauchen. Als zusätzliches Highlight können Besucherinnen und Besucher aus dem entsprechenden Einzugsgebiet mit dem «Online-Gratis Ticket» kostenfrei mit Bus und Bahn durch die gesamte Reiseziel-Region fahren und so bequem die teilnehmenden Museen besuchen.
Vielfältige Angebote für alle Sinne
Ziel der Aktion ist es, dass Kinder als kleine Reiseleiterinnen oder Reiseleiter mit ihrer Familie eine Erkundungstour durch die Museen unternehmen und miteinander eine gute Zeit verbringen. Neben den klassischen Museumsführungen und Ausstellungen erwartet Groß und Klein ein vielfältiges Familienprogramm. Die Kinder können in speziellen Workshops kreativ werden, interaktive Stationen entdecken und spannende Aufgaben lösen. Ob Kunst, Geschichte, Natur oder Technik – bei «Reiseziel Museum» erleben Familien die Faszination der unterschiedlichen Sammlungen auf spielerische Weise.
Ein weiteres Highlight: Alle Reiseleiterinnen und Reiseleiter erhalten beim ersten Besuch einen exklusiven Stoffbeutel, der sie nicht nur bei ihrem Besuch begleitet, sondern auch als praktisches Andenken dient.
Kontakt unter: reiseziel@musa-sg.ch
Termine
Sonntag, 5. Juli, 2. August und 6. September 2026
Jeweils von 10 bis 17 Uhr
In Begleitung von Kindern bis 18 Jahren
- Du schaffst das, Merle!, Stefanie Rietzler, Fabian Grolimund, 2026, Hogrefe
- Was Familie leichter macht. Entlastende Impulse für einen bindungsstarken Alltag, Nora Imlau, 2025, Beltz
- Die Frau fürs Leben ist nicht Mädchen für alles: Was Eltern gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen, Laura Fröhlich, 2020, Kösel
- Freier Kopf statt Mental Load. In drei einfachen Schritten den unsichtbaren Ballast loswerden., Sara Pierbattisti-Spira, Katharina Wick, 2025, Stiftung Warentest
Herr Gabathuler in Ihrer Rolle als Stadtrat für Bildung und Freizeit kommen Sie bestimmt auch mit Eltern in Kontakt – sei es über Schulen, Betreuung oder Freizeitangebote. In welchen Situationen begegnen Ihnen die Herausforderungen von Eltern im Alltag besonders deutlich und wo sehen Sie die grössten Hebel, um Eltern im Alltag zu entlasten?
Ich muss gestehen, dass ich in meiner Funktion als Stadtrat wenig direkten Kontakt zu Eltern habe. Meine Aufgabe ist es, die grossen Leitlinien für die Elternschaft bzw. der Anspruchsgruppen aus politischer Sicht festzulegen. Das war als ehemaliger Lehrer und danach als Kantonsschulrektor anders.
Aber «Hebel» oder Haltungen zur Entlastung von Eltern kenne ich aus beruflicher und privater Erfahrung auf jeden Fall.
Meine Frau und ich durften in Bezug auf unsere drei Kinder happige Lernstufen erklimmen. Am besten ging es, wenn wir das Ganze mit einer seriösen Leichtigkeit angehen konnten, also nicht alles mit einer stieren Ernsthaftigkeit und dennoch die Kinder im gewissen Sinne ernst, also in ihrem Alter für «voll» nehmen. In der «Hitze des Gefechts» gelingt das selbstverständlich nicht immer, doch ein Schritt zurück machen, die Situation aus Distanz betrachten und auch immer wieder der Situation mit einem Lachen begegnen, sind Balsam.
Ich bin insgesamt überzeugt, dass wir niemandem etwas Gutes tun, wenn wir Perfektion anstreben, weder im privaten noch im beruflichen Bereich. Wenn wir trotz aller Herausforderungen neugierig bleiben können, erhalten wir genug Energie und Lebenskraft zurück. Unsere Kinder sind dazu der geeignetste Nährboden und sowieso das Beste, was Eltern widerfahren kann.
Das Thema des RegioForums 2026 im Pfalzkeller in St.Gallen ist «Mental Load». Kennen Sie dieses Thema aus Ihrem Familienalltag auch und wie gehen oder gingen Sie damit um?
Den Begriff kannte ich nicht, die Situation jedoch umso mehr. Unsere drei Kinder sind erwachsen. Wenn ich zurückdenke, wie meine Frau und ich alles geschafft haben, staune ich im Nachhinein. Meine Frau und ich waren stets voll berufstätig, sie als selbständige Unternehmerin und ich als Kantonsschullehrer; nach unserer Tochter kamen drei Jahre danach Buben als Zwillinge zur Welt. Wir hatten stets ein Au-pair zur Unterstützung, sonst hätte unser System nicht funktioniert.
Die ersten zweieinhalb Jahre zu fünft waren höchst anspruchsvoll, aber auf der anderen Seite auch total freudvoll und energiespendend. Wir wussten, dass wir nur beschränkt Einfluss ausüben würden, eher im Dauerlauf das geniessen, was möglich war, und uns als Paar jede Woche am Donnerstagabend einen gemeinsamen Abend gönnten, der uns Übermüdete forderte, aber unserer Paarbeziehung Stabilität gewährte.
Die vielen Gespräche halfen uns, die total herausfordernden Alltagssituationen mit unseren Kindern einordnen zu können, und gaben uns das Bewusstsein, dass wir Vertrauen in unsere Familie haben konnten. So im Sinne von: «Das kommt gut!» Das erfolgt nicht von ungefähr und ist auch nicht einfach gesichert – ich weiss das. Aber der Einsatz lohnt sich!
Was ist aus Ihrer Sicht eine zentrale Botschaft an Mütter und Väter der Zukunft?
Liebe Eltern, vertrauen Sie auf die Stärke Ihrer Kinder. Diese ist in jedem Kind angelegt. Die Kunst für uns Eltern besteht darin, diese zu entdecken und den Raum für die nötige Entfaltung zu geben. Das braucht das Vertrauen durch uns Eltern und auch ganz schön viel Mut!
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|---|---|
| Mi, 29. April 2026, 19.00 Uhr | RegioForum, St.Gallen |
| Mi, 27. Mai 2026, 18.30 Uhr | Ideenbörse, online |
| Ende August 2026 | Versand Rundbrief Elternbildung |
| Mi, 21. Oktober 2026, 19.00 Uhr | RegioForum, Sargans |
| Sa, 14. November 2026, 9.30 Uhr | St.Galler Forum, Gossau |
| Mitte Dezember 2026 | Versand Rundbrief Elternbildung |
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