Newsletter für Personen aus der Ukraine im Kanton St.Gallen
9-22. Dezember 2022
Schweizer Medien und Weihnachtsmärkte
Grüezi mitenand! Dies ist unser vorletzter Newsletter, welcher noch bis Ende 2022 laufen wird. Diesmal blicken wir auf die Schweizer Medien: Welches sind die bekanntesten TV-Sender, Radiosender, Zeitungen und digitalen Nachrichtenquellen? Ein Blick in diese Medien hilft Ihnen nicht nur, über die neuesten Ereignisse auf dem Laufenden zu bleiben, sondern ist auch nützlich, um Ihr Deutsch zu üben.
In den letzten 9 Monaten war der Krieg in der Ukraine allgegenwärtig in den lokalen Publikationen und Fernsehnachrichten. Deshalb haben wir speziell für unsere Abonnentinnen und Abonnenten ein Interview mit der Journalistin des öffentlich-rechtlichen Senders SRF, Luzia Tschirky, geführt. Sie sprach mit uns darüber, was sie über die Ukraine sowie die Ukrainerinnen und Ukrainer gelernt hat, welche Erfahrungen sie bei der Arbeit unter Kriegsbedingungen gemacht hat und inwieweit das Thema Ukraine in den lokalen Medien behandelt wird.
Da die Adventszeit begonnen hat, teilen wir Ihnen mit, in welchen Städten unseres Kantons Weihnachtsmärkte betrieben werden. Schliesslich lernen Sie nützliche Sätze auf Schweizerdeutsch für die Weihnachtszeit.
Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!
Mit freundlichen Grüssen,
Alina Mosendz-Manser
Besitzer ukrainischer Autos müssen ab 2023 für Autobahngebühren zahlen
Die temporäre Befreiung von der Autobahnvignettenpflicht für sämtliche Fahrzeuge, die ukrainische Flüchtlinge oder Hilfsgüter für die Ukraine transportieren, wurde per 30. November 2022 aufgehoben.. Die Kosten betragen 40 CHF. Eine Vignette ist für die Benutzung derAutobahn obligatorisch. Sie wird an der Windschutzscheibe angebracht. Ein Verstoss kann mit einer Busse von 200 CHF bestraft werden. Die Vignette 2023 gilt vom 1. Dezember 2022 bis 31. Januar 2024. Sie können eine Vignette an Tankstellen und Kiosken kaufen. Mehr Informationen darüber, wo und wie Sie eine Vignette kaufen können, finden Sie hier neues Fenster.
Luzia Tschirky: «Es gibt sehr viele Orte in der Ukraine, an welche ich gerne zurückkehren würde, unabhängig davon, ob Frieden oder Krieg herrscht.»
Die SRF-Journalistin Luzia Tschirky informiert die Schweizerinnen und Schweizerals Auslandskorrespondentin über den russischen Krieg in der Ukraine. Am 24. Februar 2022 berichtete Luzia Nachrichten direkt aus Kyjiw. 2021 zeichnete das Fachblatt «Schweizer Journalist» Luzia Tschirky als Journalistin des Jahres aus. Und 2022 erhielt sie den Radio- und Fernsehpreis der SRG Ostschweiz «für ihre unermüdliche Arbeit im und für den Journalismus». In einem exklusiven Interview erzählte uns Luzia Tschirky von ihrer Arbeit in der Ukraine, den Herausforderungen als Kriegsreporterin und ihrer Meinung zu Präsident Selenskyj.
- Wann hatten Sie Ihren ersten Einsatz aus der Ukraine? Welche Regionen oder Städte in der Ukraine haben Sie seit dieser Zeit bereits besucht?
- Zum ersten Mal in der Ukraine war ich im Herbst 2013 an einer Konferenz für Journalistinnen und Journalisten. Diese Konferenz fand in der westukrainischen Stadt Lwiw statt. Wenige Monate später, im Januar 2014, war ich für verschiedene Schweizer Medien auf dem Maidan und habe über die Revolution der Würde berichtet. In der Zwischenzeit habe ich unter anderen die Städte Odesa, Kyjiw, Mariupol, Kramatorsk, Charkiw, Tschernihiw, Kowel, Uman und Winnyzja besucht.
- Gibt es einen Ort in der Ukraine, an den Sie gerne zurückkehren würden, sobald Frieden herrscht?
- Es gibt sehr viele Orte in der Ukraine, an welche ich gerne zurückkehren würde, unabhängig davon, ob Frieden oder Krieg herrscht. Wenn wieder Frieden herrscht, würde ich sehr gerne nach Odesa, da es dann hoffentlich wieder eine Möglichkeit geben wird, auf dem Meer Boot zu fahren. Zurzeit ist das Wasser für die zivile Bootsfahrt gesperrt.
- Was haben Sie Neues über die Ukraine sowie die Ukrainerinnen und Ukrainer gelernt, seit Sie direkt vom Krieg berichten?
- Ich habe über die Ukraine neu gelernt, dass Präsident Selenskyj sich in der schwierigsten Situation des Landes seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges behaupten konnte. Ich kann mich noch erinnern, wie wir über den Wahlkampf im Jahr 2019 berichtet haben. Damals habe ich auch innerhalb der Ukraine viele sehr zweifelnde Stimmen gehört, die zwar in Selenskyj ein neues Gesicht sahen, sich jedoch unsicher waren, was seine politische Durchsetzungskraft betrifft. Er hatte vor der Wahl zum Präsidenten kein politisches Amt inne und dementsprechend war wenig über seinen politischen Führungsstil bekannt. Ich denke, in den vergangenen Monaten hat Wolodymyr Selenskyj mehr als deutlich bewiesen, dass er das Land selbst in der schlimmsten Katastrophe gut führen kann.
- Was war inhaltlich das Schwierigste, das Sie den Schweizerinnen und Schweizern zum Krieg in der Ukraine vermitteln sollten? Was auf persönlicher Ebene?
- Die Lebensrealität der Menschen in der Schweiz unterscheidet sich sehr stark von der Lebensrealität der Menschen in der Ukraine. Ich denke, es ist grundsätzlich eine grosse Herausforderung, das Leben der Menschen in der Ukraine den Menschen hier näher zu bringen. Für viele Schweizerinnen und Schweizer ist es sehr schwer vorstellbar, wie stark der Krieg das Leben der Menschen einerseits auf den Kopf gestellt hat und wie viele Ukrainerinnen und Ukrainer dennoch versuchen, ihr Leben wie bisher weiterzuführen. Wenn die Menschen hören, dass in einem Land Krieg herrscht, stellen sie sich vor, dass das Leben komplett zum Stillstand kommt. Doch meine Erfahrung ist, dass gerade in einer solchen Krise ein möglichst strukturierter Alltag den Menschen Halt gibt. Deswegen gehen die Menschen in der Ukraine, sofern sie es sich leisten können, dennoch auch während den Kriegsmonaten ins Café, Restaurant oder ins Theater.
- Wie stark beschäftigen sich Ihrer Meinung nach die Schweizer Medien mit osteuropäischen Themen im Allgemeinen und dem Krieg in der Ukraine im Besonderen?
- Meine persönliche Erfahrung ist, dass sich die Menschen viel stärker mit der Ukraine beschäftigen als noch vor wenigen Jahren. Meine Erfahrungen 2013 und 2014 waren noch so, dass ich sehr vielen Bekannten und Freunden erklären musste, wohin ich denn jetzt eigentlich genau gefahren bin. Für viele war damals die Ukraine ein weisser Fleck auf der Karte - trotz der Fussball-Europameisterschaft 2012. Die Staaten, welche Teil der Europäischen Union sind, wie etwa Polen oder Tschechien, kennen doch auch viele Menschen in der Schweiz von eigenen Reisen. Ausserhalb des Schengenraumes ändert sich dies doch eher schnell wieder. Ich denke dabei an Staaten wie Belarus. Dieses Land kannten vor 2020 wirklich auch sehr viele Menschen in meinem eigenen Umfeld nicht. Dies hat sich mit den nachweislich gefälschten Präsidentschaftswahlen im August 2020 verändert. Dass die Ukraine und auch Belarus weiterhin so präsent bleiben, ist meiner Einschätzung nach auch eine Hauptaufgabe von uns Journalistinnen und Journalisten.
- Gab es Situationen, in welchen Sie Angst verspürten? Wenn ja, wann war das?
- Es gab durchaus Situationen, welche sich im Nachhinein als riskanter herausgestellt haben, als ich zuerst vermutet hatte. Beispielsweise die Fahrt aus der Hauptstadt Kyjiw am 24. Februar. Ich bin am Vormittag des 24. Februars aus Kyjiw am Flughafen Hostomel vorbei- und anschliessend durch die Vorstädte Irpin, Butscha und Borodianka gefahren. Zu einem Zeitpunkt, als sich bereits russische Sondereinheiten am Flughafen Hostomel befunden haben. Wirklich Angst habe ich in diesem Moment nicht verspürt, aber ich habe bestimmt grossen Respekt vor der Lage insgesamt und auch meiner eigenen Einschätzung des Risikos, mit welcher ich immer daneben liegen kann.
Leitmedien in der Schweiz
Öffentlich-rechtlicher Sender SRG
Der grösste Verband öffentlich-rechtlicher Medien in der Schweiz ist die SRG neues Fenster. Seine Medieninstitutionen informieren in vier Sprachen: Deutsch (SRF neues Fenster), Französisch (RTS), Italienisch (RSI) und Rätoromanisch (RTR). Zum Verein gehört auch die Nachrichtenquelle Swissinfo.ch neues Fenster, die in zehn verschiedenen Sprachen über das Leben in der Schweiz informiert. Auch die im Newsletter bereits erwähnte Streaming-Plattform «Play Suisse» neues Fenster gehört zur SRG. Der öffentlich-rechtliche Sender SRG neues Fenster ist nicht nur im Fernsehen und bei einigen Radiosendern präsent, sondern auch in Smartphone-Applikationen und sozialen Netzwerken. Da es sich um einen öffentlich-rechtlichen Sender handelt, zahlen alle Haushalte in der Schweiz einen obligatorischen Jahresbeitrag.
Die grössten Mediengruppen der Schweiz
Daneben gibt es in der Schweiz mehrere grosse private Mediengruppen: «CH Media neues Fenster», «TX neues Fenster», «NZZ Gruppe neues Fenster» sowie Ringier. Jedes von ihnen umfasst verschiedene Medienprojekte. Zum Ostschweizer Medienkonzern «CH Media neues Fenster» gehören beispielsweise die bekannte Regionalzeitung St.Galler Tagblatt neues Fenster sowie der Ostschweizer Fernsehsender TVO neues Fenster. Zur TX-Mediengruppe gehört die Gratiszeitung «20 Minuten neues Fenster», die Sie wahrscheinlich schon in den öffentlichen Verkehrsmitteln gesehen haben. Zudem gibt die TX-Gruppe die nationale Zeitung «Tages-Anzeiger neues Fenster» heraus. Der Name NZZ Gruppe leitet sich vom Namen der Zeitung «Neue Zürcher Zeitung neues Fenster» ab, die seit 1780 gedruckt wird und deren Archiv digitalisiert und online verfügbar ist. Die Zeitung «NZZ neues Fenster» erscheint weiterhin in Print und Online. Die Ringier-Gruppe neues Fenster bringt den «Beobachter neues Fenster» und den «Blick neues Fenster» heraus, die bekanntestes Boulevard-Zeitung der Schweiz. Mit der Ankunft ukrainischer Flüchtlinge in der Schweiz lancierte der Blick ein ukrainischsprachiges Projekt – einen Videoblog, in dem die Ukrainerin Olga Petriv die Schweiz erklärt neues Fenster. Das digitale Magazin «Republik neues Fenster» bietet analytische Artikel zu den Themen Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Tägliche Nachrichten aus der Schweiz und aus dem Ausland bietet auch die Website Watson.ch neues Fenster in einer recht einfachen Sprache.
Lokale Medien des Kantons St.Gallen
Neben der bereits erwähnten Tageszeitung «Tagblatt neues Fenster» und dem Fernsehsender TVO neues Fenster, können Sie in der Ostschweiz zahlreiche Radiosender hören neues Fenster oder die «St.Galler Nachrichten neues Fenster» lesen. Für diejenigen, die in der Region Rheintal wohnen, ist vielleicht die Lokalzeitung «Der Rheintaler neues Fenster» interessant. Die Nachrichtenquelle «Wiler Nachrichten neues Fenster» informiert über Ereignisse und Veranstaltungen in der Stadt Wil und Umgebung. Bei der Region um Sargans macht das der «Sarganserländer neues Fenster»; In der Linth-Region um Rapperswil-Jona versorgen die «Linth-Zeitung neues Fenster» und die «Obersee Nachrichten neues Fenster» die Bevölkerung mit den neuesten Nachrichten.
«Deutsche Welle» für Deutschlernende
Neben Schweizer Medien empfehlen wir auch die deutsche Publikation «Deutsche Welle». Dort finden Sie eine eigene Rubrik «Deutsch lernen neues Fenster». Dort finden Sie Neuigkeiten mit Angaben zum Schwierigkeitsgrad. Sie können also Nachrichten entsprechend Ihrer Sprachkenntnisse (B1, B2, C1 etc.) konsumieren. Es besteht die Möglichkeit, die Nachrichten zu lesen oder sich anzuhören. Sie können sich ausserdem durch ein Glossar mit den verwendeten Begriffen vertraut zu machen. Zum Schluss haben Sie die Möglichkeit in einem Test zu überprüfen, ob Sie den Kern des Artikels richtig verstanden haben. Ausserdem können Sie sich bei der «DW» für eine einfacheres Verständnis Nachrichten langsam vorlesen lassen. Die Seite bietet auch Lernvideos zum Deutschlernen auf verschiedenen Niveaus an.
Weihnachtsmärkte unseres Kantons
In der Adventszeit finden in vielen Städten Weihnachtsmärkte statt. Hier können Sie an den verschiedensten Ständen lokale Produkte kaufen, oder sich z.B. mit Glühwein und Bratwürsten verpflegen. Jede Gemeinde informiert die Bürgerinnen und Bürger über Datum und Ort des Weihnachtsmarktes. Normalerweise finden die Weihnachtsmärkte Samstag vor Weihnachten statt.
St.Gallen
Der St.Galler Weihnachtsmarkt findet dieses Jahr vom 24. November bis 24. Dezember 2022 rund um das Waaghaus, Bohl und der Marktgasse statt. Die Öffnungszeiten der Warenstände sind folgende:
- Mo ‒ Fr 11:00 – 19:00
- Sa 11:00 – 18:00
- So 11:00 – 18:00
Die Öffnungszeiten der Verpflegungsstände sind folgende:
- Mo ‒ Mi und Fr 11:00 – 20:30
- Do 11:00 – 22:00
- Sa 11:00 – 19:30
- So 11:00 – 19:00
Am 24. Dezember 2022 ist der Markt von 10:00 bis 16.00 Uhr geöffnet.
Kinderbetreuung: Jeden Mittwoch und Samstagnachmittag sind im Waaghaus von 13.30 bis 17 Uhr alle Kinder ab drei Jahren herzlich willkommen zum Basteln, Malen und Weihnachtsgeschichten hören.
Rorschach
In Rorschach geniessen Sie die besinnlichen Momente im Advent auf dem Lindenplatz. Ab dem 1. Dezember bis zum 23. Dezember wird jeden Abend ab 18.30 Uhr ein Fenster des Adventskalenders geöffnet mit Musik, Kurzgeschichten, Gedichten oder Gesang. Glühmost oder Apfelmost sind inklusive.
Rapperswil-Jona
In Rapperswil-Jona findet der Christkindlimarkt jeweils von Donnerstag bis Sonntag statt vom 1. bis zum 18. Dezember. Die Öffnungszeiten des Weihnachtsmarkts sind folgende:
- Do (1., 8., 15. Dezember) 14:00-20:00
- Fr (2., 9., 16. Dezember) 14:00-21:30
- Sa (3., 10., 17. Dezember) 11:00 00-21:30
- So (4., 11., 18. Dezember) 11:00-20:00
Der grosse Christkindlimärt mit über 200 Marktständen findet vom 8. bis 11. Dezember statt.
Wie gratuliert man Weihnachten auf Schweizerdeutsch?
Weihnachten steht vor der Tür. Daher finden Sie vielleicht einige Ausdrücke, die in der Schweiz verwendet werden, nützlich:
Frohi Wiehnacht - Frohe Weihnachten (Beachten Sie, dass es in der Schweiz nicht Weihnachten, sondern Wiehnacht ausgesprochen wird).
Frohi Festtäg, Schöni Festtäg - Frohe Festtage.
Wenn Sie wissen, dass Sie die Person bis nach Neujahr nicht sehen werden, können Sie folgende Ausdrücke verwenden:
Frohi Wiehnacht und e guets Neus - Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr.
Frohi/Schöni Wiehnacht und en guete Rutsch/e guets Neus - Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch (ins neue Jahr).