Newsletter für Personen aus der Ukraine im Kanton St.Gallen
11-24. November 2022
Verlängerung Schutzstatus S und Fussball-WM 2022
Grüezi mitenand! Das Hauptereignis dieser Woche für Personen aus der Ukraine ist die offizielle Verlängerung des Schutzstatus S um ein Jahr bis März 2024.
In dieser Ausgabe werden wir zudem das Sportthema fortsetzen. Dieses Mal aber die Erfolge der Schweiz im Weltsport. Sie erfahren u.a., in welchen olympischen Sportarten die Schweizer zur Weltspitze gehören und warum die Walliser die nächsten Olympischen Winterspiele nicht ausrichten wollen.
Die Schweizer Fussballnationalmannschaft spielt an der WM in Katar, welche am 20. November beginnt. In diesem Newsletter erfahren Sie, wo Sie sich die Spiele ansehen können.
Dieses Jahr gibt es in der Schweiz viele kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen mit Bezug zur Ukraine. So finden Sie weiter unten Einladungen zu einer Kunstausstellung in Rapperswil-Jona und einem Gedenkkonzert zum Holodomor in Bern.
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Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!
Mit freundlichen Grüssen, Alina Mosendz-Manser
Schutzstatus S bleibt bis März 2024
Eine nachhaltige Stabilisierung der Lage in der Ukraine ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Der Schutzstatus S für Schutzsuchende aus der Ukraine bleibt deshalb bis zum 4. März 2024 bestehen, sofern sich die Lage in der Ukraine bis dahin nicht grundlegend ändert. Das hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom 9. November 2022 entschieden. Damit werden die Unterstützungsmassnahmen für Personen mit Schutzstatus S um ein Jahr verlängert.
Mit dieser Verlängerungschafft der Bundesrat Klarheit für die Schutzsuchenden, die Kantone, Gemeinden und die Arbeitgeber. Anders als der Schutzstatus bleiben die Ausweise der Schutzsuchenden mit dem Status S für ein Jahr befristet. Der Bundesrat fordert die Kantone daher auf, diese nach deren Ablauf um ein Jahr zu verlängern. In gleicher Weise werden die finanziellen Unterstützungsmassnahmen bis zum 4. März 2024 fortgesetzt. Der Bund beteiligt sich mit 3000 Franken pro Person und Jahr an diesen Massnahmen, wobei der Beitrag gestaffelt an die Kantone ausbezahlt wird. Dieser zusätzliche Beitrag dient insbesondere der Förderung des Spracherwerbs, damit die Schutzsuchenden rasch eine Arbeit aufnehmen und am sozialen Leben teilnehmen können.
Seit Beginn des Schutzstatus S haben mehr als 67 000 Personen aus der Ukraine Schutz in der Schweiz erhalten. Der Schutzstatus S gilt, bis der Bundesrat ihn wieder aufhebt. Voraussetzung für die Aufhebung ist eine nachhaltige Stabilisierung der Lage in der Ukraine. Das bedeutet, dass keine schwere allgemeine Gefährdung mehr besteht. Der Status S wurde rückkehrorientiert konzipiert. Auch wenn die Voraussetzungen für eine Aufhebung auf absehbare Zeit nicht erfüllt sind, erarbeitet das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) zusammen mit den Kantonen und Gemeinden die Grundlagen für eine rasche Umsetzung einer Aufhebung des Status S.
Trotz des andauernden Krieges kehren geflüchtete und vertriebene Ukrainerinnen und Ukrainer bereits heute individuell an ihre Wohnorte zurück. Bis Ende Oktober 2022 haben 6 394 Personen die Schweiz definitiv verlassen, davon 1 916 mit Rückkehrunterstützung.
Ukrainische Kunstausstellung in Rapperswil-Jona
Im Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona wurde die Ausstellung «Landschaft und Poesie in zeitgenössischer ukrainischer Kunst» eröffnet. Sie dauert bis 20. November und zeigt einen grossen Überblick ukrainischer Kunst von den 1960er Jahren bis heute. Vor Kriegsausbruch konzipiert erhalten die Werke von 42 Kunstschaffenden, welche die stark wechselhafte Geschichte der Ukrainischen Landschaft und Topografie vergegenwärtigen, aktuell neue Bedeutung und Gewicht. Im Kunstzentrum Silkeborg Bad in Dänemark realisiert, konnte die Ausstellung nach ihrem Abbau wegen des Kriegs nicht in die Ukraine zurück. «Heimatlos» geworden ist sie nun auf Tournee, aktuell im Kunst(Zeug)Haus Rapperswil-Jona. Das Programm umfasst zahlreiche kulturelle und literarische Veranstaltungen, offene Ateliers für Kinder und Exkursionen.
Alle Anlässe sind mit dem Eintritt in die Ausstellung kostenlos (ausser der Lesung am 20. November) und es ist keine Anmeldung erforderlich. Freier Eintritt für Personen mit Status N, F, B und S.
Premiere in der Schweiz: «Mutter der Apostel»
Das ukrainische Kriegsdrama «Mutter der Apostel» aus dem Jahr 2020 (Regie: Zaza Buadze) geht in der Schweiz auf Tournee. Der Film basiert auf den realen Ereignissen aus dem Krieg von 2014. Er erzählt die Geschichte einer Mutter, die ihren Sohn sucht, welcher über dem besetzten Gebiet als Pilot abgeschossen wurde.
In Bern wird der Film am Samstag, 12. November, um 15 Uhr in der Cinématte gezeigt. Der Eintritt ist frei, aber Sie müssen einen Platz reservieren: Cinématte Restaurant Bar Kino - MOTHER OF APOSTLES (cinematte.ch) neues Fenster
In Zürich findet die Vorführung von «Mutter der Apostel» am Sonntag, 13. November, um 15:00 Uhr im Kulturpark statt. Für die Teilnahme ist eine Voranmeldung erforderlich: Mutter des Apostels - 22-11-13 | Kulturpark neues Fenster.
Holodomor Memorial Konzert
Der Ukrainische Verein Schweiz veranstaltet ein Konzert zum Gedenken an den 90. Jahrestag des Holodomor in der Ukraine. Die Veranstaltung wird von der Botschaft der Ukraine in der Schweiz unterstützt und findet am 25. November um 19.30 Uhr im Yehudi Menuhin Forum am Helvetiaplatz 6 in Bern statt.
Fussball-WM 2022: Jubeln für die Schweiz
Die Fussball-Weltmeisterschaft beginnt am 20. November in Katar. Üblicherweise gibt es während der WM in der Schweiz zahlreiche Public Viewings zum gemeinsamen Fussballgucken und in Sportkneipen werden viele Spiele übertragen. Aufgrund der Kontroverse um einen möglichen Boykott der WM in Katar (aufgrund der Politik des Landes und der Menschenrechtsverletzungen) sowie der Tatsache, dass in Europa der Winter beginnt, wird es diesmal, vor allem draussen, jedoch deutlich weniger Public Viewings geben. Das Tagblatt listet die Orte in der Ostschweiz neues Fenster auf, die Fussballübertragungen planen. Grösster Treffpunkt für gemeinsames Fussballschauen im Kanton St.Gallen wird die WM Factory in Rorschach neues Fenster (Industriestrasse 36, 9400 Rorschach) sein. Der Eintritt zur Übertragung aller Spiele ist frei.
Die Daten, Zeiten und Ergebnisse der Spiele sowie die Spiele der Schweizer Mannschaft können Sie auch auf der Website des öffentlich-rechtlichen Schweizer Senders SRF sehen: WM 2022 - Fussball - Resultate - Sport - SRF neues Fenster.
Schweizer Fussballnationalmannschaft
Da die ukrainische Nationalmannschaft dieses Jahr nicht an der WM teilnimmt, schlagen wir vor, die Schweizer Nationalmannschaft anzufeuern: Das erste Spiel der Schweiz gegen Kamerun ist für den 24. November um 11:00 Uhr angesetzt. Die Schweiz spielt in Gruppe G.
Die Schweizerinnen und Schweizer nennen ihre Nationalmannschaft nur «Nati». Diese Kurzform wird ähnlich wie «Nazi» ausgesprochen, was sind vor allem Deutsche manchmal irritiert. Der Begriff hat aber nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun.
Die Schweiz hat auch eine Frauen-Fussballnationalmannschaft. Die letzten Ergebnisse der Frauen-Nationalmannschaft in der Qualifikationsrunde zur Frauen-Weltmeisterschaft können sich sehen lassen: Die Fussballspielerinnen schlugen Wales 2:1, zuvor besiegten sie Moldawien schnell mit 15:0 und spielen am 11. November gegen die dänische Frauen-Nationalmannschaft. Damit hat sich die Frauen-Nationalmannschaft bereits einen Platz bei der Frauen-WM 2023 gesichert, die in Australien und Neuseeland ausgetragen wird.
Fussballstars der Schweizer Nationalmannschaft
Yann Sommer ist Torhüter der Schweizer Nationalmannschaft und der älteste Spieler im Team (geb. 1988). Der gebürtige Waadtländerist zudem Vizekapitän seines Fussballklubs Borussia Mönchengladbach.
Manuel Akanji ist ein Innenverteidiger der Nationalmannschaft. Er spielt derzeit für den FC Manchester City. Zuvor war er beim Fussballklub Borussia Dortmund.
Breel Embolo ist ein Stürmer der Schweizer Nationalmannschaft. Daneben steht er beim FC Monaco unter Vertrag. Ursprünglich stammt Embolo aus Kamerun. Sein erstes Goal erzielte der Fussballer 2012 in einem Spiel der Jugend-Nationalmannschaft (U-16) der Schweiz gegen die Ukraine.
Remo Freuler ist Mittelfeldspieler der Nationalmannschaft. Sein Stammclub ist der englische FC Nottingham Forest. Er hat seit 2017 fünf Tore für die Nationalmannschaft erzielt, das letzte davon in St.Gallen gegen die Tschechische Republik während der UEFA Nations League. Die Goals von Freuler und Embolo bescherten der Schweiz bei diesem Spiel den Sieg.
Granit Xhaka ist zentraler Mittelfeldspieler der Nationalmannschaft. Wenn er nicht für die Nationalmannschaft unterwegs ist, spielt er beim Londoner Club FC Arsenal. Xhaka ist gebürtiger Kosovo-Albaner. In den letzten 11 Jahren, in denen er für die Nationalmannschaft spielte, erzielte er 12 Tore.
Xherdan Shaqiri ist ein offensiver Mittelfeldspieler der Nationalmannschaft, der derzeit für den FC Chicago Fire spielt. Zuvor stand er beim FC Liverpool und FC Bayern München spielte. Shaqiri hat seit 2010 26 Tore für die Nationalmannschaft erzielt. 2018 war er die meistgegoogelten Person der Schweiz. neues Fenster
FC St.Gallen 1879
St. Gallen hat einen traditionsreichen Fussballverein. Der «FC St. Gallen 1879 neues Fenster» gilt als ältester Fussballclub auf dem europäischen Festland. Sein Heimstadion Kybunpark neues Fensterliegt direkt in der Stadt, die Vereinsfarben entsprechen dem Kantonswappen - grün und weiss. Die 1. Mannschaft spielt in der Super League, der höchsten Schweizer Fussball-Liga. Sie können den Spielplan auf ihrer Website finden. Darüber hinaus hat der FCSG seit Beginn der gross angelegten russischen Invasion in der Ukraine eine Kampagne neues Fenster gestartet: Die Aktion «Zämä» soll den vom Krieg betroffenen Kindern in Not in der Ukraine helfen.
Die Schweiz bei Olympia
Letztes Mal haben wir über rein schweizerische Sportarten und Wettkämpfe erzählt, aber die Schweizer Sportlerinnen und Sportler sind auch in internationalen Sportarten erfolgreich und sammeln oft Medaillen an Olympischen Spielen, besonders an den Winterspielen. Zu den beliebtesten olympischen Wintersportarten gehören Ski Alpin, Bobsport, Snowboarden und Freestyle-Skiing. An den Olympischen Sommerspielen holen die Schweizer regelmässig Medaillen im Turnen, im Rudern, im Schiessen und im Radsport.
Olympische Winterspiele
Ski Alpin
Insgesamt gewannen Schweizer Athleten in diesem Sport 75 Medaillen, darunter 27 Goldmedaillen. Damit belegt das Land in der Weltrangliste der olympischen Medaillen im alpinen Skisport den zweiten Platz. Nur das benachbarte Österreich gewann mehr, nämlich 128 Medaillen (davon 40 Goldmedaillen). Bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen in Peking holte Beat Feuz Gold für die Schweiz. Es war seine dritte olympische Medaille und sein erstes Gold.
Bobsport
Auch im Bob liegen die Schweizerinnen und Schweizer bei der Anzahl der Medaillen (31, davon 10-mal Gold) auf dem zweiten Platz. Sie wurden nur von den Deutschen mit 32 Medaillen (davon 16 Goldmedaillen) übertroffen. Das letzte Mal gewann der Zweierbob der Männer (Beat Hefti und Alex Baumann) Gold bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014.
Snowboarden
Und erneut belegen Schweizer Sportlerinnen und Sportler den zweiten Platz in der Gesamtzahl der olympischen Medaillen im Snowboarden: 14 Auszeichnungen, davon 8 Goldmedaillen. Nur die USA (mit 35 Medaillen) liegen hier vor der Schweiz. Jan Scherrer aus dem st.gallischen Toggenburg gewann bei den letzten Winterspielen Bronze für die Schweiz.
Freestyle-Skiing
Hier belegen die Schweizerinnen und Schweizer nach den USA und Kanada den dritten Platz und haben 12 Medaillen, davon 6 Goldmedaillen. Zu den berühmten Skifahrerinnen und Skifahrern, die olympische Medaillen in ihr Land brachten, gehören Mathilde Gremaud (Gold und Bronze in Peking 2022), Ryan Regez (Gold in Peking) und Alex Fiva (Silber bei den letzten Olympischen Spielen).
Olympische Sommerspiele
Turnen
49 olympische Medaillen und ein 6. Platz in der Weltrangliste ist die Bilanz der Schweizer Turnerinnen und Turner an Olympischen Sommerspielen. Die letzte Medaille (Bronze) für die Schweiz bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro holte die aus dem Kanton St.Gallen stammende Giulia Steingruber.
Rudern
Im Rudern belegen die Schweizer Athleten in der Gesamtwertung der Olympischen Sommerspiele den 13. Platz mit 24 Medaillen. 2016 gewann der Männervierer mit Lucas Tramèr, Simon Schürch, Simon Niepmann und Mario Gyr Gold in Rio de Janeiro.
Schiessen
Eine weitere sehr beliebte Sportart in der Schweiz, bei der das Land mit 23 Medaillen auf Platz 12 rangiert, ist das Schiessen. Bei den letzten Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio (aufgrund der Pandemie fanden sie 2021 statt) gewann Nina Christen gleich zwei Medaillen – Gold- und Bronzemedaillen in zwei verschiedenen Wettbewerben.
Radsport
Das Highlight im Schweizer Radsport ist die jährliche Tour de Suisse. Doch auch an Olympischen Spielen gewinnen Schweizer Radsportlerinnen und Radsportler regelmässig Preise. In Tokio belegten die Schweizer Mountainbikerinnen sogar alle Podestplätze, von Gold bis Bronze, im Cross-Country – die St.Gallerin Jolanda Neff siegte vor Sina Frei und Linda Indergand. Bei den Mountainbike-Rennen der Männer holte Matthias Flückiger im gleichen Wettkampf Silber. Beim Strassenradrennen der Frauen holte Marlene Reusser Silber. Radfahrerin Nikita Ducarroz gewann Bronze im BMX-Freestyle.
Die Olympischen Spiele fanden auch in der Schweiz statt
Trotz der Erfolge, insbesondere im Wintersport, war die Schweiz nur zweimal Gastgeberin der Olympischen Winterspiele, und zwar 1928 und 1948. Beide fanden in St.Moritz (GR) statt. Vor nicht allzu langer Zeit gab es die Idee, die Olympischen Winterspiele 2026 in der Stadt Sion, der Hauptstadt des Kantons Wallis, durchzuführen. Die Bürgerinnen und Bürgern lehnten dies aber in einer kantonalen Volksabstimmung ab. Die Abstimmung fand 2018 statt und 54% der Walliserinnen und Walliser stimmten gegen den Kredit von 100 Millionen Franken vom Kanton für die Ausrichtung der Olympischen Spiele. Paradoxerweise warben damals Politiker, Unternehmen, Vertreter der Tourismusbranche und sogar olympische Athleten für die Austragung der Olympischen Spiele im Herzen der Alpen. Aber die Bürgerinnen und Bürgern entschieden, dass eine sportliche Grossveranstaltung zu teuer sei und zu Schulden führen würde. Stattdessen übernahm Italien die Ausrichtung der nächsten Olympischen Winterspiele, sie finden in Mailand und Cortina d'Ampezzo statt.
Lernen wir gemeinsam Schweizerdeutsch
Da sich diese Ausgabe hauptsächlich um Fussball- und Sportthemen dreht, widmet sich der heutige Block mit neuen Dialekt-Wörtern auch dem Sport.
- Hopp Schwiiz! — Anfeuerungs-Ruf für die Schweizer Nationalmannschaft
- Tschuute — Fussball spielen
- Tschüüteler — Fussballspieler
- Bölle, Balle — Ball
- Schiri — Schiedsrichter
- Stängeli — Sieg für eine Mannschaft mit 10 oder mehr Toren
- Chischte — Tor (von Hochdeutsch “Kiste”)
- Grümpelturnier, Grümpeli, Grümpi — Lokales Amateur-Fussballturnier
- Töggelen/ Jöggelen — Tischfussball
- Töggelichaschte — Tischfussball-Tisch