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Kurzarbeit bedeutet eine vorübergehende Reduzierung oder Einstellung der Arbeit in einem Betrieb. Die Kurzarbeitsentschädigung soll Beschäftigungseinbrüche ausgleichen und Arbeitsplätze erhalten.

Eine Kurzarbeitsentschädigung erhält ein Betrieb in zwei Schritten:

Schritt 1: Voranmeldung einreichen (oder eine Bewilligung verlängern)

(A) Wählen Sie das für die Situation Ihres Betriebs passende Formular:

  • Für eine Voranmeldung von Kurzarbeit aufgrund behördlicher Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie steht Ihnen das vereinfachte Formular 1 COVID-19 Voranmeldung Kurzarbeit zur Verfügung.


oder

  • Für eine Voranmeldung von wirtschaftlich bedingter Kurzarbeit, die unwesentlich auf die behördlichen Massnahmen wegen der Corona-Pandemie zurückzuführen ist, verwenden Sie das Formular Voranmeldung von Kurzarbeit (gegen Ende der Link-Liste). Bitte reichen Sie auch das Formular Zustimmung zur Kurzarbeit (am Ende der Link-Liste) ein und deklarieren Sie zudem die monatlichen Umsätze der letzten 24 Monate in Schweizer Franken. Sie ermöglichen eine raschere Bearbeitung, wenn Sie das Umsatzblatt dafür verwenden.  


(B) Füllen Sie das Formular vollständig aus und unterzeichnen Sie es rechtsgültig.

  • Im Regelfall wird der Gesamtbetrieb angemeldet. Die Meldung einer Betriebsabteilung ist nur dann möglich, wenn in Ihrer Unternehmung eine einzelne Abteilung mit einer Mindestgrösse von 6 Mitarbeitenden von Kurzarbeit betroffen ist und alle anderen Abteilungen wie gewohnt ausgelastet sind. In diesem Fall müssen Sie zusammen mit der Voranmeldung ein Organigramm einreichen, auf welchem alle Organisationseinheiten der Unternehmung abgebildet sind. Bei jeder Organisationseinheit ist die Anzahl Mitarbeitende zu vermerken. Der Bewilligungsprozess für Anmeldungen von Betriebsabteilungen dauert länger, da eine vertiefte Überprüfung erforderlich ist. 

  • Bitte wählen Sie die Arbeitslosenkasse, bei welcher Sie die ausgefallenen Arbeitsstunden geltend machen werden.

(C) Erstellen Sie die im Formular geforderten Beilagen.

(D) Senden Sie das ausgefüllte Formular mit Beilage(n) an: 

Amt für Wirtschaft und Arbeit
Kurzarbeit
Davidstrasse 35
9001 St.Gallen  

Schritt 2: Antrag und Abrechnung einreichen

Sie haben vom Amt für Wirtschaft und Arbeit eine Bewilligung erhalten? 

 (A) Für die Anmeldung und Abrechnung von Kurzarbeit benötigen Sie ein Kassen-Formular.

Das vereinfachte Kassen-Formular steht für alle Abrechnungsperioden ab März 2020 bis zur Aufhebung der COVID-19-Verordnung zur Verfügung: 2 COVID-19 Antrag und Abrechnung Kurzarbeitsentschädigung.

(B) Füllen Sie den Antrag vollständig aus und unterzeichnen Sie diesen rechtsgültig. Für COVID-19 Anträge: Beachten Sie die Anleitung zum Formular.

(C) Erstellen Sie die im Formular geforderte(n) Beilage(n). Für COVID-19 Anträge: Beachten Sie die Anleitung zum Formular.

(D) Senden Sie die Dokumente an Ihre Arbeitslosenkasse. Die Arbeitslosenkasse ist auf Ihrer Verfügung aufgeführt. 

  • Kantonale Arbeitslosenkasse, Geltenwilenstrasse 16/18, 9001 St.Gallen, oder

  • Unia Arbeitslosenkasse, SC KAE, Postfach, 8010 Zürich-Mülligen


Das Formular Antrag und Abrechnung von Kurzarbeit aufgrund behördlicher Massnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie benötigt als Beilage das Lohnjournal des Vormonats.

Zur Abrechnung von Ausfallstunden muss das Lohnjournal die folgenden drei Personengruppen unterscheiden: 

(1) Anspruchsberechtigte Mitarbeitende

Zu den anspruchsberechtigten Mitarbeitenden zählen:

  • Grundsätzlich sind alle von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmenden anspruchsberechtigt, wenn sie für die ALV beitragspflichtig sind oder das Mindestalter für die Beitragspflicht in der AHV noch nicht erreicht haben.

  • Personen in einem Arbeitsverhältnis auf bestimmte Dauer (befristete Anstellung).

  • Personen in einem Lehrverhältnis (Achtung: für diese Personen entfällt der Anspruch ab Abrechnungsperiode Juni 2020).

  • Personen im Dienste einer Organisation für Temporärarbeit. 

  • Personen mit Arbeitsverhältnissen auf Abruf, deren Arbeitsverhältnis mehr als 6 Monate dauerte.



(2) Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung

Zu den Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung zählen:

  • Personen, die nach AHV-Gesetz als unselbstständig Erwerbende einen Lohn erzielen (z.B. in AG, GmbH oder Genossenschaft) und einen massgebenden Einfluss auf die Entscheidfindung des Betriebes haben.

  • Ihre mitarbeitenden Ehegatten oder eingetragenen Partner.

    Achtung: für Personen in arbeitgeberähnlicher Stellung entfällt der Anspruch ab Abrechnungsperiode Juni 2020.



(3) Nicht anspruchsberechtigte Mitarbeitende

Alle übrigen Mitarbeitenden sind nicht anspruchsberechtigt. Dazu zählen:

  • Angestellte in gekündigtem Verhältnis.

  • Personen, die mit der Kurzarbeit nicht einverstanden sind.

  • Personen, deren Arbeitsausfall nicht bestimmbar ist.

  • Personen, die nach AHV-Gesetz als selbstständig Erwerbende gelten (z.B. Inhaber einer Einzelfirma). Tipp: Bei der eigenen AHV-Ausgleichskasse für die neue Entschädigung für den Erwerbsausfall wegen der Coronakrise anmelden.


 

Wer durch unwahre oder unvollständige Angaben oder in anderer Weise für sich oder einen andern zu Unrecht Versicherungsleistungen erwirkt, wird, sofern nicht ein mit einer höheren Strafe bedrohtes Verbrechen oder Vergehen des Strafgesetzbuches vorliegt, mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 180 Tagessätzen bestraft. Zu Unrecht bezogene Beträge sind zurückzuerstatten.

Grundlagen

Damit Kurzarbeit anerkannt und der Ausfall von der Arbeitslosenversicherung entschädigt wird, müssen unter anderem folgende Voraussetzungen erfüllt sein: 

  • Der Arbeitsausfall muss ausserordentlich und vorübergehend und in der Regel auf wirtschaftliche Gründe zurückzuführen sein.
  • Anerkannt werden auch Arbeitsausfälle, die auf behördliche Massnahmen oder andere, vom Arbeitgeber oder von der Arbeitgeberin nicht zu vertretende Umstände, zurückzuführen sind.
  • Der Arbeitsausfall darf nicht zum normalen Betriebsrisiko des Arbeitgebers oder der Arbeitgeberin gehören (z.B. Auftragsausfälle wegen schwankenden Devisenkursen, erhöhtem Wettbewerbsdruck, schwankender Nachfrage, Klumpenrisiko). Er darf auch nicht durch branchen-, berufs- und betriebsübliche oder durch saisonale Beschäftigungsschwankungen verursacht werden.
  • Ein Arbeitsausfall ist erst anrechenbar, wenn er je Abrechnungsperiode mindestens zehn Prozent der Arbeitsstunden ausmacht, die von den Arbeitnehmenden des Betriebes bzw. der anerkannten Betriebsabteilung insgesamt geleistet werden.
  • Die Einführung von Kurzarbeit für einzelne Betriebsabteilungen darf nicht dazu führen, dass der Mindestausfall von zehn Prozent der Arbeitsstunden umgangen wird.

Auskunft

Aufgrund der aktuell hohen Fallzahlen können Fragen zum Stand der Voranmeldung von individuellen Kurzarbeitsgesuchen sowie generelle arbeitsrechtliche Auskünfte zurzeit nur schriftlich über das Webformular platziert werden. Die Bearbeitung nimmt derzeit rund drei bis fünf Arbeitstage in Anspruch. Besten Dank für Ihr Verständnis. 

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