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Die Waldungen entlang der Thur zwischen Uzwil und Oberbüren weisen ein hohes ökologisches Potenzial auf. Der Wert manifestiert sich im Schutzstatus, welche die ehemaligen Auenwälder aufweisen. Mit gezielten Aufwertungsmassnahmen wird erstens die Baumartenzusammensetzung naturnaher gestaltet und zweitens der Lebensraum u.a. für Amphibien aufgewertet.

Auenwälder, Prallhang und Amphibiengewässer entlang der Thur bei Henau.
Auenwälder, Prallhang und Amphibiengewässer entlang der Thur bei Henau.

wertvolle Auenwälder - einst und heute

Naturnaher Bestand mit Föhren und Linden.
Naturnaher Bestand mit Föhren und Linden.

Entlang der Thur von Oberbüren bis Wil ist gemäss dem Bundesinventar die Aue von nationaler Bedeutung Gillhof-Glattburg ausgeschieden. Auch die Schutzverordnungen der Gemeinden zeigen an, dass die thurnahen Waldungen ein hohes ökologisches Potenzial aufweisen, sei es als Landschafts- oder als Naturschutzgebiet. Im Waldentwicklungsplan (WEP) sind die Wälder mit der Vorrangfunktion Naturschutz ausgeschieden worden. Die meisten Flächen sind in der pflanzensoziologischen Standortskarte als «Typischer Ulmen-Eschen-Auenwald» ausgeschieden, obwohl sie heute kaum mehr überflutet werden. Die Hartholzaue hat sich mit dem menschlichen Einfluss und der fehlenden Gewässerdynamik zusehends in einen Wirtschaftswald entwickelt. Während der Urbarmachung sind in den ehemaligen Auenwäldern künstlich Fichten eingebracht worden, auch im Zusammenhang mit den flächigen Aufforstungen nach dem Autobahnbau, was den Wäldern heute einen eher naturfernen Charakter gibt. Die Fichten kämen auf diesen feuchten Standorten höchstens einzelbaumweise und auf erhöhten Stellen natürlich vor.

Waldumwandlung voll im Gange

Solche naturfernen Fichtenbestände werden in naturnahe Laubwälder umgewandelt.
Solche naturfernen Fichtenbestände werden in naturnahe Laubwälder umgewandelt.

In den letzten Jahren fand allerdings grossflächig eine Umwandlung in Richtung eines standortsgerechten Laubmischwaldes statt. Nicht standortsheimische Baumarten wurden entfernt, Laubhölzer gefördert, die Strukturvielfalt erhöht, Waldränder aufgewertet, Amphibienlebensräume verbessert und vernetzt. All diese Massnahmen und Zielsetzungen sollen nun mit einem Projekt koordiniert und mittelfristig gesichert werden; und zwar auf einer Länge von 6 Kilometern und einer Waldfläche von rund 47 Hektaren. Dazu hat die Waldregion 1 St.Gallen in den beiden Forstrevieren Uzwil und Oberbüren einen Projektbericht ausgearbeitet und eine Kostenschätzung der geplanten Massnahmen vorgenommen. Die Aufwertungsmassnahmen im Wald werden entweder über das NFA-Produkt «Waldbiodiversität» oder aber über Gelder aus dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei finanziert. Der Planungshorizont beträgt 10 Jahre. Das gibt der Bevölkerung, die sich zahlreich in diesen Wäldern erholt, die Chance, sich an kontinuierlich veränderndes Waldbild zu gewöhnen.

Die Esche, das Sorgenkind

Die einst so vitale und kräftige Esche kann aufgrund eines eingeschleppten Pilzes innert weniger Jahren absterben und rasch umfallen
Die einst so vitale und kräftige Esche kann aufgrund eines eingeschleppten Pilzes innert weniger Jahren absterben und rasch umfallen (Foto: Pascal Gmür).

Sorgen bereitet den Forstfachleuten die Esche, die prädestiniert und auch namensgebend für den Standort wäre. Sie ist von einem Pilz befallen (Eschentriebsterben), fällt aus oder muss aus Sicherheitsgründen entnommen werden. Ein besonderes Augenmerk ist bei der Auflichtung der Bestände sicherlich auch auf die Neophytenproblematik zu legen.

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