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Anzeichen erkennen – richtig handeln – Tiere schützen

Hohe Temperaturen gehören zum Sommer. Für Tiere können sie jedoch schnell zur Belastung werden. Mit einer guten Beobachtung der Tiere und einfachen Schutzmassnahmen lassen sich gesundheitliche Probleme in den meisten Fällen vermeiden. Entscheidend ist, frühzeitig zu handeln und die Massnahmen an die tatsächliche Belastung der Tiere anzupassen. Diese Informationen zeigen, wie Hitzestress entsteht, woran Sie ihn erkennen und wie Sie Ihre Tiere wirksam schützen.

Schafe auf Wiese

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Frisches Trinkwasser muss jederzeit und in ausreichender Menge verfügbar sein.
  • Alle Tiere benötigen gleichzeitig Zugang zu ausreichend Schatten.
  • Eine gute Luftzirkulation verbessert die Wärmeabgabe erheblich.
  • Beobachten Sie Ihre Tiere regelmässig – ihr Verhalten ist der beste Indikator.
  • Greifen Sie frühzeitig ein und warten Sie nicht, bis Tiere stark hecheln.
  • Reichen Schatten und Wasser nicht mehr aus, sollten Tiere eingestallt oder aktiv gekühlt werden.

Warum entsteht Hitzestress?

Hitzestress entsteht, wenn ein Tier mehr Wärme aufnimmt oder produziert, als sein Körper wieder abgeben kann. Die Körpertemperatur steigt an und der Organismus gerät zunehmend unter Belastung. Hohe Luftfeuchtigkeit, starke Sonneneinstrahlung und fehlender Wind erschweren die Wärmeabgabe zusätzlich.

Es gibt deshalb keine allgemeingültige Temperatur, ab der Hitzestress beginnt. Ob Tiere mit der Wärme zurechtkommen, hängt unter anderem von der Tierart, der Rasse, dem Alter, dem Gesundheitszustand, der Kondition, der Fütterung, der Leistung sowie der Gewöhnung an hohe Temperaturen ab.

Woran erkennen Sie Hitzestress?

Tiere versuchen zunächst, ihre Körpertemperatur selbst zu regulieren. Typische Anzeichen sind:

  • Schatten oder luftige Bereiche werden bevorzugt aufgesucht.
  • Vermehrtes Trinken.
  • Verminderte Futteraufnahme.
  • Weniger Bewegung.
  • Beschleunigte Atmung oder Hecheln.
  • Leistungsabfall, beispielsweise eine tiefere Milchleistung.

So schützen Sie Ihre Tiere

Als Tierhalterin oder Tierhalter sind Sie für das Wohlergehen Ihrer Tiere zuständig. Das gilt insbesondere auch vor und während Hitzeperioden. Die Tierschutzgesetzgebung schreibt vor, dass Tiere so zu halten sind und mit ihnen so umzugehen ist, dass ihre Körperfunktionen und ihr Verhalten nicht gestört werden und ihre Anpassungsfähigkeit nicht überfordert wird. Unterkünfte und Gehege müssen unter anderem mit geeigneten Tränke-, Ruhe- und Rückzugsorten und Klimabereichen versehen sein. Als Tierhalterin oder Tierhalter haben sie den notwendigen Schutz der Tiere vor Witterung sicherzustellen.

Wasser ist die wichtigste Schutzmassnahme. Kontrollieren Sie Tränken mehrmals täglich und stellen Sie jederzeit für alle Tiere ausreichend sauberes und frisches Trinkwasser bereit. Besonders laktierende Tiere haben einen deutlich erhöhten Wasserbedarf.

Alle Tiere müssen gleichzeitig einen ausreichend grossen Schattenbereich nutzen können. Bei Herdentieren sind grosse zusammenhängende Schattenflächen meist geeigneter als mehrere kleine Einzelbereiche. Die Tiere müssen dem Schatten im Tagesverlauf folgen können. Reichen natürliche Strukturen wie Bäume, Büsche und Hecken oder der Schattenwurf von Gebäuden nicht aus, müssen Schattenflächen z. B. mittels Blachen oder Unterständen erzeugt werden.  Generell gilt immer: Ab 25° C verbunden mit Sonneneinstrahlung müssen für Tiere auf tagsüber beweideten Flächen Schattenplätze vorhanden sein, die allen Tieren gleichzeitig Platz bieten. Dabei muss Wasser ständig angeboten werden. Für Schweine sind zusätzlich Suhlen notwendig.

Ein Unterstand schützt nur dann wirksam vor Hitze, wenn er von den Tieren auch aufgesucht wird. Staut sich in ihm die warme Luft, wird er meist gemieden. Natürlicher Wind oder Ventilation verbessern die Wärmeabgabe und reduzieren gleichzeitig die Belastung durch Fliegen.

Wollschafe müssen rechtzeitig geschoren werden. Frisch geschorene Tiere müssen in den ersten Tagen vor intensiver Sonneneinstrahlung geschützt werden, um Sonnenbrand zu vermeiden.

Bei grosser Hitze kann eine Kühlung mit Wasser sinnvoll sein (Verneblung, Sprühanlage). Besonders wirksam ist sie in Kombination mit einer guten Luftbewegung.

Rechtzeitiges Einstallen oder alternativ die Verlegung der Weidezeit auf die Nacht und frühe Morgenstunden helfen Hitzestress zu vermeiden.

Ampelsystem: Verhalten bei Hitze richtig beurteilen

Grün – Tiere kommen gut zurecht

Ampel grün

Typische Anzeichen:

  • Locker verteilte Tiere.
  • Ruhiges Grasen oder Wiederkäuen.
  • Normale Atmung.

Massnahmen:

Solange Tiere gut mit den Umgebungsbedingungen zurechtkommen, sind bis 25°C keine weiteren Massnahmen vorgeschrieben.

Ab 25° C verbunden mit Sonneneinstrahlung müssen für Tiere auf tagsüber beweideten Flächen Schattenplätze vorhanden sein, die allen Tieren gleichzeitig Platz bieten. Dabei muss Wasser ständig angeboten werden. Für Schweine sind zusätzlich Suhlen notwendig.

Orange – Jetzt handeln

Ampel orange

Typische Anzeichen: 

  • Gruppenbildung.
  • Vermehrtes Trinken.
  • Reduzierte Futteraufnahme.
  • Einzelne Tiere atmen schneller.
  • Unruhe.

Massnahmen:

Schatten, Wasser und Luftbewegung optimieren. Tiere aktiv beobachten. Reichen diese Massnahmen nicht aus, sollten Tiere eingestallt oder zusätzlich gekühlt werden.

Rot – Sofort handeln

Ampel rot

Typische Anzeichen: 

  • Starkes Hecheln oder Maulatmung.
  • Herausgestreckte Zunge.
  • Enges Zusammenstehen und tief hängende Köpfe.
  • Ein Grossteil der Tiere atmet schnell und flach.
  • Apathie oder Schwäche.

Massnahmen:

Tiere unverzüglich in einen kühlen und gut belüfteten Stall bringen. Aktiv kühlen und bei Verdacht auf Überhitzung sofort tierärztliche Hilfe beiziehen.

Veranstaltungen mit Tieren

Auch bei Veranstaltungen steht das Tierwohl jederzeit im Vordergrund. Die Belastung der Tiere ist laufend zu beurteilen. Entscheidend ist nicht die Lufttemperatur allein, sondern der tatsächliche Zustand der Tiere.

Für alle Veranstaltungen gilt:

  • Trinkwasser jederzeit bereitstellen.
  • Ausreichend Schatten und Luftbewegung gewährleisten.
  • Ausreichend Erholungszeiten einplanen.
  • Belastende Programmpunkte möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden legen.
  • Tiere regelmässig beobachten und bei Bedarf aktiv kühlen.
  • Kann das Wohl der Tiere nicht mehr gewährleistet werden, müssen einzelne Tiere aus dem Programm genommen oder die Veranstaltung angepasst beziehungsweise abgebrochen werden.

Kurze Belastungen sind für gesunde, trainierte und an hohe Temperaturen gewöhnte Pferde in der Regel unproblematisch, sofern sie ausreichend trinken können, genügend Erholungszeit erhalten und nach dem Einsatz wirksam gekühlt werden.

Schatten, Trinkwasser und Luftzirkulation müssen jederzeit gewährleistet sein. Aufenthaltsdauer und Transporte sollten möglichst kurzgehalten werden.

Lange Wartezeiten sind zu vermeiden. Tiere dürfen nicht unnötig in Transportfahrzeugen verbleiben. Wenn immer möglich, Zugang zu Trinkwasser ermöglichen.

Hunde dürfen niemals in abgestellten Fahrzeugen zurückgelassen werden. Körperliche Belastungen sind den Temperaturen anzupassen.

Weitere Informationen zum Umgang mit Hunden bei Hitze sind hier neues Fenster zu finden.

Wann liegt ein Tierschutzfall vor?

Nicht jede Hitzebelastung und jedes damit verbundene Verhalten stellt automatisch einen Verstoss gegen das Tierschutzrecht dar. Tiere verfügen über artspezifische Möglichkeiten, um sich bis zu einem gewissen Grad an erhöhte Temperaturen anzupassen. Tierschutzrelevant wird Hitzestress immer dann, wenn keine geeigneten Massnahmen getroffen werden, um Tiere vor vermeidbaren Leiden und Schäden aufgrund der Hitze zu schützen. Die Beurteilung durch den kantonalen Veterinärdienst erfolgt immer anhand der konkreten Umstände des Einzelfalls. Zu berücksichtigen sind insbesondere Tierart, Gesundheitszustand, Haltungsbedingungen, Belastungsdauer, klinische Anzeichen sowie die getroffenen Schutzmassnahmen.

Hitze und Gesundheit beim Menschen

Der Kanton St.Gallen engagiert sich gemeinsam mit zahlreichen Partnern, um das Bewusstsein für die Risiken von Hitze zu stärken und die Vorbereitung auf Hitzewellen zu verbessern. Weiterführende Informationen sind unter www.hitzeplan-sg.ch neues Fenster sowie Hitze | sg.ch neues Fenster zu finden.

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Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen

Blarerstrasse 2
9001 St.Gallen


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An folgenden Feiertagen ist das Amt geschlossen

- Karfreitag, 3. April 2026
- Ostermontag, 6. April 2026
- Tag der Arbeit, 1. Mai 2026, Nachmittag
- Auffahrt, 14. Mai 2026
- Pfingstmontag, 25. Mai 2026
- Weihnachten, 24. Dezember 2026, Nachmittag
- Weihnachtstag, 25. Dezember 2026