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Volle Personenfreizügigkeit für kroatische Staatsangehörige und Dienstleistungserbringer
ab 1. Januar 2022

 

 

Was ändert sich am 1. Januar 2022?
 

Kroatische Staatsangehörige und Dienstleistungserbringer profitieren ab dem 1. Januar 2022 von der vollen Personenfreizügigkeit. Sie werden damit gleich wie andere Staatsangehörige und Dienstleistungserbringende der EU und der EFTA behandelt. Kroatische Staatsangehörige, die die Voraussetzungen für die Begründung eines Aufenthaltsrechts erfüllen, können sich in der Schweiz niederlassen und ohne vorgängige arbeitsmarktliche Prüfung eine Arbeit aufnehmen. Die Schweiz hat jedoch gestützt auf eine Ventilklausel die Möglichkeit zwischen dem 1. Januar 2023 und Ende 2026 und unter bestimmten Bedingungen die Anzahl Bewilligungen für kroatische Staatsangehörige, die in der Schweiz eine Arbeit aufnehmen, erneut zu begrenzen. Mehr Informationen zur Freizügigkeit mit Kroatien finden Sie hier.

Meldeverfahren: Arbeitseinsätze bis 3 Monate

  • Schweizer Arbeitgeber können ab dem 1. Januar 2022 Stellenantritte von kroatischen Staatsangehörigen bei einem Schweizer Arbeitgeber für eine Dauer von bis zu drei Monaten per Online-Meldeverfahren melden.

  • Dienstleistungserbringende aus Kroatien (Selbstständige und entsandte Arbeitnehmende) benötigen in den vier spezifischen Branchen Bauhaupt- und Baunebengewerbe, Garten und Landschaftsbau, Reinigungsgewerbe sowie Überwachungs- und Sicherheitsdienst für Aufenthalte bis zu 90 Arbeitstage pro Kalenderjahr keine Bewilligung mehr. Es gilt die Online-Meldepflicht ab dem ersten Arbeitstag. Die Meldung hat spätestens acht Tage vor Beginn der Erwerbstätigkeit zu erfolgen.

Stellenantritt für länger als drei Monate

Ab dem 1. Januar 2022 gelten für kroatische Staatsangehörige, die bei einem Schweizer Arbeitgeber eine Stelle antreten, keine Zugangsbeschränkungen zum Arbeitsmarkt mehr (Höchstzahlen, Inländervorrang und Prüfung der Lohn- und Arbeitsbedingungen).

Kroatische Staatsangehörige sind selbst dafür verantwortlich, sich nach ihrer Ankunft in der Schweiz bei ihrer Wohnsitzgemeinde anzumelden und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die entsprechende Aufenthaltsbewilligung zu erhalten. Je nach Dauer des Anstellungsverhältnisses wird eine Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L EU/EFTA) oder eine Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B EU/EFTA) ausgestellt. Die dafür notwendigen Dokumente müssen bei der Wohnsitzgemeinde mit dem entsprechenden Formular (A1) eingereicht werden.

Zusicherung der Aufenthaltsbewilligung

Für Arbeitskräfte aus Kroatien wird keine Zusicherung der Bewilligung mehr erteilt. Davon ausgenommen sind Arbeitskräfte, die eine kurzfristige Erwerbstätigkeit zwischen drei und vier Monaten oder von 120 Tagen ausüben oder die während mehr als vier Monaten oder 120 Tagen eine Dienstleistung erbringen und täglich an ihren Wohnort im Ausland zurückkehren.

Selbstständige Erwerbstätigkeit

Kroatische Staatsangehörige, die sich in der Schweiz niedergelassen haben und einer selbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen, behalten beim Wechsel zu einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit ihre Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA.

Grenzgängerinnen und Grenzgänger

Die Grenzzonen für selbstständig und unselbstständig erwerbstätige Grenzgängerinnen und Grenzgänger aus Kroatien fallen weg. Die Gültigkeitsdauer der Bewilligung G EU/EFTA ist abhängig von der Dauer des Anstellungsverhältnisses. Im Übrigen gelten für Grenzgängerinnen und Grenzgänger die üblichen Anmelde- und Meldepflichten.

 

Was bleibt nach dem 1. Januar 2022 gleich?
 

Dienstleistungserbringende in den allgemeinen Branchen

Die derzeit geltenden Meldevorschriften für Personen, die bis 90 Tage pro Kalenderjahr eine Dienstleistung erbringen, sind in den allgemeinen Branchen weiterhin anwendbar. Die Tätigkeit ist meldepflichtig, wenn sie innerhalb eines Kalenderjahres insgesamt mehr als acht Tage dauert.

Selbstständige Erwerbstätigkeit

Die Regelung für selbstständige Kroatinnen und Kroaten mit Wohnsitz und juristischem Sitz des Unternehmens in der Schweiz wird unverändert beibehalten.

Familiennachzug, Rentnerinnen und Rentner, Studierende und andere Nichterwerbstätige

Die geltenden Bestimmungen für nicht erwerbstätige Personen (Familiennachzug, Rentnerinnen und Rentner, Personen in Ausbildung und andere Nichterwerbstätige) werden unverändert beibehalten. Sie profitierten bereits von der Personenfreizügigkeit.

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