Amt für Natur, Jagd und Fischerei
Neues aus unserem Amt
Der Frühling bringt Bewegung in unsere Natur – und auch in unsere Themen.
Mit diesem ersten Newsletter geben wir Ihnen einen Einblick in aktuelle Entwicklungen, Projekte und Veranstaltungen rund um Natur, Jagd und Fischerei im Kanton St. Gallen. Von der Vorbereitung auf die Weidemeisterschaft 2026 über neue Kursangebote zur naturnahen Grünflächenpflege bis hin zur Hegeschau – wir zeigen, wo Engagement, Wissen und Leidenschaft zusammenkommen.
Gleichzeitig werfen wir einen Blick auf zentrale fachliche Themen: das neue Bewirtschaftungskonzept in der Fischerei, die Rückkehr des Fischotters, den Umgang mit der Asiatischen Hornisse sowie laufende Gewässeraufwertungen.
Bleiben Sie dran – es gibt viel zu entdecken.
ABTEILUNG NATUR UND LANDSCHAFT
Tageskurs Naturnahe Grünflächenpflege in Sargans
Im Rahmen der kantonalen Biodiversitätsstrategie führt das Amt für Natur, Jagd und Fischerei einen Praxiskurs für Werkdienste, Hauswartungen und Liegenschaftsverwaltungen zum Thema naturnahe Grünflächenpflege in der Siedlung durch. Nebst den Informationen zur Pflege werden auch wertvolle Tipps zur Kommunikation vermittelt.
Dieses Jahr findet der Kurs am 28. Mai 2026 in Sargans statt und ist bereits ausgebucht. Es wird eine Warteliste geführt. 2027 ist die Durchführung desselben Kurses in Rapperswil-Jona und 2028 im Raum St. Gallen geplant.
Asiatische Hornisse: Jetzt melden!
Die Asiatische Hornisse breitet sich vom Westen der Schweiz in Richtung St.Gallen aus und stellt als invasive Art eine ernsthafte Bedrohung für einheimische Wild- und Honigbienen dar. Zudem kann sie die Arthropodenfauna beeinträchtigen und Schäden in der Landwirtschaft verursachen. Da sie sich oft unbemerkt ansiedelt, ist der Kanton auf die Aufmerksamkeit der Bevölkerung angewiesen.
Ein sicheres Erkennungsmerkmal ist ihr fast vollständig schwarzer Körper mit gelber Hinterleibsspitze sowie die auffallend gelben Beine, während die heimische Hornisse deutlich heller und rotbraun gefärbt ist. Im Frühjahr bildet die Asiatische Hornisse kugelförmige Primärnester, oft unterhalb von zwei Metern Höhe an gut sichtbaren Orten wie Vordächern, Garagen oder in Hecken. Diese Nester können etwa die Grösse eines Fussballs erreichen.
Eine frühzeitige Entdeckung ist entscheidend, da die Völker später in schwer zugängliche Baumkronen umsiedeln. Bitte fotografieren Sie verdächtige Tiere oder Nester und melden Sie diese mit genauer Ortsangabe über frelonasiatique.ch neues Fenster.
Entfernen Sie Nester keinesfalls selbst, sondern überlassen Sie dies Fachpersonen.
Weidemeisterschaft 2026
Extensive Weiden oder Magerweiden sind sehr arten- und strukturreiche Lebensräume. Auf einer Fläche von 50 m2 kommen oft mehr als 50 verschiedene Gefässpflanzen vor. Dornige Sträucher wie Schwarzdorn, Weissdorn, Berberitze oder Hundsrose bieten Brut- und Rückzugsmöglichkeiten.
Von dem vielfältigen, kontinuierlichen und hohen Blütenangebot während der gesamten Vegetationszeit und dem Strukturreichtum profitieren zahlreiche Insekten, Spinnen, Reptilien, Vögel und Kleinsäuger.
Mit der Weidenmeisterschaft 2026 im südlichen Kantonsteil werden die schönsten, arten- und strukturreichsten Weiden ausgezeichnet. Ziel ist es nicht nur, die Bedeutung von Magerweiden der Bevölkerung bewusst zu machen, sondern auch die Menschen, die zum Erhalt dieser wichtigen Ökosysteme beitragen, zu würdigen. Die Meisterschaft steht unter dem Patronat des St.Galler Bauernverbands, der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft, BirdLife, WWF, dem Landwirtschaftlichen Zentrum und dem ANJF.
Interessierte Bewirtschaftende können sich hier anmelden:
Anmeldung - Weidenmeisterschaft St. Gallen Süd - Landwirtschaftliches Zentrum SG neues Fenster
ABTEILUNG JAGD
50. Jubiläums-Hegeschau am 6./7. März 2026 in Walenstadt - ein voller Erfolg
Über 800 Besucherinnen und Besucher beehrten am Freitagabend die traditionelle Rothirsch-Hegeschau in Walenstadt. Der Gastreferent Reinhard Schnidrig verstand es das Publikum mit einem faszinierenden Referat zum Rothirsch in seinen Bann zu ziehen. Der Samstag war den Familien und Kindern gewidmet. Ein Podiumsgespräch, die Prämierung der besten Rothirschfotos des Foto-Wettbewerbs, die Ausstellung von gebastelten und gemalten Rothirschen von Kinden aus der Region sowie das Kinder-Konzert «Marius und die Jagdkapelle» sprachen die zahlreichen Besucher mit verschiedenen Sinnen und Themen gezielt an. Für ein geeignetes Ambiente hat auch die vom lokalen Forstdienst erstellte Waldlandschaft mit heimischen Tierpräparaten beigetragen.
Rasche Ausbreitung des Fischotters
Fast wöchentlich erreichen uns neue Nachweise aus verschiedenen Kantonsteilen. Im St.Galler Rheintal hat sich der Fischotter fix etabliert. Seit dem letzten Winter lebt er auch im Linthgebiet und im März erreichte uns der erste Nachweis von der Thur nahe bei Wil SG.
ABTEILUNG FISCHEREI
Informationsanlass: Zukünftiges fischereiliches Artenmanagement im Kanton SG
Unsere Gewässer und Fischbestände sind durch Klimawandel und sich verändernde Umweltbedingungen stark unter Druck. Deshalb soll das fischereiliche Artenmanagement im Kanton St.Gallen im Hinblick auf die kommenden Jahre weiterentwickelt werden. Ziel ist es, das Artenmanagement langfristig wirksam, zeitgemäss und ökologisch sinnvoll auf Basis des aktuellen Bewirtschaftungskonzepts des Kantons auszurichten. Aus diesem Grund laden wir Fischereivereine und Einzelpächter unserer Gewässer herzlich zu einem Informationsanlass am 17. Oktober 2026 in Wattwil ein.
Wir möchten die Hintergründe und Ziele der angepassten Bewirtschaftung erläutern, grundlegende ökologische Zusammenhänge verständlich aufzeigen und Raum für Austausch bieten.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und den gemeinsamen Dialog. Die Einladungen werden über die Fischereivereine und an die Einzelpächter verschickt.
Lebenswerte Fliessgewässer: Kleine Massnahmen - grosse Wirkung
Viele kleine und grössere Bäche und Flüsse sind bezüglich Gewässerstrukturen sehr verarmt. Schwemmholzansammlungen, Äste oder kleinere Bäume und Büsche, die ins Wasser ragen, wurden in den letzten Jahren im Sinne des Hochwasserschutzes umgehend entfernt. Für Fische und andere Wasserlebewesen, aber auch für Insekten, Vögel und Kleinsäuger sind diese "Gewässer- und Ufermöbilierungen" für das Überleben von zentraler Bedeutung. Daher ist wichtig, dass Unterhaltspflichtige genau diese Elemente am und im Gewässer nicht vollständig entfernen. Zudem hilft eine schattenspendende Uferbestockung, die Gewässerbeschattung zu verbessern und sichert kältebedürftigen Wasserlebewesen das Überleben.
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Amt für Natur, Jagd und Fischerei
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9001 St. Gallen