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Publiziert am 19.03.2019 08:30 im Bereich Statistik

Bei der Ersatzwahl in den Ständerat vom 10. März 2019 war die Differenz der Stimmbeteiligung zwischen Frauen und Männern kleiner als üblich. Dies zeigt die Stimmbeteiligungsstatistik der Fachstelle für Statistik, welche die Stimmbeteiligung von neun St.Galler Gemeinden unter die Lupe nimmt. Insgesamt war die Stimmbeteiligung in allen Gemeinden deutlich unterdurchschnittlich. Sie lag bei allen Altersgruppen auf einem Tiefpunkt.

Etwas grössere Mobilisierung bei den Frauen

 

In der Regel lag die Stimmbeteiligung der Männer in den letzten zwei Jahren stets etwas höher als diejenige der Frauen. Bei der Ständeratsersatzwahl vom 10. März 2019 war die Differenz in den meisten der untersuchten Gemeinden so klein wie noch nie in den letzten sechs Urnengängen. In Wildhaus-Alt St.Johann lag die Stimmbeteiligung der Frauen gar etwas höher als bei den Männern. Die Kandidatur von Susanne Vincenz-Stauffacher dürfte mit ein Grund für die etwas stärkere Mobilisierung der Frauen sein.

 

Die graphische Darstellung zur Stimmbeteiligung nach Geschlecht.

 

Stimmbeteiligung in allen Altersgruppen auf einem Tiefpunkt

 

Gegenüber der Abstimmung vom 25. November 2018, bei der die Hornkuh- und Selbstbestimmungsinitiative sowie das Gesetz zur Überwachung von Sozialversicherten im Zentrum standen, sank die Stimmbeteiligung bei der Ersatzwahl für Karin Keller-Sutter in den Ständerat am 10. März 2019 deutlich ab. Dies ist in allen Altersgruppen festzustellen. Die höchste Beteiligung der letzten fünf Abstimmungen weist diejenige vom 4. März 2018 auf, als über die Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren abgestimmt worden war. Die Beteiligung am 10. März 2019 war noch etwas tiefer als bei der einen Monat zuvor stattgefundenen Abstimmung zur Zersiedelungsinitative und den St.Galler Sonderkredit für die IT-Bildungsoffensive.

 

Die graphische Darstellung zur Stimmbeteiligung nach Alter.

 

 

Keine Aktualisierung der Stimmbeteiligungsstatistik für E-Voting-Gemeinden

 

Für die E-Voting-Gemeinden kann die Stimmbeteiligungstatistik ab Juni 2018 nicht aktualisiert werden. Wegen politischer Vorstösse hat die Staatskanzlei die Beschaffung der dazu nötigen Grundlagendaten eingestellt. Ergebnisse liegen somit nur für die beiden Abstimmungen vom September 2017 und März 2018 vor, das sind die ersten Abstimmungen an denen in vier Pilotgemeinden elektronisch abgestimmt werden konnte.

 

Die grafische Darstellung zur Stimmbeteiligung beim E-Voting.

 

 

Visualisierungen auf Karten

 

Die Unterschiede zwischen den Gemeinden bei der Stimmbeteiligung nach Alter, Geschlecht und beim E-Voting können Sie sich auf einer St.Galler Gemeindekarte anzeigen lassen: 

 

Kartengrafik zur Stimmbeteiligung der 18-24-Jährigen (Jahresdurchschnitte).

Bei „Indikator 1“ können verschiedene weitere Kennzahlen gewählt werden, auch zu früheren Jahren.

 

 

Details zur Stimmbeteiligung nach Alter und Geschlecht…

 

… können für alle neun STISTAT-Gemeinden in einer mit Filtern ausgestatteten Excel-Tabelle nach eigenem Interesse zusammengestellt werden. Sie ist hier zu finden.

 

 

Zur Methodik

 

Bei der Stimmbeteiligungsstatistik STISTAT der Fachstelle für Statistik können bei einer kleinen Gruppe der St.Galler Gemeinden auf Basis der eingescannten Stimmrechtsausweise soziodemographische Informationen zum Sachverhalt der Stimmbeteiligung dazugespielt werden. Für die Abstimmungen von 2010 bis Februar 2017 ist dies ausschliesslich für die Stadt St.Gallen möglich, ab Mai 2017 für weitere Gemeinden. Die auf Basis der STISTAT-Daten ermittelte Stimmbeteiligung entspricht dem Anteil der Stimmenden an allen Stimmberechtigten. Gezählt werden die abgegebenen Stimmrechtsausweise. Bei vier Gemeinden, welche am Pilotprojekt E-Voting teilnehmen, war zusätzlich der Kanal der Stimmbeteiligung verfügbar. Zur Ermittlung der Zahl der Stimmberechtigten und deren soziodemographischen Merkmale wird die Bevölkerungsstatistik STATPOPSG der Fachstelle für Statistik verwendet. Die Einzeldaten von STISTAT werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern für vertiefte Analysen auf Basis eines Datenschutzvertrags zur Verfügung gestellt.

 

Die von der Fachstelle für Statistik hier publizierten statistischen Informationen unterstehen dem Statistikgesetz des Kantons St.Gallen (sGS 146.1) und dessen Qualitätskriterien. 

 

Auskünfte zu statistischen Fragen:

Theo Hutter, Leiter Fachstelle für Statistik Kanton St.Gallen

058 229 21 92  / theo.hutter@sg.ch

 

Auskünfte zum E-Voting im Kanton St.Gallen:

Benedikt van Spyk, Vizestaatssekretär

058 229 36 78  / benedikt.vanspyk@sg.ch