Publiziert am 23.04.2019 14:49 im Bereich Kantonspolizei
Kapo-Ratgeber: Wanderunfälle vermeiden

Sommerzeit, Wanderzeit: Endlich ist es wieder soweit und das Wetter lässt es zu, bei angenehmen Temperaturen eine Wanderung in den Bergen zu unternehmen. Wenn man dabei einige Punkte beachtet, ist die Erholung garantiert. In diesem Kapo-Ratgeber erhalten Sie wertvolle Tipps rund um die Sicherheit beim Wandern.

Bestenfalls wandern Sie immer zu zweit oder in einer Gruppe, so dass Sie im Notfall nicht alleine sind. Planen Sie die Route vorher sorgfältig und nehmen Sie dabei Rücksicht auf das körperliche Leistungsvermögen aller Teilnehmenden. Holen Sie vor Beginn einer Wanderung jeweils die aktuellen Wetterinformationen ein und führen Sie auch bei kurzen Touren eine Notfallausrüstung sowie genügend Flüssigkeit mit sich. Verlassen Sie unterwegs die signalisierten Wege niemals. Laden Sie den Akku Ihres Handys vor Ihrer Wanderung auf und teilen Sie Ihren Bekannten vorgängig mit, welche Wanderroute Sie nehmen und wann Sie wieder zurück sein werden. Dies ist vor allem dann umso wichtiger, wenn Sie alleine unterwegs sind. Sollten Sie von schlechtem Wetter überrascht werden, kehren Sie entweder rechtzeitig um oder suchen Sie Schutz unter einem Unterstand oder in einer Hütte. Gehen Sie kein Risiko ein, wenn Sie sich auf einmal unwohl fühlen. Kehren Sie dann lieber um.

Wenn jemand verletzt ist, leisten Sie Erste Hilfe und schützen die verletzte Person vor Gefahren wie Witterung oder Kälte. Alarmieren Sie die Polizei unter der Nummer 117 oder die Rega unter 1414. Lassen Sie eine verletzte Person niemals alleine zurück. Wenn Sie ein Smartphone besitzen, gibt es Apps, die in Notsituationen hilfreich sein können. Mit der "retteMi"-App wird bei einer Alarmierung Ihr Standort automatisch übermittelt, sodass man Ihnen noch schneller helfen kann. Diese App ist ein gemeinsames Projekt mehrerer schweizerischer Polizeikorps. Empfehlenswert ist zudem die Rega-App, die auch im Ausland genutzt werden kann. Wichtig ist, dass Sie solche Apps vor Ihrer Wanderung installieren und sich damit vertraut machen, solange Sie noch Netz haben.

Gehen Sie unterwegs Tieren aus dem Weg. Wenn Kühe Ihnen den Weg versperren, dann gehen Sie um diese in genügendem Abstand herum und niemals durch eine Herde hindurch. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Kälber dabei sind, da diese von den Mutterkühen beschützt werden. Halten Sie aus diesem Grund auch Ihren Hund an der Leine und beobachten Sie die Kühe stets, damit Sie sehen, wie diese reagieren. Sieht eine Kuh Ihren Hund als Bedrohung und will ihn attackieren, so lassen Sie ihn los. Hunde sind in der Regel schneller als Kühe. Sollten die Kühe Ihnen gegenüber aggressiv werden, verlassen Sie die Weide langsam rückwärts, da schnelle Bewegungen auf Kühe bedrohlich wirken.

Seien Sie in den Bergen besonders vorsichtig, wenn ein Unwetter droht. Meiden Sie dann Gipfel oder Kuppen sowie einzelne Bäume, Strom- und Seilbahnmasten und deren Umgebung genauso wie Wasserläufe und Stahlseile, weil diese Strom leiten. Im Falle eines Blitzeinschlags sind Sie dort nicht sicher. Die bessere Lösung sind in solchen Fällen grosse Höhlen, Häuser mit geschlossenen Fenstern und Türen sowie Autos. Suchen Sie keinen offenen Unterstand und niemals ein Zelt auf! Tragen Sie bei einem Gewitter keinesfalls metallene Gegenstände wie Regenschirme oder Wanderstöcke auf sich. Um die Entfernung des Gewitters zu berechnen, zählen Sie die Sekunden zwischen Blitz und Donner und multiplizieren Sie mit 340.

Die Kantonspolizei St.Gallen wünscht Ihnen eine schöne und sichere Wanderung und versorgt Sie im nächsten Kapo-Ratgeber gerne mit neuen Informationen.