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Publiziert am 23.04.2019 11:27 im Bereich Kantonspolizei
Kapo-Ratgeber: Diebe machen keine Ferien

Die Ferienzeit ist für viele der ideale Zeitpunkt, ihren gewohnten und oftmals stressigen Alltag hinter sich zu lassen und für ein paar Tage die wohlverdiente Ruhe zu geniessen. Doch wenn ein Grossteil der Bevölkerung Urlaub hat, herrscht bei Dieben und Einbrechern Hochbetrieb. Die leerstehenden Häuser sind leichte Beute. Auch im Ausland stehen Touristen stets im Fokus von Kriminellen. Deshalb einige Tipps der Kantonspolizei St.Gallen, damit Sie im Ausland oder bei Ihrer Rückkehr keine negativen Überraschungen erleben.

Nichts ist in den Augen von Einbrechern attraktiver als ein Haus ohne Bewohner. Hier gilt es, zu handeln, denn ein scheinbar bewohntes Haus lässt Einbrecher zurückschrecken. Um Ihrem Zuhause trotz Abwesenheit Leben einzuhauchen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Die einfachste Variante ist, eine bekannte und vertrauenswürdige Person zu bitten, für Sie ein paar Tätigkeiten regelmässig auszuführen. Darunter gehört beispielsweise das Leeren des Briefkastens, gelegentlich am Abend das Licht einzuschalten oder die Rollläden zu betätigen. Dies erweckt den Eindruck, als ginge das Leben in Ihrem Haus normal weiter. Sollten Sie lieber darauf verzichten wollen, eine Person in Ihren vier Wänden zu haben, gibt es ebenfalls Abhilfe. So kann man die Post für die Dauer der Ferien zurückbehalten lassen oder Abonnemente von Zeitschriften und Ähnlichem unterbrechen. Ebenfalls zu empfehlen sind Zeitschaltuhren für die Innenbeleuchtung oder für technische Geräte wie Fernseher und Radio. Diese Zeitschalter sorgen dafür, dass zu bestimmten Zeiten für eine von Ihnen gewählte Dauer das Licht brennt oder beispielsweise der Fernseher läuft. Auch ein prüfender Blick von aussen ist ratsam. Teilen Sie Ihren Nachbarn mit, wann Sie in den Ferien weilen. So wissen diese, wann Sie abwesend sind und können ein Auge auf Ihr Zuhause werfen. Besprechen Sie mit den Nachbarn, was bei einer Unregelmässigkeit zu tun ist. Im Zweifelsfall sollte immer die Polizei hinzugezogen werden. Dabei entstehen keine Kosten.

Wenn Sie unmittelbar vor der Abreise Ihre Koffer gepackt haben, sollten Sie einige letzte Massnahmen treffen. Legen Sie Wertgegenstände und Dokumente in einen Tresor. Als Alternative bietet sich ein Bankschliessfach an oder Sie vertrauen die Gegenstände einer Person aus Ihrem Umfeld an. Schliessen Sie zudem alle Fenster und Türen. Beim Verlassen des Hauses sollte – falls vorhanden – die Alarmanlage eingeschaltet werden. Zusätzlich empfehlen wir, dass Sie im Vorfeld und während Ihrer Reise keine Angaben darüber auf den sozialen Netzwerken verbreiten. Diese Informationen sind für Dritte sehr einfach zu beschaffen.

Ist das Haus gesichert, die Nachbarn informiert und alle Details geregelt, können Sie beruhigt in die Ferien gehen. Aber auch im Urlaub sind Sie als Tourist ein bevorzugtes Ziel für Diebe. Eine der grössten Gefahrenquellen sind Taschendiebe. Diese halten sich oft an öffentlichen Plätzen oder bei Touristenattraktionen auf. Sie sind fähig, innerhalb von wenigen Augenblicken unbemerkt etwas zu stehlen. Besonders verbreitet unter den Taschendieben sind Rempler und Ablenkungsversuche. Seien Sie deshalb stets wachsam und achten Sie auf Ablenkungen. Zudem wird geraten, Handtaschen immer verschlossen und eng am Körper mit sich zu führen. Ausserdem wird empfohlen, das Portemonnaie in einen der vorderen beiden Hosentaschen zu tragen. Vorsicht ist bei Rucksäcken geboten, denn sie sitzen am Rücken. Das macht es schwierig, einen Diebstahl zu bemerken. Besonders während einer grösseren Menschenansammlung sollte der Rucksack deshalb vorne getragen werden. Seien Sie auch sensibilisiert in Bezug auf Trickdiebe: Lassen Sie keine fremden Menschen zu nahe an sich heran und achten Sie darauf, dass man nicht versucht, Sie abzulenken.

Neben Dieben gibt es weitere Kriminelle, die es auf Touristen abgesehen haben. Wechseln Sie auf der Strasse nie Geld bei einem Fremden. So können Sie sicher sein, nicht mit Falschgeld in Berührung zu kommen oder einen falschen Betrag beim Wechseln zu erhalten. Beim Abheben an Bankomaten raten wir, während der Pin-Eingabe eine Hand als Sichtschutz darüber zu halten. Benutzen Sie nach Möglichkeit nur Automaten von Banken, die Ihnen bekannt sind. Als letzten Ratschlag möchten wir Sie auf die Gefahr von falschen Liebhabern und Liebhaberinnen hinweisen. Inszenierte Liebesverhältnisse sorgen immer wieder für unüberlegte Handlungen. Für einige Einheimische sind ausländische Touristen ideal, um sie finanziell auszubeuten. Seien Sie also vorsichtig, an wen Sie in den Ferien ihr Herz verschenken. Bei Geldforderungen seitens Ihres Ferienflirts sollten Sie skeptisch werden.

Wir hoffen, dass Sie mit diesen Tipps ideal auf Ihre Ferien vorbereitet sind und wünschen Ihnen schöne und erholsame Tage. Wir freuen uns, Sie im nächsten Kapo-Ratgeber mit weiteren Ratschlägen zu versorgen.