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Publiziert am 14.11.2019 09:45 im Bereich Allgemein
St.Galler Gemeindefinanzstatistik 2018

Die Gemeindefinanzstatistik 2018 zeigt in 74 von 77 Gemeinden des Kantons positive Rechnungsabschlüsse. Über alle Gemeinden hinweg wurde im Jahr 2018 ein Gewinn von 137,3 Millionen Franken erwirtschaftet. Die gesamthaft berechnete Verschuldung weist erstmals seit Beginn der statistischen Auswertung ein kleines Nettovermögen von 24.60 Franken je Einwohnerin und Einwohner aus. Im Übrigen sind die Werte der verschiedenen Jahre aber aufgrund einer Umstellung in der Rechnungslegung kaum miteinander vergleichbar.

Die Jahre 2018 und 2019 stehen ganz im Zeichen der Umstellung der Rechnungslegung in den St.Galler Gemeinden. Schon 2018 hatten 11 von 77 politischen Gemeinden im Kanton ihre Systeme vom bisherigen «Harmonisierten Rechnungsmodell 1» (HRM1) auf das neue «Rechnungsmodell St.Galler Gemeinden» (RMSG) umgestellt. Weitere 61 Gemeinden folgen im laufenden Jahr. Ganz umgestellt haben die Gemeinden voraussichtlich im Rechnungsjahr 2022. Das neue Rechnungsmodell RMSG bringt verschiedene Veränderungen insbesondere mit Neubewertungen der Bilanz sowie bei der Gewinnverwendung. Ein direkter Vergleich mit den Rechnungen nach dem bisherigen Rechnungsmodell ist daher nicht mehr möglich. Die stufenweise Umstellung auf RMSG hatte zur Folge, dass für das Jahr 2018 zwei unterschiedliche Gemeindefinanzstatistiken notwendig wurden. Unter beiden Modellen haben die Gemeinden des Kantons positive Rechnungsabschlüsse für das Jahr 2018 verzeichnet. 64 von 66 Gemeinden mit HRM1 schlossen mit einem Gewinn ab, genauso wie 10 von 11 Gemeinden mit RMSG. 

Stabiler Umsatz 

Insgesamt beläuft sich das Ergebnis aller Gemeinden auf einen Überschuss von 137,3 Millionen Franken. Der Umsatz aller Gemeinden in der laufenden Rechnung sank leicht von 3'230,0 Millionen Franken im Jahr 2017 auf 3'224,7 Millionen Franken im Jahr 2018. Die Bilanzsumme erhöhte sich hingegen gegenüber dem Vorjahr um 365,9 Millionen Franken und beträgt neu total 4'573,8 Millionen Franken. 

Die beiden grössten Ausgabenposten der Gemeinden waren der Personalaufwand mit 1'141,3 Millionen Franken sowie der Sach- und Betriebsaufwand in Höhe von 487,1 Millionen Franken. Insgesamt ergibt dies zusammen einen Anteil von 50,5 Prozent am gesamten Umsatz. Finanziert wurde dieser Aufwand fast vollständig durch die Steuereinnahmen, die 1'519,6 Millionen Franken erreichten. Andere Aufwand- und Ertragsbereiche sind wegen der Umstellung des Rechnungsmodells nur schwer vergleichbar. 

Leichte Abnahme bei den Investitionen und insgesamt ein Nettovermögen   

Erstmals seit 1988 verfügen die Gemeinden über eine «negative Verschuldung» beziehungsweise über ein Nettovermögen. Betrug die Verschuldung im Jahr 1999 noch 3'630 Franken pro Einwohnerin und Einwohner, ging sie im Laufe der Jahre kontinuierlich zurück. Am Ende des Rechnungsjahres 2018 wiesen die Gemeinden nun mit 24.60 Franken ein kleines Vermögen je Einwohnerin und Einwohner aus. Diese positive Bilanz eröffnet den meisten Gemeinden einen grösseren Handlungsspielraum für zukünftige Investitionen. Die Phase mit relativ geringen Investitionen setzte sich auch im Rechnungsjahr 2018 fort. Am stärksten investiert wurde in den Bereichen Bildung (69,3 Mio. Franken), Verkehr (68,8 Mio. Franken) sowie Umwelt und Raumordnung (57,8 Mio. Franken). Am Total der Investitionen von 290,2 Millionen. Franken beträgt der Anteil dieser drei Aufgabenbereiche rund zwei Drittel. 

Detailzahlen stehen im Internet zur Verfügung 

Die Finanzkennzahlen und die Zahlen zu einzelnen Rechnungskonten können der Statistikdatenbank STADA2 der Fachstelle für Statistik entnommen werden. Die Zahlen der 11 Gemeinden, deren Buchhaltung bereits auf das neue Rechnungsmodell RMSG umgestellt sind, sind für das Jahr 2018 unter «Gemeindefinanzen RMSG» verfügbar. Die Zahlen der 66 anderen Gemeinden sind unter «Gemeindefinanzen HRM1» zu finden. Die folgenden Ansichten können gewählt werden: