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Publiziert am 30.10.2019 08:48 im Bereich Allgemein
Symbolbild Kultur - Alte Bücher

Ein vielfältiges Kulturschaffen und ein attraktives Kulturangebot in allen Regionen des Kantons, die Überlieferung des kulturellen Erbes sowie ein zeitgemässes Staatsarchiv und eine leistungsfähige neue Bibliothek – das sind kulturpolitische Ziele der Regierung für die Jahre 2020 bis 2027. Die dazu in den letzten Monaten durchgeführte Vernehmlassung hat gezeigt, dass diese Zielsetzungen auf breite Akzeptanz stossen. Der Kantonsrat wird die erste kantonale Kulturförderstrategie voraussichtlich in der Februarsession 2020 beraten.

Die Regierung legt ihre erste kantonale Kulturförderstrategie vor und strebt an, dass der Kanton St.Gallen über ein vielfältiges Kulturschaffen und attraktives Kulturangebot verfügt, über alle künstlerischen Sparten (Literatur, Theater, Musik usw.) hinweg und regional ausgewogen. Ziel ist zudem, dass ein reger kultureller Austausch sowohl innerhalb des Kantons als auch über die Kantonsgrenzen hinaus stattfindet und alle Bevölkerungsgruppen am kulturellen Leben und am kulturellen Erbe teilhaben. Der Kanton soll sein reichhaltiges kulturelles Erbe bewahren und überlieferen. Bau- und archäologische Denkmäler wie Altstädte, Burgen, Kirchen, Industriebauten, Bauernhäuser und archäologische Stätten sind ebenso erlebbar und sichtbar zu machen wie kantonal bedeutende Kulturgüter wie zum Beispiel alte Drucke oder Archivalien, und lebendige Traditionen. 

Kultur vor Ort und kulturelle Netzwerke stärken

Die Regierung sieht die kantonalen kulturellen Aufgaben der nächsten Jahre zusammengefasst darin, die kulturelle Vielfalt zu fördern, das kulturelle Erbe von kantonaler Bedeutung zu bewahren und zu überliefern, staatliche Überlieferung zu sichern und das Bibliothekswesen zu stärken. Angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen hin zu einer heterogeneren, mobileren und digitaler ausgerichteten Gesellschaft sind diese Ziele und Aufgaben über zwei strategische Schwerpunkte zu erreichen: zum einen über die Stärkung der «Kultur vor Ort», zum anderen über die Stärkung «kultureller Netzwerke». Schliesslich strebt die Regierung eine neue bauliche Lösung für das Staatsarchiv an und die Errichtung einer zeitgemässen Bibliothek in der Kantonshauptstadt sowie leistungsfähige Kooperationen zwischen den Bibliotheken im ganzen Kanton.

Strategie wird begrüsst

Zur Kulturförderstrategie haben im Rahmen der Vernehmlassung im Sommerhalbjahr 2019 rund 30 Parteien, Gemeinden und Organisationen Stellung genommen. Die Ziele und strategischen Stossrichtungen werden allseits begrüsst, insbesondere die Weiter­entwicklung der regionalen Förderorganisationen, die als eine der wichtigsten Errungenschaften der Kulturpolitik der letzten Jahre beurteilt werden, die Weiterent­wicklung der kantonalen Kulturstandorte (Konzert und Theater St.Gallen, Lokremise St.Gallen, Schloss Werdenberg, Kunst(zeug)Haus Rapperswil-Jona, Altes Bad Pfäfers) sowie die Förderung der kulturellen Teilhabe und die geplante Stärkung des Bibliotheks­wesens. Mehrere Stellungnahmen thematisierten allerdings die finanziellen und personellen Ressourcen in der kantonalen Kulturpolitik und forderten die Aufhebung des Kulturplafonds beziehungsweise die Einführung eines Kulturprozents. Ansonsten gebe es keinen Spielraum für notwendige Weiterentwicklungen, für eine angemessene Honorierung der Kulturschaffenden, für jüngere Kultur und für Neues. Die Regierung verzichtet indes, wie im Kulturförderungsgesetz vorgehesen, auf verbindliche finanzpolitische Aussagen auf strategischer Ebene und verweist auf die jährlichen Budgetberatungen des Kantonsrates. Einzelne Forderungen aus der Vernehmlassung sind in der vorliegenden Strategie hingegen aufgenommen, beispielsweise klarere Aussagen zum Thema Kultur und Bildung. Ebenso werden die regionalen Förderorgani­sationen stärker thematisiert sowie die angemessene Honorierung von professionellen Kunstschaffenden.

In den nächsten Monaten wird der Kantonsrat die Kulturförderstrategie beraten. Die entsprechenden Unterlagen sind unter der Nummer 23.19.03 im Ratsinformationssystem abrufbar.