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Publiziert am 18.10.2019 08:30 im Bereich Allgemein
Symbolbild Schule

Seit Beginn des Schuljahres 2019/20 werden in den Asylzentren im Kanton St.Gallen neue Konzepte für die Beschulung der Kinder im Volksschulalter umgesetzt. Grundlage bildet der Lehrplan Volksschule. Im Zentrum steht die Förderung der deutschen Sprache. Den Kindern wird so ein Wechsel zwischen den Zentren erleichtert.

In Asylzentren des Kantons St.Gallen werden Kinder im Volksschulalter seit Beginn des Schuljahres 2019/20 einheitlich beschult. Die Kinder lernen so in jedem Zentrum im Grundsatz den gleichen Inhalt basierend auf denselben Vorgaben. Der Erziehungsrat genehmigte die aufeinander abgestimmten Schulkonzepte des Bundesasylzentrums (BAZ), der kantonalen Zentren und jener der Trägerschaft Integrationsprojekte St.Gallen (TISG). Für die Kinder soll damit im fortschreitenden Integrationsprozess der Übertritt von einem Zentrum in ein anderes möglichst ohne Hürden erfolgen. Die Schulkonzepte der verschiedenen Zentren wurden darum vom Bildungsdepartement, dem Migrationsamt und der TISG koordiniert erstellt und sind in den Grundzügen gleich verfasst.

Deutsch wird gefördert

Der Unterricht und das Unterrichtspensum in den Zentren orientieren sich am Lehrplan Volksschule des Kantons St.Gallen. Im Zentrum steht die Förderung der deutschen Sprache, da sie Basis für den Unterricht in allen Fachbereichen ist. Weiter werden die Schülerinnen und Schüler auf den Übertritt in die Schule ihrer künftigen Wohngemeinde vorbereitet. Das Amt für Volksschule überprüft die Umsetzung der Konzepte und ist verantwortlich für die Aufsicht und die Schulqualität. Eine Arbeitsgruppe fördert den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren und den Lehrpersonen.

Leistungsvereinbarung mit tipiti

Der Kanton St.Gallen hat für die Organisation der Volksschule im BAZ eine Leistungsvereinbarung mit dem Verein tipiti abgeschlossen. Dieser ist langjähriger Betreiber von Sonderschulen und weiteren sonderpädagogischen Angeboten. Ebenso ist er im Kanton Appenzell Ausserrhoden für das Wohnen, die Betreuung und die Beschulung von unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden zuständig und bringt daher Wissen und Erfahrung in der Förderung von Kindern und Jugendlichen in besonders herausfordernden Lebenssituationen mit.

Längerer Aufenthalt im BAZ

Seit dem Vollzug der Asylgesetzrevision im März 2019 bleiben Asylsuchende länger in Zentren des Bundes, von denen sich eines in Altstätten befindet. Früher fand in diesen Zentren kein Volksschulunterricht statt. Seit März 2019 gibt es im BAZ Altstätten nun eine Schule mit Kindergarten, Primar- und Oberstufe. Asylsuchende mit positivem Entscheid oder im erweiterten Verfahren, die dem Kanton St.Gallen zugewiesen werden, wechseln nach maximal 140 Tagen in ein kantonales Zentrum oder in jenes der TISG.