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Publiziert am 26.08.2019 10:51 im Bereich Allgemein

Forstdienst und Jagdverantwortliche stellen fest, dass Biker vermehrt abseits von befestigten Strassen auf Trails quer durch den Wald fahren. Gemäss kantonaler Waldgesetzgebung ist das Radfahren und Reiten abseits von öffentlichen Strassen und Wegen verboten. Den Bikerinnen und Biker, die derartige illegale Trails befahren, drohen Bussen.

Der Tannenberg zwischen Engelburg und Waldkirch oder auch der Roserwald ob Gossau sind beliebte Ausflugsziele für Sportler und Erholungssuchende. Findet diese Erholungsnutzung auf den offiziellen Wegen statt, ist dagegen nichts einzuwenden. Im Gegenteil: sich im Wald zu erholen wirkt gesundheitsfördernd. 

Allerdings ist das Biken abseits von nicht klassierten Wegen nicht gestattet. Und das aus gutem Grund: Der Wald ist unter anderem Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten. Vor allem das Wild ist auf Rückzugsgebiete und Ruhe angewiesen. Eine kanalisierte Erholungsnutzung auf den breiten Waldstrassen können Wildtiere (z.B. Rehe) gut einschätzen. Fahren aber beispielsweise Biker quer durch den Wald, löst dies bei den Tieren kräftezehrende und plötzliche Fluchtreaktionen sowie Stress aus, was zum Beispiel in der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit zu erheblichen Beeinträchtigungen führen kann. Den erhöhten Nahrungsbedarf deckt das Wild unter anderem mit dem Abäsen von Knospen und Blättern. Werden die jungen Bäumchen zu stark verbissen, können die Waldverjüngung und damit die Waldfunktionen gefährdet sein. 

Biker, Reiter und andere Nutzergruppen sind darum gebeten, auf den offiziellen Wegen oder Routen zu bleiben. Ein faires Nebeneinander von Wildtieren und Erholungssuchenden ist eine Grundvoraussetzung, damit der Wald als wertvoller Lebens- und Erholungsraum erhalten bleibt. 

Forstdienst und Wildhut haben in der Vergangenheit immer wieder versucht, mit kanalisierenden und aufklärenden Massnahmen Verständnis für den Wald und die Bedürfnisse seiner «Bewohner» zu wecken. Weil diese Sensibilisierungsmassnahmen nicht die nötige Wirkung gezeitigt haben, werden nun verstärkt Ressourcen in den Vollzug gelegt. In diesem Zusammenhang ist geplant, im Grossraum St.Gallen zusammen mit der Polizei Kontrollen im Wald durchzuführen und fehlbare Personen zu büssen beziehungsweise anzuzeigen.