Publiziert am 04.06.2019 08:58 im Bereich Allgemein

Die 100-jährigen Uferverbauungen der Thur in Wattwil sind teilweise stark beschädigt und müssen saniert werden. Der Kanton St.Gallen erarbeitet hierfür ein Gesamtsanierungsprojekt. Unabhängig davon erneuert die Thurwerke AG diesen Sommer die Grundwasserfassung Rickenhof oberhalb der SOB-Thurbrücke. Um Synergien zwischen den Bauvorhaben zu nutzen, saniert der Kanton die linke Uferverbauung im entsprechenden Abschnitt von Mitte Juni bis Ende August.

Die fortschreitende Erosion des bereits stark beschädigten Uferbereiches gefährdet die angrenzende Grundwasserschutzzone. Mit den Sanierungsmassnahmen kann das Trinkwasservorkommen geschützt werden. Die neue Uferverbauung wird mit zwei Reihen aus schweren Steinblöcken realisiert. Damit entsteht wertvoller Lebensraum für die Fische mit Unterständen und strömungsberuhigten Bereichen. 

Zur weiteren ökologischen Aufwertung wird die Flusssohle strukturiert und die Strömungsvielfalt erhöht. Die Mündung des Rütibachs in die Thur erhält einen fischgängigen Ausbau. Die Böschung wird standortgerecht bepflanzt. Diese Art der Ufersicherung soll auch beim geplanten Gesamtsanierungsprojekt innerhalb des Siedlungsgebietes von Wattwil angewendet werden. 

Die Bauarbeiten beginnen Mitte Juni und dauern bis Ende August 2019. Die Erschliessung der Baustelle erfolgt von der Scheftenaustrasse aus über die Baupiste, die für den Neubau der SOB-Brücke Ulisbach erstellt wurde. Die Kosten von rund 1 Million Franken tragen die Gemeinde Wattwil und der Kanton St.Gallen. 

Um die Auswirkungen der Sanierung und Umgestaltung des Thurufers auf die Fische zu kontrollieren, wird der Fischbestand vor und nach der Umsetzung der Baumassnahmen wissenschaftlich untersucht. Dafür soll bei geeigneten Wasser- und Wetterverhältnissen am 14. Juni 2019 die Thur im Bereich der Baumassnahmen befischt werden. Die Fische werden gezählt, bestimmt, vermessen und danach unterhalb der Baustelle unverletzt wieder in die Thur zurückgesetzt.