Publiziert am 04.06.2019 14:39 im Bereich Allgemein
Klanghaus stärkt Kultur und Tourismus

Das Toggenburg ist Heimat einer ursprünglichen Gesangs- und Musikkultur, die in der Bevölkerung stark verwurzelt ist. Mit dem Klanghaus soll im Toggenburg ein musikalisches und architektonisches Zentrum für die Naturtonmusik entstehen. Am 30. Juni stimmt die Stimmbevölkerung über das Bauprojekt ab, das aus Sicht der Regierung kulturell wie touristisch einen markanten Mehrwert schafft.

Im Toggenburg spielt die Musik seit jeher eine zentrale Rolle. Die Stiftung Klangwelt Toggenburg pflegt und vermittelt seit über 15 Jahren die Themen Klang, Brauchtum und Stimme in Klangkursen, auf dem Klangweg, bei Klangfestivals und in der Klangschmiede in Alt St.Johann. Mit dem Klanghaus erhält diese Klangkultur einen Bezugspunkt mit internationaler Ausstrahlung und die Klangwelt Toggenburg kann ihr Angebot markant verbessern und ausbauen. Die herausragende Akustik des Gebäudes soll Musikerinnen und Musiker aus nah und fern für Proben, Kurse und Aufführungen anziehen. 

Einzigartiges Gebäude 

Das Gebäude ist als Holzkonstruktion geplant. Das Raumprogramm umfasst vier akustisch einzigartige Klangräume, die wie ein Instrument gestimmt werden können. Zudem gibt es zwei Aussenbühnen für Musikexperimente im Freien. Das Klanghaus soll am heutigen Standort des Hotels Seegüetli am Schwendisee oberhalb von Unterwasser entstehen. Im Vergleich zum Hotel wird das Klanghaus weiter entfernt vom See erstellt. Durch den Abbruch des Hotels und aufgrund der besonderen Architektur wird das Landschaftsschutzgebiet am Schwendisee deutlich aufgewertet. 

Vielfältige Nutzung 

60 bis 80 Teilnehmende können das Klanghaus je Kurstag nutzen. Drei Gruppen können gleichzeitig ungestört voneinander arbeiten. Das breite Publikum wird das Klanghaus im Rahmen von Führungen erleben können. Zudem sind Werkstattkonzerte geplant, und es wird möglich sein, die Räume für Bildungs-, Vereins- und Firmenanlässe rund um das Thema Klang zu nutzen. Das im Jahr 2018 grundlegend überarbeitete Betriebskonzept ist auf das gesamte Schwendi-Gebiet ausgerichtet. Das Klanghaus ist eingebunden in das touristische Gesamtkonzept «KlangSchwendi» mit dem Ziel, die ganze Region weiter als Klangdestination zu positionieren. Der Kanton baut mit dem Klanghaus auf bestehenden kulturellen Stärken auf, fördert die kulturelle Vielfalt und schafft gute Rahmenbedingungen für ein reichhaltiges Kulturschaffen, das auch internationale Bezüge aufweisen wird. 

Klangwelt finanziert Betrieb 

Der Kanton plant das Klanghaus als Bauherr. Die Klangwelt Toggenburg wird das Haus auf eigene Kosten betreiben. Die Gesamtkosten für das Projekt betragen 23,3 Millionen Franken. Davon finanziert die Klangwelt Toggenburg 1 Million Franken. Für den Kanton verbleibt ein Kreditbedarf von 22,3 Millionen Franken. 

Sagen die Stimmberechtigten Ja zum Bauvorhaben, werden die Bauarbeiten für das Klanghaus 2021 starten. 2023 soll das Klanghaus fertiggestellt werden.