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Publiziert am 30.06.2019 12:58 im Bereich Allgemein
Abstimmungsresultate

Die Stimmbevölkerung des Kantons St.Gallen hat die beiden Vorlagen zum Bau des Klanghauses Toggenburg und der Erstellung des Campus Platztor der Universität St.Gallen angenommen. Die Stimmbeteiligung lag beim Klanghaus bei 26.13 Prozent, beim Campus Platztor bei 26.08 Prozent.

Von den 77 Gemeinden haben 41 Gemeinden dem Bau des Klanghauses zugestimmt. Der Kanton kann somit am Schwendisee oberhalb von Wildhaus und Unterwasser ein Kulturvorhaben realisieren, das schweizweit einzigartig ist und in der Region Toggenburg sowohl die ursprüngliche Gesangs- und Musikkultur wie auch den Tourismus stärken soll. 

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 23,3 Millionen Franken, der Kanton finanziert 22,3 Millionen Franken. Das Klanghaus bleibt nach der Inbetriebnahme im Eigentum des Kantons. Der Betrieb wird von der Klangwelt Toggenburg sichergestellt. Der Kanton startet die Bauarbeiten 2021. Diese dauern voraussichtlich zwei Jahre. Die Eröffnung des Klanghauses ist für 2023 vorgesehen. 

Mehr Platz für Studierende 

Die zweite Vorlage am heutigen Abstimmungssonntag betrifft die Erweiterung der Universität St.Gallen. Von den 77 Gemeinden haben sich 75 Gemeinden oder 62.91 Prozent der Stimmbevölkerung für das Bauvorhaben ausgesprochen. Der Kanton St.Gallen kann somit am Platztor einen zusätzlichen Campus für 3'000 Studierende und Dozierende sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter realisieren. 

Die Gesamtkosten für den Campus Platztor belaufen sich auf 207 Millionen Franken. Der Kanton übernimmt 160 Millionen Franken, die Stadt zwei Millionen Franken, die Universität 20 Millionen Franken und der Bund voraussichtlich 25 Millionen Franken. Der Kanton beginnt die Bauarbeiten gemäss Planung 2024. Ende 2027 will er den Campus eröffnen. 

Kein Einsatz von E-Voting 

Nachdem an den vergangenen Volksabstimmungen in fünf Pilotgemeinden die Stimmbevölkerung jeweils auch den elektronischen Stimmkanal wählen konnte, fand die heutige Abstimmung ohne E-Voting statt. Grund ist ein Systemwechsel: Der Kanton St.Gallen wechselt vom System des Kantons Genf auf jenes der Post. Dies deshalb, weil der Kanton Genf sein System nicht mehr anbietet. Das System der Post wiederum wird derzeit noch vom Bund geprüft. 

Der Kanton St.Gallen hat somit die zweite Pilotphase abgeschlossen. Die dritte Pilotphase will er ab Mai 2020 beginnen. In dieser will er E-Voting allen Stimmberechtigten über ein Anmeldeverfahren und ohne Beschränkung auf einzelne Gemeinden anbieten. Bei den nationalen und kantonalen Erneuerungswahlen im Herbst 2019 und im Frühjahr 2020 verzichtet die Staatskanzlei hingegen auf den Einsatz von E-Voting. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil das praktische Zusammenspiel der unterschiedlichen Umsysteme für den Fall von Proporzwahlen noch nicht hinreichend erprobt werden konnte.