Publiziert am 20.06.2019 09:09 im Bereich Allgemein

Die aktuelle Schulabgängerumfrage, die das Amt für Berufsbildung des Kantons St.Gallen in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Statistik durchgeführt hat, zeigt für die Jugendlichen eine komfortable Situation. Rund 95 Prozent der im Juli aus der Volksschule austretenden Schülerinnen und Schüler hatten Ende Mai eine Anschlusslösung gefunden. Die Konkurrenz, in der die Lehrbetriebe bei der Rekrutierung ihres Nachwuchses stehen, bleibt weiterhin bestehen.

Die aktuelle Schulabgängerumfrage, die das Amt für Berufsbildung des Kantons St.Gallen in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Statistik durchgeführt hat, zeigt für Jugendliche eine komfortable Situation. Rund 95 Prozent der im Juli aus der Volksschule austretenden Schülerinnen und Schüler hatten Ende Mai eine Anschlusslösung gefunden. Die Konkurrenz, in der die Lehrbetriebe bei der Rekrutierung ihres Nachwuchses stehen, bleibt weiterhin bestehen. 

Alljährlich Ende Mai führt das Amt für Berufsbildung des Kantons St.Gallen eine flächendeckende Schulabgängerumfrage durch. Am Stichtag 24. Mai 2019 wurden insgesamt 4'786 Jugendliche aus den Sekundar-, Real- und Kleinklassen sowie den Brückenangeboten erfasst – 108 weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zum Jahr 2009 ist die Zahl demografiebedingt um 1‘327 Jugendliche oder rund 21,7 Prozent gesunken. Bei der Umfrage konnte ein nahezu vollständiger Rücklauf verzeichnet werden. Die Auswertung zeigt sich in der Übersicht (Abbildung 1 im PDF). 

Am Stichtag hatten 4‘518 Jugendliche oder 94,4 Prozent eine Anschlusslösung gefunden (Vorjahr 4‘592 Personen, 93,8 Prozent). Die Zahl der Jugendlichen, die in eine weiterführende Schule übertreten, ist gegenüber dem letztjährigen Wert um 74 Personen oder 1,3 Prozentpunkte gesunken. Leicht gestiegen (+36 Personen bzw. 2,4 Prozentpunkte) ist der Anteil an Jugendlichen, die eine Berufsausbildung beginnen. Demografiebedingt sind es mit 3‘483 Jugendlichen insgesamt 636 weniger als im Jahr 2009, die eine Lehre oder eine Attestausbildung antreten werden. 

564 (Vorjahr 599) Jugendliche werden in eine Zwischenlösung (staatliches Brückenangebot, private Lösung wie Fremdsprachenaufenthalt, Privatschule oder Praktikum) übertreten. Das sind 35 Personen weniger als im Vorjahr. Der Anteil der Jugendlichen mit Zwischenlösung ist mit 11,8 Prozent (Vorjahr 12,2 Prozent) aber weiterhin moderat. Der Anteil an Jugendlichen, die direkt in den Erwerbsprozess einsteigen oder ins Ausland ausreisen, liegt bei 1 Prozent – gleich wie im Vorjahr. 

Der Anteil der Jugendlichen ohne Anschlusslösung ist weiterhin tief und liegt wie in den Vorjahren um die 5-Prozentmarke. 268 Jugendliche, oder 5,6 Prozent, waren am Stichtag der Erhebung noch ohne Anschlusslösung (Vorjahr 302 Jugendliche, 6,2 Prozent). Zum gleichen Zeitpunkt waren im kantonalen Lehrstellennachweis LENA 1'674 (Vorjahr 1‘501) offene Ausbildungsplätze in etwa 150 Berufen ausgewiesen. 

Hoher Anteil Anschlusslösungen bei allen Schultypen 

Die Auswertung auf Basis des zuletzt absolvierten Typs der Volksschule (Sekundar- oder Realschule) bestätigt, dass nicht nur die schulisch am leistungsfähigsten, sondern auch die schulisch schwächeren Jugendlichen realistische Chancen auf eine Anschlusslösung haben. Am Stichtag hatten von den Absolvierenden der Sekundarschule 98,6 Prozent (Vorjahr 98,4 Prozent) und von der Realschule 94,6 Prozent (Vorjahr 92,2 Prozent) eine Anschlusslösung. Bei den Absolvierenden von Kleinklassen entspricht die Erfolgsquote mit 85,2 Prozent (Vorjahr 84,6 Prozent) in etwa dem Mehrjahresvergleich. Die Brückenangebote verzeichnen einen leichten Rückgang, liegen aber mit 82,5 Prozent (Vorjahr 83,4 Prozent) immer noch im Rahmen des Mehrjahresvergleichs (sh. Abbildung 2 im PDF). 

Bei der Lehrstellensuche spielt offensichtlich die Nationalität eine nach wie vor bedeutende Rolle. 1‘303 Personen oder 27,2 Prozent (Vorjahr 1‘325 Personen bzw. 27 Prozent) aller erfassten Jugendlichen sind ausländischer Nationalität. Bei allen Jugendlichen ohne Anschlusslösung beträgt ihr Anteil 60,8 Prozent (Vorjahr 58,9 Prozent). Der Anteil ohne Anschlusslösung bei Jugendlichen ausländischer Nationalität ist mit 12,5 Prozent (Vorjahr 13,4 Prozent) viermal höher als bei Jugendlichen mit Schweizer Nationalität (3 Prozent, Vorjahr 3,5 Prozent). 

Die aus früheren Jahren bekannten geschlechtsspezifischen Besonderheiten haben sich leicht akzentuiert. So bestätigt sich, dass weibliche Jugendliche weniger häufig (67,2 Prozent; Vorjahr 62,9 Prozent) direkt in die Berufsbildung übertreten als männliche (78,1 Prozent; Vorjahr 77,8 Prozent). Demgegenüber ist der Anteil der Jugendlichen, die in eine weiterführende Schule übertreten, bei den weiblichen klar höher als bei den männlichen (weibliche 11,9 Prozent, männliche 6 Prozent; Vorjahr 13,6 bzw. 6,9 Prozent). Ebenfalls deutlich ist der Unterschied bei den Jugendlichen, die eine Zwischenlösung beanspruchen (weibliche 14,6 Prozent, männliche 9,1 Prozent; Vorjahr 16,3 bzw. 8,2 Prozent). 

Viele Lehrstellen unbesetzt 

Die Betrachtung im Mehrjahresvergleich zeigt, dass es offensichtlich für die Lehrbetriebe weiterhin schwierig ist, alle angebotenen Lehrstellen in gewünschter Weise zu besetzen. Dies insbesondere aufgrund der tiefen Schulabgängerzahlen. Es ist bemerkenswert, dass den 268 Jugendlichen (Vorjahr 302) ohne Anschlusslösung ein Überhang von 1‘674 (Vorjahr 1‘501) frei gemeldeten Lehrstellen gegenübersteht. Wie im Vorjahr verteilen sich die offenen Lehrstellen auf rund 150 Berufe und betreffen in zunehmendem Mass auch traditionell begehrte sowie auch als anspruchsvoll geltende Berufe. Die umfangreiche Liste offener Lehrstellen deutet auf intakte Chancen auch für jene Jugendlichen hin, die noch auf der Suche sind. Sie werden dabei von verschiedener Seite aktiv unterstützt. Aus der Erfahrung früherer Jahre kann erwartet werden, dass etwa zwei Drittel von ihnen noch bis zum Schuljahresende eine Lösung finden werden, sofern sie bei der Suche aktiv mitwirken.

«Hitliste» der Berufe: Spitzenplätze unverändert 

Die «Hitliste» der zwanzig von den Schulabgängerinnen und Schulabgängern am häufigsten gewählten Berufe zeigt in der Zusammensetzung nur geringfügige Änderungen gegenüber dem Vorjahr, mit den gleichen fünf Spitzenplätzen. Die Liste wird nicht allein vom Wahlverhalten beziehungsweise von den Präferenzen der Jugendlichen, sondern ebenso sehr vom Angebot an Ausbildungsplätzen beeinflusst. 

  • Kaufmann/Kauffrau EFZ E+B (545 Personen, Vorjahr 572)

  • Fachmann/-frau Gesundheit EFZ (245 Personen, VJ 233)

  • Detailhandelsfachmann/-frau EFZ (238 Personen, VJ 200)

  • Polymechaniker/-in EFZ (148 Personen, VJ 123)

  • Elektroinstallateur/-in EFZ (110 Personen, VJ 116)

  • Fachmann/-frau Betreuung EFZ (102 Personen, VJ 82)

  • Zeichner/-in EFZ (97 Personen, VJ 101)

  • Zimmermann/Zimmerin EFZ (84 Personen, VJ 75)

  • Informatiker/-in EFZ (80 Personen, VJ 70)

  • Schreiner/-in EFZ (79 Personen, VJ 74)

  • Konstrukteur/-in EFZ (75 Personen, VJ 63)

  • Logistiker/-in EFZ (75 Personen, VJ 77)

  • Koch/Köchin EFZ (70 Personen, VJ 86)

  • Medizinische/-r Praxisassistent/-in EFZ (64 Personen, VJ 60)

  • Montage-Elektriker/-in EFZ (64 Personen, VJ 48)

  • Automobil-Fachmann/-frau EFZ (56 Personen, VJ 60)

  • Detailhandelsassistent/-in EBA (54 Personen, VJ 45)

  • Automatiker/-in EFZ (52 Personen, VJ 53)

  • Dentalassistent/-in EFZ (50 Personen, VJ 62)

  • Bäcker-Konditor-Confiseur/-in EFZ (48 Personen, VJ 42)