Publiziert am 03.04.2019 08:08 im Bereich Allgemein

Der neue Lehrplan Volksschule des Kantons St.Gallen wird in zwei Phasen in den Schulen verankert: Seit dem Schuljahr 2017/18 machen sich Schulleitungen und Lehrpersonen mit Unterstützung des Kantons mit dem neuen Instrument vertraut. Auf das Schuljahr 2020/21 wird nun das angepasste Konzept für die Schülerbeurteilung hinzugefügt. Gleichzeitig werden erste Anpassungen der Rahmenbedingungen des Lehrplans vorbereitet.

Der neue Lehrplan ist interkantonal – sprachregional – harmonisiert und auf kompetenzorientierten Unterricht ausgelegt. Zum kompetenzorientierten Lehrplan gehört auch eine angepasste Schülerbeurteilung. Diese wird in einer zweiten Phase der Lehrplaneinführung eingebracht. Der Erziehungsrat hat von der Abteilung Schul- und Unterrichtsforschung am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Bern eine Evaluation des bisherigen Beurteilungssystems durchführen lassen sowie Vorschläge der Anspruchsgruppen an der Schulbasis abgeholt. Ab dem Schuljahr 2020/21 greifen in der Beurteilung folgende Neuerungen: 

  • In der 3. bis 6. Primarklasse gibt es neu ein Jahreszeugnis. Was heute schon in der 2. Klasse bewährter Standard ist, wird bis in die 6. Klasse weitergeführt. Auf der Oberstufe bleibt es für die Weichenstellung in die weiterführenden Schulen beim Semesterzeugnis.

  • Für den Übertritt zwischen den Klassen gilt nicht mehr eine Notensumme, sondern die Gesamtbeurteilung aller Schulleistungen und des Verhaltens.

  • Die Arbeitshaltungsnote im Zeugnis wird durch eine dokumentierte Beurteilung des gesamten Arbeits-, Lern- und Sozialverhaltens abgelöst.

  • Das Beurteilungsgespräch mit den Eltern wird gestärkt. Der Kanton gibt den Schulen dafür stufengerecht verbindliche Elemente vor. Gegenstand des Gesprächs sind die Fachleistungen, das Arbeits-, Lern- und Sozialverhalten sowie die Lernentwicklung der Schülerin oder des Schülers.


Übertritt Oberstufe: Leistung in Kernfächern zählt

 

Wird in der Primarschule in der Promotion auf die Gesamtbeurteilung umgestellt und damit vom Zusammenzählen der Noten Abstand genommen, so rücken für den Übertritt von der Primarschule in die Oberstufe die Leistungen in den Kernfächern wieder in den Vordergrund. Der Erziehungsrat wird Fächer und Beurteilung bestimmen und zeitgerecht kommunizieren.

 

Rahmenbedingungen des Lehrplans werden angepasst

 

Der Erziehungsrat hat die Stellungnahmen der Lehrpersonen und Schulleitungen zur anfänglichen Lehrplaneinführung analysiert und beschlossen, auf das Schuljahr 2020/21 erste Anpassungen an den Rahmenbedingungen vorzubereiten. Dabei geht es etwa um die Organisation des Unterrichts im Fach Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH). Im Austausch mit der Regierung will der Erziehungsrat auch das umstrittene Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG) thematisieren. Der Erziehungsrat wird für das zweite Paket der Lehrplaneinführung rechtzeitig vor Beginn des Schuljahrs 2020/21 die Reglemente anpassen und die Unterstützung für Schulleitungen und Lehrpersonen sicherstellen.

 

Einführung des Lehrplans ist auf Kurs

 

Die Lehrpersonen wurden in der Einführungsphase des neuen Lehrplans mit den Neuerungen vertraut gemacht. Die Schulleitungen melden dem Erziehungsrat ihrerseits Impulse für die weitere Entwicklung. Eine pragmatische Einführung ist auch deshalb vernünftig, weil die Lehrmittel durch die Verlage nicht auf einen Schlag umgestellt werden konnten, sondern schrittweise modernisiert werden müssen.

 

Seit dem Schuljahr 2015/16 machen sich die Schulen schrittweise mit dem neuen Lehrplan vertraut. Die laufende Einführung ist gut auf Kurs. Die Schulleitungen zeigen grosses Engagement beim Implementieren und das Amt für Volkschule bietet Unterstützung in Form von Information und Weiterbildung an.