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Publiziert am 22.03.2019 08:11 im Bereich Allgemein

Mit dem Energiekonzept 2021 bis 2030 will der Kanton neue Ziele und Massnahmen definieren, um die Energieeffizienz zu erhöhen und den CO2-Ausstoss weiter zu senken. Das Konzept soll auch im Bereich Mobilität und Verkehr ansetzen, wo nach wie vor grosses Potenzial besteht. Die Regierung hat nun den Projektauftrag für das Konzept verabschiedet.

Heizöl, Erdgas und fossile Treibstoffe machen rund 75 Prozent des gesamten Energieverbrauchs des Kantons aus. Gebäude und Verkehr sind somit für den Hauptteil des CO2-Ausstosses verantwortlich. Der Elektrizitätsverbrauch liegt bei rund 25 Prozent des gesamten Energieverbrauchs. Etwas mehr als 60 Prozent des Stroms stammen aus Kernkraftwerken. Diese Zahlen zeigen: Weitere Anstrengungen bei den Gebäuden, dem Verkehr und der Industrie sind notwendig. Mit dem Energiekonzept legt der Kanton nun neue Ziele und Instrumente fest, um den Energieverbrauch weiter zu reduzieren, den CO2-Ausstoss zu senken und den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen. Das Baudepartement erarbeitet das Konzept unter Einbezug der Interessensgruppen. Im Herbst 2019 sollen die Stossrichtungen vorliegen.

 

Neue Wege suchen

 

Das aktuelle Energiekonzept 2008 bis 2020 fokussierte auf die Bereiche Wärme und Strom für Gebäude. Zurzeit fördert der Bund energetische Erneuerungen und den Einsatz erneuerbarer Energien für Gebäude. Diese finanziellen Beiträge sind voraussichtlich bis 2025 befristet. Ungeachtet dessen muss sich der CO2-Ausstoss von Gebäuden bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Jahr 1990 schweizweit mehr als halbieren. Im neuen Energiekonzept sind somit neue Wege zu finden, um dieses Ziel zu erreichen.

 

Alternativen zu klassischen Instrumenten

 

Neue Möglichkeiten sieht der Kanton in der Verhaltensökonomie. Die Verhaltensökonomie besagt, dass Menschen Entscheide nicht immer aufgrund rationaler Merkmale fällen, sondern Entscheidungen durch das Umfeld und soziale Normen beeinflusst werden. Die Verhaltensökonomie bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, um das Verhalten von Menschen zu verstehen. Daraus lassen sich Werkzeuge entwickeln, die zusätzlich zu den «klassischen» Massnahmen wie zum Beispiel der Energieförderung eingesetzt werden können. Vor allem dort, wo Preismechanismen und Gebote sowie Verbote entweder nicht funktionieren oder nicht verfügbar sind.

 

Grosses Potenzial beim Verkehr

 

Der Bereich Mobilität und Verkehr war bis anhin nicht Teil des Energiekonzeptes. Wegen seines massgeblichen Anteils an der CO2-Belastung besteht hier ein grosses Potential. So wie in den letzten zehn Jahren im Bereich der Wärme für Gebäude sollen auch auf diesem Gebiet Instrumente für eine energieeffiziente und CO2-arme Mobilität entwickelt werden. Neben dem Kanton St.Gallen sind auch die Regionen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Arbeitgeber wichtige Akteure in diesem Bereich.

 

Aktuelles Energiekonzept wirkt

 

Die Massnahmen aus dem aktuellen Energiekonzept 2008 bis 2020 zeigen Wirkung. Zwischen den Jahren 2013 und 2016 ging der Energieverbrauch im Kanton tendenziell zurück. Gut 12 Prozent des Energiebedarfs kann mittlerweile selbst erzeugt werden. Dabei spielen Wasserkraftwerke, Wärmenetze und Umgebungswärme die grösste Rolle. Der Anteil aus Sonnenenergie, Biogas, Holz und Windkraft hat sich zwischen 2013 und 2016 nahezu verdreifacht.