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Publiziert am 24.02.2017 10:22 im Bereich Allgemein

86 Maturandinnen und Maturanden haben sich während der Anmeldefrist zum Medizinstudium, die am 15. Februar 2017 zu Ende ging, für den «St.Galler Track» entschieden. Der Anmeldestand zeigt, dass der neue Masterstudiengang, der ein spezielles Augenmerk auf die Grundversorgung und die Interprofessionalität legt, auf Interesse stösst. Gleichzeitig trieb der kantonale Lenkungsausschuss die für den weiteren Projektverlauf erforderlichen Vorarbeiten im Kanton St.Gallen voran.

Im sogenannten «St.Galler Track» absolvieren die Studierenden ihr Bachelorstudium vorwiegend an der Universität Zürich. Für das Masterstudium wechseln sie dann nach St.Gallen zum neuen Studiengang «Joint Medical Master St.Gallen».

 

Vielfältige Erfahrungen als Stärke des Studienlehrgangs

 

Der gesamte «St.Galler Track» basiert auf einer Kooperation zwischen den beiden Universitäten St.Gallen und Zürich unter Mitwirkung des Kantonsspitals St.Gallen (KSSG) und des Universitätsspitals Zürich. Der Kooperationspartner Zürich verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern. Diese wird ergänzt durch das in der Ostschweiz vorhandene medizinische Wissen und die Erfahrungen von hiesigen Dozierenden an bestehenden medizinischen Fakultäten. Dank dem Mitwirken der Universität St.Gallen kann ihr anerkanntes Know-how in Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften auch für die Ausbildung von künftigen Medizinerinnen und Medizinern in einem Schwerpunkt nutzbar gemacht werden. Ein weiterer Fokus der neuen Ausbildung in Humanmedizin in St.Gallen liegt auf der Grundversorgung und der Interprofessionalität. Die klinisch-praktische Ausbildung erfolgt in einem Netzwerk von verschiedenen Gesundheitsinstitutionen, wobei das Kantonsspital St.Gallen die Führungsrolle einnimmt. Dank dieser vernetzten Struktur können das KSSG, das Ostschweizer Kinderspital, die Geriatrische Klinik St.Gallen und die niedergelassenen Ärzte ihre Kompetenz optimal an die Medizinstudierenden weitergeben. Die von der Schweizerischen Hochschulkonferenz (SHK) kommunizierten Anmeldezahlen weisen darauf hin, dass die Kombination von Wissen und klinisch-praktischer Erfahrung von vier hochrangigen Institutionen sowie die gewählten Themenschwerpunkte des Lehrgangs in St.Gallen auch aus Sicht der angehenden Studierenden als attraktiv und zukunftsorientiert eingestuft werden.

 

Stand der Projektarbeiten und Ausblick

 

Die St.Galler Regierung hat am 2. November 2016 den Auftrag für die Konzeption des «Joint Medical Master St.Gallen» erteilt. In der Zwischenzeit hat der von der Regierung eingesetzte Lenkungsausschuss seine Arbeit aufgenommen und die vorgesehene Projektorganisation eingesetzt. Im Weiteren konnten die noch offenen Grundsatzfragen der Kooperation zwischen den beiden Universitäten St.Gallen und Zürich sowie dem Kantonsspital St.Gallen und dem Universitätsspital Zürich bereinigt werden. Damit sind die im Hinblick auf die konkrete Ausgestaltung des Studienlehrgangs erforderlichen Vorarbeiten abgeschlossen.

 

In einem nächsten Schritt werden die interessierten Kreise aus der Ostschweiz, unter anderem aus den Bereichen Medizin, Wirtschaft und Politik, näher über das Projekt informiert und in die konkrete Ausgestaltung des Studienlehrgangs mit einbezogen. Zudem wird derzeit die Vorlage zur notwendigen Anpassung des Universitätsgesetzes erarbeitet, die im Winter 2017/18 im Kantonsrat behandelt werden soll. Die nachfolgende Volksabstimmung ist für Juni 2018 vorgesehen.