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Publiziert am 19.08.2015 09:24 im Bereich Allgemein

Die Regierung gibt eine Auslegeordnung zu einer neuen Behördenstruktur für die kantonalen Berufsfachschulen bis Ende November 2015 in eine breite Vernehmlassung. Ziel ist eine Neuordnung mit klaren Führungslinien, ungeteilten Zuständigkeiten und straffen Systemebenen.

Der Kanton St.Gallen führt über das Kantonsgebiet verteilt neun Berufsfachschulen. Diese werden je von einem Rektor geleitet. Für jede Berufsfachschule ist eine Berufsfachschulkommission eingesetzt. Den Kommissionen obliegt die unmittelbare Aufsicht über die jeweilige Schule. Dies führte zu Unklarheiten und Überschneidungen an der Schnittstelle zu den Zuständigkeiten des Bildungsdepartementes und des Amtes für Berufsbildung. Der Kantonsrat hat die Regierung deshalb in der Novembersession 2012 beauftragt, die Zuständigkeiten zwischen den Berufsfachschulkommissionen und dem Bildungsdepartement zu überprüfen. Das Bildungsdepartement hat den Prüfauftrag mit dem Ziel verbunden, direkt Lösungsansätze zu finden.

 

Fachliche Sicht für Linienorganisation

 

Im Rahmen eines breit abgestützten Projekts unter externer Leitung und unter Einbezug von Vertretungen aus allen beteiligten Gremien wurden verschiedene neue Modelle für die Behördenstruktur entwickelt. Die Regierung hat nun von einer entsprechenden Auslegeordnung Kenntnis genommen. Sie hat zur Kenntnis genommen, dass eine rein fachliche Betrachtung – klare Führungslinien, ungeteilte Zuständigkeiten, Straffung der Systemebenen – dafür spricht, künftig auf die Berufsfachschulkommissionen zu verzichten und stattdessen Fachkommissionen für die verschiedenen Berufsfelder zu bilden. Die Schulen würden bei dieser Sichtweise ihre Autonomie behalten, aber neu ausschliesslich in der Linienorganisation, d.h. durch das Bildungsdepartement beaufsichtigt. Über die kantonalen Fachkommissionen würde die Vernetzung mit der Berufswelt sichergestellt.

 

Vernehmlassung im Vorfeld der Weichenstellung

 

Die von der Projektgruppe erarbeitete Auslegeordnung wird nun bis Ende November 2015 in eine breite Vernehmlassung gegeben. Anschliessend wird sich die Regierung für das künftige Modell entscheiden. Dabei wird sie sowohl die Fachmeinung als auch die Vernehmlassungen berücksichtigen.

 

Gesetzesvorlage auf Sommer 2016

 

Eine angepasste Behördenstruktur für die kantonalen Berufsfachschulen bedingt eine Gesetzesänderung. Dem Kantonsrat wird nach Auswertung der Vernehmlassung auf Beginn der neuen Amtsdauer 2016/2020 eine Vorlage unterbreitet. Weil die Amtsdauer der Berufsfachschulkommissionen Ende Mai 2016 ausläuft, sollen die Kommissionen für die Amtsdauer 2016/2020 mit dem Vorbehalt wiedergewählt werden, dass während der Amtsdauer unter Umständen eine Gesetzesänderung wirksam wird.