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Publiziert am 03.07.2015 00:00 im Bereich Allgemein

Boden steht nicht überall in der gewünschten Qualität zur Verfügung. Manchmal ist der Boden von Natur aus lehmig und klebrig. Das Wasser versickert nur langsam. Der Boden bietet zu wenig Raum für Wurzeln. Die Bodenfruchtbarkeit lässt zu wünschen übrig. Solcher Boden kann verbessert werden. In Gams geschieht dies mit gutem Erfolg mit Schlamm aus Kiessammlern der Region.

Um die Bodenqualität in Gams an ausgewählten Standorten zu verbessern, wird der lehmig-klebrige Unterboden mit einer rund 50 cm hohen sandig-kiesigen Schicht aus Material aus Kiessammlern überdeckt. Der angestammte Oberboden (Humus) wird vorher entfernt und zum Schluss wieder aufgetragen. Beim Ausgangsboden handelt es sich um einen tonhaltigen Boden mit wenigen Hohlräumen. Solche Böden sind trotz Entwässerung mittels Drainageleitungen häufig nass. Deren Bewirtschaftung ist schwierig. Probleme ergeben sich beim Befahren mit Landmaschinen oder beim Weidegang mit Vieh. Fahrspuren und Trittschäden sind die Folge. In der Folge vernässt der Boden noch mehr. 

Material wird sinnvoll genutzt

Das Material, das für die Überschüttung des Bodens verwendet wird, stammt aus Rückhaltebecken. Die Kiessammler halten das Geschiebe der Bäche mit Einzugsgebiet im Gamser- und Grabserberg oder Alpstein zurück. Die Sammler müssen regelmässig geleert werden, damit sie nicht überlaufen und ihre Schutzfunktion weiterhin erfüllen können. Der Schlammsammler „Widen“ bei Gams liefert 15‘000 m3 Geschiebe für die Verbesserung von 3 ha Boden im Gebiet „Felsbachriet“. 

Materialverwertung ist anspruchsvoll

Zuerst werden rund 15 cm des wertvollen Oberbodens (Humus) abgetragen. Dann wird eine Schicht von etwa 50 cm des Schlamms aus dem Sammler auf den freigelegten Unterboden geschüttet. Danach wird der abgetragene Humus wieder sorgfältig aufgetragen.

Der Einbau des Materials erfolgt in Etappen. 

Dutzende von Baggermatratzen notwendig

Die schweren Baumaschinen können das Material aus den Geschiebesammlern nur bei trockenem Boden einbringen. Um den ohnehin schon dichten Boden zu schonen, fahren sie nicht direkt auf dem Boden, sondern bewegen sich auf Matratzen aus Holzstämmen. Dasselbe gilt für die Transportfahrzeuge, welche das Material ins Feld führen. Sie fahren auf einer temporären Baupiste aus Dutzenden von Matratzen aus Holzstämmen, was sich sehr gut bewährt hat.   

Alle profitieren

Das Material aus den Geschiebesammlern ist hundert Prozent natürlich. Es ist reich an Feinkies, Sand und organischen Bestandteilen. Solches Material lässt sich sinnvoll wiederverwenden. Die Bodenqualität wird nachhaltig verbessert, eine Massnahme, bei der alle, auch die Umwelt gewinnen. Boden ist Lebensraum für zahlreiche Lebewesen, wie Mikroorganismen, Bakterien, Pilze und Tiere. Bodenorganismen sind für den Aufbau, den Umbau und den Abbau von organischen Stoffen im Boden verantwortlich und beeinflussen somit die Stabilität von Ökosystemen. Guter Boden ist eine wesentliche Grundlage für die Nahrungsmittelproduktion. 

2015 ist Internationales Jahr des Bodens. Das Amt für Umwelt und Energie (AFU) sorgt dafür, dass unserem Kulturland Sorge getragen wird. Im Jahr des Bodens wird das AFU mehrere Anlässe in verschiedenen Gemeinden durchführen und Einblick in seine Tätigkeiten geben. Die Medien werden dazu eingeladen.