Logo Kanton St.Gallen
Publiziert am 23.06.2015 09:07 im Bereich Allgemein

Die Schulabgängerumfrage, die das Amt für Berufsbildung des Kantons St.Gallen durchgeführt hat, zeigt für die Jugendlichen wiederum eine ausgezeichnete Gesamtsituation. Über 94 Prozent der im Juli aus der Volksschule Austretenden hatten Ende Mai eine Anschlusslösung gefunden. Im Mehrjahresvergleich liegt dies ebenso nahe beim letztjährigen Höchstwert wie die 74.1 Prozent der Übertrittsquote in eine berufliche Grundbildung. Konstant ist auch die Nachfrage nach Brückenangeboten.

Den 284 Jugendlichen ohne Anschlusslösung standen am Stichtag 1299 frei gemeldete Ausbildungsplätze in über 150 Berufen gegenüber. Dies weist auf die zunehmende Konkurrenz hin, in der die Lehrbetriebe bei der Rekrutierung ihres Nachwuchses stehen.

 

Alljährlich führt das Amt für Berufsbildung des Kantons St.Gallen Ende Mai eine flächen-deckende Schulabgängerumfrage durch. Am Stichtag 29. Mai 2015 wurden insgesamt 5136 Jugendliche aus den Sekundar-, Real- und Kleinklassen sowie den Brückenangeboten erfasst. Die Zahl liegt um 138 Jugendliche unter dem Vorjahreswert. Seit dem Jahr 2008 ist sie demografiebedingt um 1442 Jugendliche oder rund 22 Prozent gesunken.

 

Bei der Umfrage konnte ein hundertprozentiger Rücklauf verzeichnet werden. Die Auswertung zeigt sich in der Übersicht wie folgt: (s. Tabelle im PDF-Dokument)

 

Am Stichtag hatten 4852 Jugendliche oder 94.5 Prozent eine Anschlusslösung gefunden (Vorjahr 5023 Personen, 95.2 Prozent). Die Zahl der Jugendlichen, die in eine weiterführende Schule übertreten, ist um 0.8 Prozent gesunken und liegt im mehrjährigen Durch-schnitt. Sehr hoch ist auch dieses Jahr der Anteil an Jugendlichen, die eine Berufsausbildung beginnen. Er ist in den Jahren 2008 bis 2014 kontinuierlich von 67.9 auf 74.3 Pro-zent angestiegen und liegt dieses Jahr mit 74.1 Prozent nahe beim letztjährigen Höchst-wert. Demografiebedingt sind es mit 3805 Jugendlichen dennoch 115 weniger als im Vorjahr, die eine Lehre oder eine Attestausbildung antreten werden.

 

552 Jugendliche werden in eine Zwischenlösung (staatliches Brückenangebot, private Lösung wie Fremdsprachenaufenthalt, Privatschule oder Praktikum) übertreten. Dies sind praktisch genau gleichviele wie im Vorjahr (549 Personen). Der Anteil liegt mit 10.7 Prozent (Vorjahr 10.4 Prozent) weiterhin markant unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Der Anteil an Jugendlichen, die direkt in den Erwerbsprozess einsteigen oder ins Ausland ausreisen, ist wiederum marginal und liegt bei 1.1 Prozent (Vorjahr 1.2 Prozent).

 

Erfreulich ist, dass der Anteil an Jugendlichen ohne Anschlusslösung weiterhin sehr tief ist und weiterhin markant unter dem Mehrjahresvergleich liegt. 284 Jugendliche oder 5.5 Prozent waren am Stichtag der Erhebung noch ohne Anschlusslösung (Vorjahr 251 Jugendliche, 4.8 Prozent). Zum gleichen Zeitpunkt waren im kantonalen Lehrstellennach-weis "Lena" 1299

(Vorjahr 1097) offene Ausbildungsplätze in 155 Berufen ausgewiesen.

 

Gute Perspektiven bei allen Schultypen

 

Die Auswertung auf Basis des zuletzt absolvierten Typs der Volksschule bestätigt, dass nicht nur die schulisch am leistungsfähigsten, sondern auch die schulisch schwächeren Jugendlichen reelle Chancen auf eine Anschlusslösung haben. Am Stichtag hatten von den Absolvierenden der Sekundarschule 98.6 Prozent (Vorjahr 98.4 Prozent) und von der Realschule 93.5 Prozent (Vorjahr 94.8 Prozent) eine Anschlusslösung. Besonders erfreulich ist die anhaltend hohe Erfolgsquote bei den Absolvierenden von Kleinklassen mit 86.6 Prozent (Vorjahr 86 Prozent). Einzig bei den Brückenangeboten ist die Quote leicht gesunken. Sie liegt mit 82.7 Prozent (Vorjahr 85.3 Prozent) immer noch über dem mehrjährigen Durchschnitt. (s. Tabelle im PDF-Dokument)

 

Während sich die Situation in Bezug auf den absolvierten Volksschultyp tendenziell aus-geglichen hat, spielt bei der Lehrstellensuche offensichtlich die Nationalität eine nach wie vor bedeutende Rolle. So ist der Anteil ohne Anschlusslösung bei Jugendlichen ausländischer Nationalität mit 12.4 Prozent (Vorjahr 11.8 Prozent) markant, nämlich fast viermal höher als bei Jugendlichen mit Schweizer Nationalität (3.3 Prozent, Vorjahr 2.7). 1260 Personen oder 24.5 Prozent (Vorjahr 1178 Personen bzw. 22.3 Prozent) aller erfassten Jugendlichen sind ausländischer Nationalität. Von allen Jugendlichen ohne Anschlusslösung sind 54.9 Prozent (Vorjahr 55.4 Prozent) ausländischer Nationalität.

 

Im Rahmen der Vorjahre liegen die geschlechtsspezifischen Besonderheiten. So bestätigt sich, dass weibliche Jugendliche markant weniger häufig direkt in die Berufsbildung übertreten als männliche (weibliche 68.3 Prozent, männliche 80.1 Prozent; Vorjahr 67.5 bzw. 81.7 Prozent). Demgegenüber ist der Anteil der Jugendlichen, die in eine weiterführende Schule übertreten, bei den weiblichen markant höher als bei den männlichen (weibliche 10.4 Prozent, männliche 6.5 Prozent; Vorjahr 11.2 bzw. 7.3 Prozent). Noch deutlicher ist der Unterschied bei den Jugendlichen, die eine Zwischenlösung beanspruchen (weibliche 14.7 Prozent, männliche 6.6 Prozent; Vorjahr 14.7 bzw. 5.8 Prozent).

 

Viele Lehrstellen unbesetzt

 

Die Auswertung der Erhebung im Mehrjahresvergleich akzentuiert den Trend, dass es offensichtlich für die Lehrbetriebe zunehmend schwieriger ist, alle angebotenen Lehrstellen in gewünschter Weise zu besetzen. Dies insbesondere aufgrund der demografisch rückläufigen Entwicklung der Schulabgängerzahlen. Es sticht ins Auge, dass den 284 Jugendlichen (Vorjahr 251) ohne Anschlusslösung ein Überhang von 1299 (Vorjahr 1097) frei gemeldeten Lehrstellen gegenüber steht. Ebenso fällt auf, dass sich die offenen Lehrstellen auf 155 Berufe verteilen und in zunehmendem Mass auch solche betreffen, die auf der Präferenzliste der Jugendlichen traditionell hoch eingestuft sind, aber als anspruchsvoll gelten. Die umfangreiche Liste offener Lehrstellen deutet darauf hin, dass auch für die Jugendlichen, die noch auf der Suche sind, intakte Chancen bestehen, bis zum Lehrbeginn im August noch eine Anschlusslösung zu finden.

 

"Hitliste" der Berufe: Spitzenplätze unverändert

 

Die "Hitliste" der 20 von den st.gallischen Schulabgängerinnen und Schulabgängern am häufigsten gewählten Berufe ist nicht allein vom Wahlverhalten der Jugendlichen, sondern ebensosehr vom Angebot an Ausbildungsplätzen bestimmt. Sie zeigt in der Zusammensetzung nur geringfügige Änderungen gegenüber dem Vorjahr mit unveränderter Reihenfolge der sechs Spitzenplätze. Bezüglich Zahl an Ausbildungsverhältnissen fallen allerdings bei einzelnen Berufen beträchtliche Abweichungen gegenüber dem Vorjahr auf.

 

Kaufmann/Kauffrau EFZ E+B (663 Personen, Vorjahr 662)

Detailhandelsfachmann/-frau EFZ (313 Personen, VJ 297)

Fachmann/frau Gesundheit EFZ (214 Personen, VJ 242)

Polymechaniker/-in EFZ (140 Personen, VJ 167)

Elektroinstallateur/-in EFZ (132 Personen, VJ 141)

Zeichner/in EFZ (103 Personen, VJ 100)

Fachmann/frau Betreuung EFZ (88 Personen, VJ 91)

Zimmermann/Zimmerin EFZ (88 Personen, VJ 72)

Logistiker/-in EFZ (86 Personen, VJ 72)

Koch/Köchin EFZ (85 Personen, VJ 97)

Konstrukteur/in EFZ (81 Personen, VJ 71)

Detailhandelsassistent/in EBA (78 Personen, VJ 65)

Informatiker/in EFZ (77 Personen, VJ 73)

Schreiner/-in EFZ (74 Personen, VJ 89)

Dentalassistent/in EFZ (72 Personen, VJ 81)

Automobil-Fachmann/-frau EFZ (68 Personen, VJ 63)

Medizinische Praxisassistentin EFZ (67 Personen, VJ 66)

Automatiker/-in EFZ (54 Personen, VJ 57)

Coiffeur/Coiffeuse EFZ (50 Personen, VJ 64)

Sanitärinstallateur/-in EFZ (45 Personen, VJ 51)