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Publiziert am 14.08.2013 13:59 im Bereich Allgemein

Soll eine Sterbehilfeorganisation Zugang zu einem Pflegeheim haben und welche Bedingungen müssten dafür erfüllt sein? Diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten. Dennoch müssen sich alle Pflegeheime zu einer Antwort durchringen. Dazu hat die Fachkommission für Altersfragen eine Empfehlung erarbeitet.

Die Symptome einer Krankheit und die damit verbundenen Leiden können in der letzten Lebensphase nicht immer genügend gelindert werden. Dies kann dazu führen, dass eine betroffene Person mit Hilfe einer Sterbehilfeorganisation den Zeitpunkt des Todes selber bestimmen will. Wenn für Betagte der Umzug ins Pflegeheim ansteht, ist es für sie und die Angehörigen bei der Wahl der Einrichtung wichtig zu wissen, ob Sterbehilfeorganisationen Zugang zu einem Pflegeheim haben oder nicht.

 

Regelung erarbeiten und kommunizieren

 

Ein genereller Zugang oder eine grundsätzliche Zugangsverweigerung in allen St.Galler Heimen für Sterbehilfeorganisationen kann keine Lösung sein. Zu verschieden sind die Heime und auch deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch Bewohnerinnen und Bewohner. Die Fachkommission für Altersfragen ist aber der Meinung, dass die Heime den Umgang mit Sterbehilfeorganisationen klar regeln und kommunizieren sollen. Nicht nur Angehörige und Bewohnerinnen und Bewohner, sondern auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind auf Transparenz angewiesen, ob und was möglich ist. Dadurch können Unsicherheiten bei allen Beteiligten vermieden werden.

 

Entscheid ist auch für Heim nicht einfach

 

Die Empfehlung der Fachkommission für Altersfragen enthält auch ein Arbeitsmittel für die Heime. Um zu entscheiden, ob und was im Heim möglich sein soll, muss viel abgewogen werden. Das Arbeitsmittel soll die Pflegeheime darin unterstützen. Auch wenn die Datenlage vermuten lässt, dass Heime nur selten damit konfrontiert werden, senkt eine frühzeitige Auseinandersetzung den Entscheidungsdruck in Einzelsituationen und verbessert den Umgang mit der ohnehin anspruchsvollen Situation.

 

Die Fachkommission für Altersfragen des Kantons St.Gallen

 

Die Fachkommission für Altersfragen wird nach Sozialhilfegesetz vom Departement des Innern eingesetzt. Die Kommission bearbeitet übergeordnete Fragen zur Alterspolitik und zur Umsetzung des Krankenversicherungsgesetzes und des Sozialhilfegesetzes. Sie bildet ein wichtiges überregionales und interdisziplinäres Austauschgefäss und setzt sich wie folgt zusammen:

- politische Gemeinden;

- CURAVIVA St.Gallen, Verband der Betagten- und Pflegeheime des Kantons St.Gallen;

- Gesundheitsdepartement;

- Krankenversicherungen;

- Sozialversicherungsanstalt;

- Amt für Soziales des Departementes des Innern.