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Publiziert am 07.03.2013 09:38 im Bereich Allgemein

Im Februar hat sich die Zahl der Stellensuchenden kaum verändert, was für diesen Monat nicht untypisch ist. Einzig bei den jüngeren Stellensuchenden hat eine klare Abnahme stattgefunden. Die Fachstelle für Statistik stellt in ihrem Onlineangebot eine neue Kennzahl zur Verfügung, den "Arbeitslosenanteil (Wohnbevölkerung)", der im Gegensatz zur bekannten Arbeitslosen- bzw. Stellensuchendenquote auch auf Ebene Gemeinde zur Verfügung steht.

Ende Februar 2013 waren im Kanton St.Gallen 10952 Personen bei einem RAV gemeldet (-52 oder -0,5%), davon 7304 (-153 oder -2,1%) arbeitslos, also sofort für eine Stelle verfügbar. Die Stellensuchendenquote verharrt damit auf 4,1 Prozent, die Arbeitslosenquote sinkt von 2,8 Prozent Ende Januar 2013 auf 2,7 Prozent. Bei den Branchen sind keine wesentlichen Änderungen festzustellen. In der Industrie beträgt die Abnahme bei den Stellensuchenden 0,2 Prozent, im Dienstleistungsbereich 0,5 Prozent. Erneut am stärksten profitiert haben die 15- bis 24-Jährigen, bei denen die Anzahl Stellensuchender um 59 Personen oder 3,4 Prozent auf 1694 zurückgegangen ist.

 

Entwicklung in den Regionen

 

Vergleicht man die Entwicklung der RAV-Regionen, so ist die Abnahme in der RAV-Region Oberuzwil am stärksten (Zahl der Stellensuchenden -2,7%, neu: 1530), gefolgt von Wattwil (-2,5%; neu: 619) und St.Gallen (-1,1%, neu: 3673). Unverändert sind die Zahlen in Sargans (1371), leicht zugenommen haben sie in Heerbrugg (+0,5%, neu: 2611) und Rapperswil-Jona (+3,2%, neu: 1148).

 

Voranmeldungen zur Kurzarbeit nehmen leicht zu

 

Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ist für den gesamten Kanton St.Gallen auf 1518 gestiegen. Die Voranmeldungen zur Kurzarbeit für den kommenden Monat nahmen leicht ab. Neu sind etwas über 2400 Mitarbeitende in 115 Betrieben betroffen. In einem Kurs oder einem Einsatzprogramm befanden sich 1195 Stellensuchende (10,9%), 1613 (14,7%) gingen einem Zwischenverdienst nach.

 

Erhebliche Unterschiede nach Gemeinden

 

Die neu berechnete Kennzahl des Stellensuchenden-, resp. Arbeitslosenanteils (Wohnbevölkerung) zeigt erhebliche Unterschiede bei der Arbeitslosigkeit nach Gemeinden (vgl. Kasten). Den höchsten Arbeitslosenanteil weisen Rorschach und St.Margrethen mit 4,1 Prozent auf. Ebenfalls stark betroffen sind Gemeinden in einem Streifen zwischen St.Gallen und Altstätten sowie einige Gemeinden um Wil. In beiden Regionen ist der Industrieanteil bei den Beschäftigten hoch. Schwächer ist die Betroffenheit in den ländlichen Gebieten des Fürstenlands sowie teilweise im Toggenburg und im Sarganserland. Aktuell am wenigsten Arbeitslose gemessen an der Wohnbevölkerung zwischen 15 und 64 Jahren hat Untereggen (0,3%).

 

 

Neue Kennzahl zur Betroffenheit der Gemeinden

 

Seit vergangenem Sommer werden die Stellensuchenden- und die Arbeitslosenquoten rückwirkend auf Beginn 2010 nicht mehr wie bisher im Verhältnis zu den Erwebspersonen aus der Volkszählung 2000 berechnet, sondern zu jenen der Strukturerhebung 2010. Dadurch sind die Werte zwar aktueller geworden, aber es ist nicht mehr möglich, Auswertungen auf Stufe einzelner Gemeinden vorzunehmen, mit Ausnahme der grösseren Städte. Der Grund liegt darin, dass die Strukturerhebung auf einer Stichprobe basiert. Berechnungen mit diesen Zahlen sind daher mit einem statistischen Fehler behaftet, der umso grösser ausfällt, je kleiner die betrachtete Einheit ist.

Um Vergleiche zur Betroffenheit von Arbeitslosigkeit weiterhin für alle Gemeinden zu ermöglichen, publiziert die Fachstelle für Statistik auf ihrer Webseite http://www.statistik.sg.ch/home/themen/b03/arblos/basiszahlen.html eine neue Kennzahl. Der Stellensuchenden-, resp. Arbeitslosenanteil (Wohnbevölkerung) beziffert den Anteil der registrierten Arbeitslosen bzw. Stellensuchenden an der 15- bis 64-jährigen Wohnbevölkerung. Im Gegensatz zu den Erwerbspersonen ist das Total der 15- bis 64-jährigen Wohnbevölkerung für alle Gemeinden in ausreichender Genauigkeit bekannt. Die neue Kennzahl macht keine Aussage über das Risiko, arbeitslos zu sein oder über die Ausschöpfung des Arbeitskräftepotenzials, wie dies bei der Arbeitslosenquote der Fall ist. Seine Aussagekraft bezieht sich etwas pauschaler auf den Grad, in dem eine geographische Einheit oder eine Personengruppe von Arbeitslosigkeit betroffen ist.

Die neue Kennzahl wird auch in das interaktive Kartenangebot der Fachstelle integriert (http://tools.statistik.sg.ch/mapresso/GemeindenSG.jsp?thema=3&subthema=3). Dort ist auf einen Blick sichtbar, welche Gemeinden über dem kantonalen Mittel liegen (rötliche Färbung) und welche darunter (grünliche Färbung).