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Publiziert am 22.02.2013 08:29 im Bereich Allgemein

Die Regierung hat das Bildungsdepartement im Oktober 2012 beauftragt, bis im Februar 2013 eine Auslegeordnung der drei Berufsaufträge der Volks-, Mittelschul- und Berufsfachschullehrpersonen zu erstellen, sie zu vergleichen und soweit möglich und sinnvoll eine Angleichung der Systematik herbeizuführen. Das Bildungsdepartement hat diesen Auftrag erfüllt und einen Zeitplan für das weitere Vorgehen festgelegt.

Die Konzepte für die neuen Berufsaufträge der einzelnen Stufen sollen im Sommer 2013 vorliegen und in eine Vernehmlassung gehen. In den nächsten Wochen werden die Sozialpartner in die weiteren Arbeiten einbezogen.

 

Die Lehrpersonen der Volksschule und der Sekundarstufe II (Berufsfachschulen und Mittelschulen) verfügen je über einen eigenen Berufsauftrag. Dieser beschreibt die Aufgaben und Verantwortungen der Lehrpersonen. Handlungsbedarf zeigt sich aktuell insbesondere bei den Berufsaufträgen der Lehrpersonen der Volks- und Berufsfachschulen. Bei den Mittelschulen steht eine Evaluation an.

 

Angleichung der Systematik wird angestrebt

 

Im Rahmen der Ausarbeitung einer vertieften Auslegeordnung wurde festgestellt, dass die heutigen Berufsaufträge unterschiedlich sind und sich nur bedingt vergleichen lassen. Es wurde zudem festgestellt, dass die Entwicklungen auch in anderen Kantonen in Richtung Jahresarbeitszeit und klare Definition von Kernauftrag und erweitertem Auftrag gehen. Daher wird am Ziel, die Berufsaufträge im Bereiche der Systeme anzugleichen, festgehalten. Das Bildungsdepartement hat dazu einen Vorgehensvorschlag mit einem Zeitplan für die einzelnen Stufen erarbeitet. Dieser wurde im Bereich der Volks- und Mittelschulen vom Erziehungsrat verabschiedet. Es ist vorgesehen, die weiteren Schritte in je einem eigenen, stufenbezogenen Projekt zu realisieren, jedoch alle drei Projekte parallel zu koppeln und mit einem departementsinternen Lenkungsausschuss zu koordinieren.

 

Berufsauftrag für die Volksschule ist Taktgeber

 

Taktgeberin für die Bearbeitung der Berufsaufträge ist die Volksschule, da hier eine Gesetzesänderung nötig ist. Der Erziehungsrat hat ein erstes Grobkonzept zur Kenntnis genommen und das Bildungsdepartement eingeladen, zusammen mit den Sozialpartnern die Eckpunkte zu vertiefen. Bis im Sommer 2013 soll die Botschaft für eine Gesetzesänderung inkl. Konzept vorliegen. Grundlage bildet eine vom Kantonsrat überwiesene Motion, die fordert, eine Botschaft zu einem zeitgemässen Berufsauftrag und einem darauf abgestimmten Lohnsystem auszuarbeiten. Dazu soll von der reinen Lektionenzahl abgerückt und von einer Jahresarbeitszeit als Basis ausgegangen werden. Damit soll insbesondere auch die Regelung für die Arbeitsverhältnisse von Teilzeitlehrpersonen erleichtert werden. Es ist vorgesehen, dazu nach den Sommerferien eine Vernehmlassung durchzuführen. Die Verabschiedung zu Handen des Kantonsrates soll noch bis Ende dieses Jahres geschehen. Die Beratungen im Kantonsrat sind für das Jahr 2014 vorgesehen. Trotz engem Zeitplan wird der neue Berufsauftrag der Lehrpersonen der Volksschule erst auf das Schuljahr 2015/16 eingeführt werden können, da eine Inkraftsetzung nur auf Schuljahranfang sinnvoll ist.

 

Evaluation des Berufsauftrags der Mittelschulen gestartet

 

Der heute geltende Berufsauftrag für die Mittelschullehrpersonen wurde im Jahr 2009 vom Erziehungsrat erlassen. Schon damals beschloss der Erziehungsrat, nach wenigen Jahren eine Evaluation durchzuführen. Diese Evaluation wurde nun vom Erziehungsrat in Auftrag gegeben und wird unter einer externen Leitung in den nächsten Wochen durchgeführt. Resultate der Evaluation sollen bis im Mai 2013 vorliegen und die Erkenntnisse werden in das weitere Projekt einfliessen.

 

Berufsauftrag der Berufsfachschulen wird ebenfalls konkretisiert

 

Der Berufsauftrag der Berufsfachschullehrpersonen wird in den nächsten Wochen im Rahmen des Gesamtprojektes konkretisiert. Die konzeptionellen Eckwerte sollen im Rahmen des Gesamtprojektes den Berufsaufträgen der Volksschule und der Mittelschulen angeglichen werden. Als nächster Schritt werden diese Eckwerte somit parallel zu den Teilprojekten der Volksschule und der Mittelschulen stufenspezifisch konkretisiert. In die Diskussion werden sowohl die Sozialpartner als auch die Schulleitungen mit einbezogen.