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Publiziert am 17.01.2013 10:24 im Bereich Allgemein

Gegen 300'000 Personen im Kanton St. Gallen erhalten in diesen Tagen die Unterlagen für die Steuererklärung 2012. Diese sieht etwas anders aus als im Vorjahr, ist sie doch mit einem so genannten Quick Response-Code (QR-Code) versehen. Über diesen Code kann ein kleines Steuerprogramm vom Internet heruntergeladen werden. Es erlaubt die Anpassung der vorläufigen Steuerrechnung 2013 sowie die Fristverlängerung für die aktuelle Steuererklärung per Smartphone oder Tablet.

Die vorläufige Rechnung für das Steuerjahr 2013 stimmt nicht immer mit den effektiven Verhältnissen des laufenden Jahres überein, da die Steuerfaktoren auf Vergangenheitswerten basieren und die entsprechende Steuererklärung 2013 erst in einem Jahr eingereicht wird. Damit bei veränderten Einkommensverhältnissen grössere Nachzahlungen oder Steuerrückzahlungen vermieden werden können, steht für die Steuerpflichtigen im Kanton St.Gallen ein neuer elektronischer Service zur Verfügung. Über "eFaktoren" kann diese Rechnung einfach über das Internet oder noch einfacher über ein App per Smartphone oder Tablet angepasst werden.

Diese App erlaubt auch auf einfache Weise, die Einreichefrist für die Steuererklärung zu verlängern. Auf die Möglichkeit der elektronischen Fristverlängerung der Steuererklärung möchten knapp 50 Prozent der Steuerpflichtigen nicht mehr verzichten.

 

Veränderungen ab Steuerjahr 2013

 

Aufgrund zwingenden Harmonisierungsrechts standen unumgängliche Anpassungen an, welche mit dem IX. Nachtrag zum Steuergesetz umgesetzt wurden. Er tritt per 1. Januar 2013 mit den folgenden Änderungen in Kraft:

 

Zuwendungen an politische Parteien

 

Zuwendungen an politische Parteien können auf kantonaler Ebene bis zum Gesamtbetrag von Fr. 20'000.- für gemeinsam steuerpflichtige Ehegatten und von Fr. 10'000.- für die übrigen Steuerpflichtigen von den Einkünften abgezogen werden, wenn die politischen Parteien im Parteiregister eingetragen, oder in einem kantonalen Parlament vertreten sind, oder bei den letzten Wahlen des kantonalen Parlaments mindestens 3 Prozent der Stimmen erreicht haben.

 

Präzisierung beim Kinderfremdbetreuungsabzug

 

Mit dem Bundesgesetz über die steuerliche Entlastung von Familien mit Kindern wird dem Kanton eine Präzisierung vorgeschrieben. Der Abzug gilt neu auch bei Ausbildung der Eltern (nicht nur bei Erwerbstätigkeit oder Erwerbsunfähigkeit) und neu nur bis zum 14. Altersjahr (bisher 15. Altersjahr).

 

Weitere Anpassungen

 

Der Katalog der steuerfreien Einkünfte wird um den Feuerwehrsold und ähnliche Dienstleistungsentschädigungen der Feuerwehr bis zum Betrag von Fr. 5'000.- erweitert. Das Bundesgesetz über die Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen schafft nach jahrelanger Unsicherheit Klarheit bei der Besteuerung von Mitarbeiteraktien und Mitarbeiteroptionen. Im Bereich der juristischen Personen wird aufgrund der Bahnreform 2 die Steuerbefreiung der konzessionierten Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen neu geregelt.

 

Rechnungsstellung 2013

 

Die vorläufige Rechnung für die Kantons- und Gemeindesteuern 2013 beruht in der Regel auf der letzten rechtskräftigen Veranlagung bzw. auf der vorläufigen Steuerrechnung des Vorjahres. Sie berücksichtigt die aktuellen Steuerfüsse für Kanton, Gemeinde und Kirche (soweit bereits bekannt) sowie die Feuerwehrabgabe. Aufgrund der vom Kantonsrat beschlossenen Steuerfusserhöhung von 10 Prozentpunkten beträgt der Steuerfuss für den Kanton für das Steuerjahr 2013 115 Steuerprozente.

 

eServices werden mobil

 

Mobile Geräte wie Smartphones und Tablets halten im Bereich Steuern Einzug. So ist die aktuelle Steuererklärung 2012 des Kantons St.Gallen neu mit einem Quick Response-Code (QR-Code) versehen. Dieser führt, wenn er mit einem gängigen QR-Code-Scanner gelesen wird, direkt zu den Links für den Download der App "eServices VRSG" im App Store oder Android Market. Die App ist kostenlos in den jeweiligen Stores zu finden.

 

Wer die App auf seinem Smartphone hat, wird über diesen QR-Code direkt zu den "eFaktoren" geführt. Diese spezielle Software erlaubt der steuerpflichtigen Person, die eigene vorläufige Steuerrechnung einfach und schnell den neuen Gegebenheiten anzupassen. Mit dem neuen, standortunabhängigen Service wird es also noch einfacher, die eServices des kantonalen Steueramtes zu nutzen, ob unterwegs zur Arbeit in Bus oder Bahn, ob zu Hause vor dem Fernseher oder beim Wandern in den Bergen.

 

Straflose Selbstanzeige

 

Im vergangenen Jahr sind im Kanton St.Gallen 219 (2011: 262; 2010: 623) Selbstanzeigen eingegangen. Offen gelegt wurde Schwarzgeld in der Grössenordnung von rund 109 Millionen Franken (2011: 121 Millionen Franken; 2010: 160 Millionen Franken). In mehr als 80 Prozent aller Fälle konnte die Nachsteuer bereits in Rechnung gestellt werden. Für den Kanton und die Gemeinden ergeben sich daraus Mehreinnahmen von rund 6,3 Millionen Franken (2011: 11,6 Millionen Franken; 2010: 13,5 Millionen Franken) und für den Bund von rund 1,6 Millionen Franken (2011: 3,6 Millionen Franken; 2010: 3,1 Millionen Franken). Die Zahl der Fälle ist im Vergleich mit andern Kantonen immer noch hoch.

 

Nachbesteuerung in Erbfällen

 

Bezogen auf das vergangene Jahr haben Erben in 48 Fällen eine Steuerhinterziehung des Erblassers offen gelegt und damit von einer verkürzten Nachsteuer von nur drei Jahren profitiert. Dadurch sind Vermögenswerte von rund 22,2 Millionen zusätzlich offengelegt worden. Da die Frist zur Einreichung der Nachlassformulare für das Jahr 2012 noch läuft, ist davon auszugehen, dass sich die Anzahl Fälle wie auch die offen gelegten Vermögenswerte noch erhöhen werden. Bezogen auf das Jahr 2011 haben Erben in 93 Fällen (2010: in 100 Fällen) von der Selbstanzeige Gebrauch gemacht. Dies führte zu zusätzlich offen gelegten Vermögenswerten von 28,6 Millionen (2010: 32.3 Millionen).