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Publiziert am 25.01.2013 09:06 im Bereich Allgemein

Die Attraktivität des Wirtschafts- und Lebensstandortes St.Gallen ist von zahlreichen Faktoren abhängig. Die steuerliche Belastung für Privatpersonen und Unternehmungen ist dabei ein zentrales Element. Nach der erstmaligen Erstellung des Steuermonitorings 2011 im vergangenen Jahr hat das Institut für Finanzwissenschaften und Finanzrecht IFF der Universität St.Gallen den Steuermonitor im Aufrag des Finanzdepartements aktualisiert. Die Ergebnisse lassen sich mit denjenigen aus dem Steuermonitoring 2011 vergleichen.

Um die steuerliche Attraktivität des Kantons St.Gallen zu sichern bzw. zu verbessern, wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Entlastungsmassnahmen auf der Ebene der Steuertarife und des Steuerfusses getroffen. Diese Massnahmen waren Teil der Steuerstrategie der Regierung. Die Regierung hat sich im Rahmen der Steuerstrategie das Ziel gesetzt, die Steuerbelastung im Kanton St.Gallen dem Durchschnitt der Nachbarkantone anzupassen. Mit einem Steuermonitoring soll die Zielerreichung laufend ermittelt werden.

 

Zielsetzung des Steuermonitorings

 

Das Steuermonitoring 2012, welches vom Institut für Finanzwissenschaften und
Finanzrecht IFF der Universität St.Gallen im Auftrag des Finanzdepartementes erstellt wurde, möchte die steuerliche Standortattraktivität des Kantons St.Gallen für verschiedene Einkommens- und Vermögensklassen sowie im Bereich der Unternehmensbesteuerung im interkantonalen Vergleich ermitteln. Basierend auf Steuerdaten des Jahres 2011 wurde die Standortattraktivität des Kantons St.Gallen im Vergleich zu anderen Kantonen errechnet.

 

Ergebnisse des Steuermonitorings 2012

 

Das Steuermonitoring 2012 kommt im Wesentlichen zu denselben Schlussfolgerungen wie das letztjährige Steuermonitoring 2011. Bei den Einkommenssteuern ist der Kanton St.Gallen im interkantonalen Vergleich hauptsächlich für tiefe und sehr hohe Einkommen attraktiv, weist hingegen bei den mittleren Einkommen eine relativ hohe Belastung aus. Im Vergleich zu den Nachbarkantonen ist St.Gallen lediglich bei den tiefen Einkommen konkurrenzfähig. Die Steuerbedingungen des Kantons gestalten sich für Ledige wenig attraktiv, während sie für Familien relativ konkurrenzfähig sind. Bei den Vermögenssteuern schneidet der Kanton St.Gallen insbesondere im Vergleich mit den Nachbarkantonen schlecht ab; für Vermögen zwischen 0,4 und 2,0 Millionen Franken weist er die höchste Steuerbelastung aus.

 

Im Bereich der Gewinn- und Kapitalsteuerbelastung von juristischen Personen liegt der Kanton St.Gallen gesamtschweizerisch im Mittelfeld. Bis auf Zürich und Graubünden weisen die Nachbarkantone allerdings wiederum eine tiefere Unternehmenssteuerbelastung auf. Werden hingegen die international vergleichbaren Masse der effektiven Durchschnittsbelastung (für die Standortwahl von Bedeutung) und die effektive Grenzsteuerbelastung (für die Investitionstätigkeit bereits angesiedelter Unternehmen relevant) herangezogen, zeigt sich, dass St.Gallen sowohl im nationalen als auch internationalen Vergleich gut positioniert ist.

 

Steuerfusserhöhungen 2012 und 2013

 

Das Steuermonitoring 2012 bezieht sich auf die Steuerperiode 2011. Damit haben die für die Jahre 2012 und 2013 beschlossenen Steuerfusserhöhungen noch keinen Einfluss auf die im Steuermonitoring ausgewiesenen Rangierungen. Wie die im Bericht enthaltende Simulation jedoch zeigt, dürfte sich die steuerliche Attraktivität von St.Gallen aufgrund dieser Anpassungen nochmals etwas verschlechtern.

 

Unter der Annahme, dass die anderen Kantone ihre Steuerpolitik beibehalten, verliert der Kanton bereits durch die Steuerfusserhöhung auf 105 Basispunkte um bis zu vier Ränge. Die Erhöhung auf 115 Basispunkte verstärkt diesen Trend. Insgesamt ist davon auszugehen, dass mit dem Steuerfuss von 115 Prozent der Kanton St.Gallen schlechter positioniert sein wird als vor Einführung des Tarifs 2010 und der Erhöhung der Kinderabzüge um 50 Prozent.