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Fit durch Digitalisierung

Allen Leserinnen und Lesern des Schulblattes wünsche ich alles Gute im neuen Jahr! Das Jahr 2018 wird in der Bildung zur unlängst begonnenen Phase der Konsolidierung gehören. Grossprojekte in der Schulentwicklung stehen nicht an. Angesagt ist die Anwendung des soeben Abgeschlossenen: Lehrplan Volksschule, Sonderpädagogik-Konzept, Berufsauftrag / Personalpool. Diese Anwendung scheint gut auf Kurs zu sein – auch wenn wie immer nach Reformen da und dort Justierungen Sinn machen werden.


Themencluster Bildung / Digitalisierung / Wirtschaft

Konsolidierung in der unmittelbaren Schulentwicklung heisst aber keineswegs, dass Bildungsdepartement und Erziehungsrat in einen Dämmerschlaf fallen würden: Unsere Aktivitäten sind zurzeit auf Querbezüge der Bildung verlagert und absorbieren uns dort stark: Bildung und Digitalisierung, Bildung und Wirtschaftsförderung und Bildung und Infrastruktur. Hier läuft viel: Lernfördersysteme für Volksschule und Gymnasium, Lernmedien für das Fach Medien und Informatik der Volksschule, Fach Informatik am Gymnasium, Neustrukturierung der Fachhochschule Ostschweiz, Medizinausbildung in St.Gallen, Bauvorhaben für manche Schule, v.a. auch die Kantonsschulen Sargans und Wattwil… Auf das wohl wichtigste Vorhaben in diesem Bereich möchte ich hier etwas näher eingehen: die IT-Bildungsoffensive.

 

IT-Bildungsoffensive für ausserordentliche Bildungsanstrengungen

Mit der IT-Bildungsoffensive sollen die Unternehmen (auf kürzere Frist) sowie die Schülerinnen und Schüler (auf längere Frist) im Kanton St.Gallen unterstützt werden, optimal mit der Digitalisierung zurechtzukommen und davon profitieren zu können. Deshalb will die St.Galler Regierung rund 70 Millionen Franken in eine IT-Bildungsoffensive investieren, um Bildungsrückstände auf- und Vorsprünge herauszuholen. Dafür wird befristet für acht Jahre ein Sonderkredit bereitgestellt. Die Investition wirkt indessen nachhaltig. Ziel ist, dass die Vorlage in der zweiten Jahreshälfte 2018 vors Volk kommt und die Massnahmen somit ab 2019 wirken könnten.

 

Schwerpunkte für Hochschulen und Wirtschaft

Die IT-Bildungsoffensive sieht einerseits Massnahmen in vier bis fünf Schwerpunkten vor. Im Gegensatz zu früheren Sonderefforts in der IT sollen nicht mehr Infrastrukturen und Geräte im Mittelpunkt stehen, denn diese erneuern sich mittlerweile, mit dem immer schneller werdenden technischen Fortschritt im Rahmen rollender Investitionen, zwangsläufig automatisch. Gefragt sind vielmehr Ausbildungsanstrengungen.

 

Das Geld der IT-Bildungsoffensive fliesst einerseits in die Hochschulen an die Ausbildung hochqualifizierter Fachkräfte für die Wirtschaft:

  • Die drei Fachhochschulen betreiben gemeinsam einen digitalen Campus. Mit diesem Campus können die einzelnen Standorte ihre Studiengänge dort anbieten, wo sie nachgefragt werden.

  • Die Universität St.Gallen bietet einen neuen Lehrgang in Informatik und Management in einer School of Information and Computing an.


Schwerpunkte für die jüngeren Schülerinnen und Schüler

Anderseits kommt der Sonderkredit den Schulen der Sekundarstufe II und ihren Absolventinnen und Absolventen zugute:

  • Die Pädagogische Hochschule St.Gallen richtet ein Kompetenzzentrum Bildung & Digitalisierung ein. Vor dem Hintergrund des Leitmedienwechsels vom gedruckten zum elektronischen Medium konzipiert sie spezifische Weiterbildungen und innovative Lernmedien, um die Lehrpersonen für Unterricht am Puls der digitalisierten Welt bestmöglich zu rüsten. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung digitaler Kompetenzen, sondern auch um die Vermittlung der «menschlichen Skills», die unsere jungen Generationen ganz allgemein brauchen, um in einer von der Digitalisierung und all ihren Konsequenzen geprägten Welt bestmöglich zu bestehen und sich zu entfalten. Das läuft unter dem Schlagwort «Förderung der nicht automatisierbaren Kompetenzen» wie Kreativität, Teamfähigkeit, Flexibilität, Kritikfähigkeit oder Resilienz. Sodann erprobt das Kompetenzzentrum Bildung & Digitalisierung mit Modellschulen der Volksschule und der Sekundarstufe II auf die Digitalisierung ausgerichtete Unterrichtsformen, die später flächendeckend implementiert werden können.

  • In der Berufsbildung soll die IT-Bildungsoffensive initial helfen, die drei Lernorte Schule, Betrieb und Branche dank den neuen digitalen Mitteln in den vielen Workflows einander näher zu bringen. Mit digitalisierten Prozessen sollen Synergien erschlossen und Doppelspurigkeiten abgeschafft und mithin die Ausbildungsqualität gefördert werden.

  • Der Verein IT St.Gallen erschafft mit der Marke «IT St.Gallen rockt» eine kantonsweite Plattform, auf der Jugendliche in Ausbildung Praktikumsplätze in IT-Firmen finden können.


 

Unterstützung in der Vernehmlassung

In der Vernehmlassung, die Ende Oktober 2017 ablief, begrüssten grundsätzlich die allermeisten Parteien die IT-Bildungsoffensive. Dass sich die Schulbildung der Digitalisierung anpassen muss, sei unbestritten und dass dies durch die Offensive gepusht wird, sehr gut. Bemängelt wurde, dass mit der Offensive die Berufsbildung zu wenig berücksichtigt wurde. Dieser Kritik tragen wir nun – wie oben erwähnt – mit einem akzentuierten Schwerpunkt für die Berufsbildung Rechnung.

 

Alleinstellungsmerkmal für den Kanton St.Gallen

Die IT-Bildungsoffensive des Kantons St.Gallen ist mit ihrer Wirkung sowohl in der Tiefe wie in der Breite und mit ihrem beträchtlichem Finanzvolumen einzigartig in der Schweiz. Ich bin stolz, dass wir damit bis jetzt gut unterwegs sind, und werde mich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass wir sie mit Unterstützung von Politik, Wirtschaft und Schulen gut zu den Stimmbürgerinnen und –bürgern und somit «ins Trockene bringen». Nachher wird die nicht minder anforderungsreiche Umsetzung kommen, die wir mit aller Sorgfalt planen wollen. Ich danke auch Ihnen für Ihren Support!

 

 

Regierungsrat Stefan Kölliker

Vorsteher Bildungsdepartement


Bildung - Fit durch Digitalisierung (11.01.2018 10:25)


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