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10'000 Bachforellen in die Sitter eingesetzt

Regierungsrat Bruno Damann bei Einsetzen von Bachforellen

Mit dem jährlichen Fischbesatz überbrückt der Kanton St.Gallen die Zeit, bis geplante Aufwertungsmassnahmen im Gewässerlebensraum greifen. Regierungsrat Bruno Damann legte an der Sitter selber Hand an.


Die Sitter ist von der intensiven Wasserkraftnutzung und den jahrelangen Kiesentnahmen im Oberlauf stark beeinträchtigt. Sobald genügend Wasser für die Stromproduktion vorhanden ist, also unter Umständen täglich, steigt der Fluss massiv an und sinkt kurze Zeit später ebenso stark wieder ab. Eine Fortpflanzung ist unter diesen Bedingungen für die im Fluss lebenden Bachforellen und Äschen fast unmöglich. Die Bestände überleben nur dank dem jährlichen Einsetzen von Jungfischen. Im ganzen Einzugsgebiet der Sitter sind es jedes Jahr rund 100'000 Jungfische.

 

Heute erfolgte der diesjährige Fischbesatz beim Gelände des Openair St.Gallen mit 10'000 jungen Bachforellen, die im Fischereizentrum Steinach aufgezogen worden sind. Regierungsrat Bruno Damann liess es sich nicht nehmen, eigenhändig einen Kübel voll fingerlanger Jungforellen ins Wasser zu entlassen. «Diese Fische verkörpern unsere Hoffnung, dass die geplanten Sanierungsmassnahmen bald umgesetzt werden und sie in der Sitter eine Zukunft haben», so Bruno Damann.

 

Es braucht zukunftsträchtige Massnahmen

 

Solche Fischeinsätze zur Stützung des Bestandes können nicht mehr sein als eine Überbrückung der Folgen, die Energiegewinnung, Kiesentnahmen und andere Gewässereingriffe haben. Eine längerfristige Möglichkeit, die Fische vor dem vollständigen Verschwinden aus der Sitter zu bewahren, sind naturnahe, in den Fluss mündende Seitenbäche. Dort finden Fische und andere Wasserlebewesen die nötigen Lebensraumbedingungen, um sich erfolgreich fortzupflanzen und aufwachsen zu können. Daher hat man den Unterlauf des Billenbergbaches auf dem Gelände des Openair St.Gallen im vergangenen Jahr offengelegt und die vorhandene Flutmulde im Uferbereich der Sitter wieder instand gestellt.

 

Sanierung der Wasserkraft

 

Das schweizerische Gewässerschutzgesetz verlangt, dass bestehende Wasserkraftanlagen bezüglich Restwasser, Fischauf- und -abstieg, Fischschutz, Geschiebehaushalt sowie Abflussschwankungen (Schwall-Sunk) den heutigen Anforderungen angepasst werden. Dabei werden neben den betroffenen kantonalen Fachstellen auch die Kraftwerkbetreiber in den Prozess eingebunden. Diese und weitere Massnahmen tragen zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität bei.


Allgemein - 10'000 Bachforellen in die Sitter eingesetzt (29.03.2019 13:35)


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