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Schnee treibt Wildtiere auf die Strassen

Bei einem Unfall mit Tieren im Strassenverkehr gilt es, kühles Blut zu bewahren. Wer einen Unfall meldet, macht sich nicht strafbar – im Gegenteil.


Wenn tiefer Schnee liegt und Kälte herrscht, kommen Wildtiere nur mühsam voran und suchen sich neue Wege, um zu Nahrungsplätzen zu gelangen. Oder sie bewegen sich entlang der Strassen, um Salz zu lecken. Mit erhöhter Aufmerksamkeit und angepasster Geschwindigkeit lassen sich einige Unfälle vermeiden. Doch wenn die Tiere an unerwarteten Orten oder zu ungewohnter Zeit die Fahrbahn überqueren, lassen sich Zusammenstösse zwischen Fahrzeugen und Tieren leider nicht immer verhindern.

 

Rothirsche sind im Tal

 

In den vergangenen Tagen kam es insbesondere auf der Kantonsstrasse zwischen Sargans und Bad Ragaz, im Obertoggenburg sowie entlang dem Hangfuss im Werdenberg zu zahlreichen Verkehrsunfällen mit Rothirschen und Rehen. In der Höhe liegt viel Schnee, so dass die Tiere in Rudeln in die Tallagen ziehen, um dort Nahrung zu suchen, ein natürliches Verhalten. Sie sind besonders während der Dämmerung sowie nachts aktiv und müssen dabei die vielbefahrenen Hauptstrassen überqueren. Bei gewissen Strecken wurde eine Temporeduktion erlassen und orange Warnblinker montiert. Zusätzlich bitten die Wildhüter um erhöhte Aufmerksamkeit und angepasste Geschwindigkeit. Fahrzeugführende sollten die Strassenränder gut beobachten und das Tempo weiter reduzieren, wenn Tiere im Strassenbereich gesehen werden. Wenn Tiere bereits auf der Strasse stehen, ist der Warnblinker einzuschalten und wenn möglich ganz anzuhalten, bis die Gefahr eines Unfalls nicht mehr besteht. Besonders Rothirsche sind meist in Gruppen unterwegs und wenn ein Tier über die Strasse springt, folgen meist noch weitere.

 

Nach Unfall immer Polizei 117 anrufen

 

Wenn es zu einer Kollision mit einem Tier kommt, egal ob Wild- oder Haustier, muss zwingend die Polizei unter der Telefonnummer 117 angerufen werden. Die Meldung des Unfalls ist nicht strafbar, sondern zwingend notwendig. Wer sich hingegen ohne Meldung vom Unfallort entfernt, begeht Fahrerflucht und verstösst gegen das Strassenverkehrs- und Tierschutzgesetz. Die Polizei bietet je nach Situation eine Patrouille, den zuständigen Jäger oder Wildhüter auf, der das Tier suchen und von seinem Leiden erlösen respektive den Kadaver entsorgen wird. Zudem stellt er die für die Versicherung notwendige Bestätigung für den Wildunfall aus. Man hilft also nicht nur dem Tier, das sich beim Unfall vielleicht schwer verletzt hat und sich versteckt, sondern auch sich selbst. 

 

Wildunfall: So reagieren Sie richtig

 

Halten Sie an und schalten Sie die Warnblinker ein. Rufen Sie sofort die Polizei (Telefon 117). Der zuständige Jäger oder Wildhüter wird dann automatisch aufgeboten. Nähern Sie sich auf keinen Fall selber einem angefahrenen Wildtier. Wer einfach weiterfährt, verstösst gegen das Strassenverkehrs- und Tierschutzgesetz, und muss damit rechnen, dass die Versicherung einen allfälligen Schaden nicht bezahlt und ein Strafverfahren eingeleitet wird.

 


Allgemein - Schnee treibt Wildtiere auf die Strassen (23.01.2019 15:18)


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