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Auch das bewegliche Kulturerbe bewegt

Denkmalpflege Latrinenweg

Schriften, Fotografien, Bauteile, archäologische Funde und Kunstwerke erzählen oft überraschende Geschichte(n). Viele solcher beweglichen Zeugnisse gehen jedoch verloren oder werden von der Fachwelt sowie von der Öffentlichkeit kaum beachtet. Sie sind fragiler als ihre gebauten Gegenstücke, die Baudenkmäler. Seit Anfang 2018 sind bewegliche Kulturgüter im Kanton St.Gallen besser geschützt. Das Amt für Kultur widmet den Geschichten rund um das bewegliche Kulturerbe aus Anlass des neuen kantonalen Kulturerbegesetzes eine Veranstaltungsreihe, jeden Dienstag vom 13. November bis 11. Dezember 2018.


Zum Auftakt der Veranstaltungsreihe «Kulturelles Erbe bewegt» am Dienstag 13. November geht die kantonale Kulturförderung in der Bibliothek Hauptpost Räubergeschichten im Kunstkontext nach. Ausganspunkt ist eine von der Universität St.Gallen vermisste Kunstmappe aus den 1970er-Jahren mit Werken von Jean Arp, Alberto Giacometti, Antoni Tàpies und anderen mehr, die in der Kunstsammlung des Kantons wiederentdeckt wird.

 

Die Verantwortlichen des Staatsarchivs gehen am 20. November Frage nach, ob sich die Restaurierung alter Fotografien im Zeitalter der Digitalisierung noch lohnt. Das ist nicht nur ein für Archive relevantes Thema. Solche Fragen gilt es vielleicht auch beim nächstmaligen Durchblättern des Familienfotoalbums zu beantworten.

 

Am 27. November referiert die Kantonsarchäologie über einzelne Stücke aus den Ausgrabungen in der Kathedrale in den Jahren 1963 bis 1967. Diese Ausgrabungen bewegen St.Gallen bis heute. Denn die Wirren um deren Dokumentationen sind bislang nicht abgeschlossen. Nach zähen Verhandlungen sind sie noch ein Fall für die Gerichte.

 

Die kantonale Denkmalpflege thematisiert am 4. Dezember die Vermittlung verwaister  historischer Bauteile. Toilettenschüsseln, Dachziegel, Türen, Beschläge, Schlösser, Kachelöfen sind nämlich durchaus wertvolle Zeitzeugen und vermögen überraschende Geschichten zu erzählen.

 

Als Schlusspunkt werden am 11. Dezember Geschichten aus dem Nachlass von Salcia Landmann (1911 - 2002) erzählt. Die Objekte befinden sich seit dem Jahr 2010 in der Kantonsbibliothek. Der Nachlass dokumentiert ein eindrückliches, vielfältiges, kämpferisches und eigenwilliges Leben. Wer weiss zum Beispiel, dass Salcia Landmann während des Studiums der Philosophie auch als talentierte Modegrafikerin arbeitete? Als erfolgreiche Schriftstellerin und Publizistin sorgte sie sich um die Bewahrung des ostjüdischen Selbstverständnisses und setzte ihrer untergegangenen Heimat verschiedentlich literarische Denkmäler. Ihr Sohn, der  bekannte Anwalt Dr. Valentin Landmann, wird den Abend mit persönlichen Erinnerungen bereichern.

 

Die Anlässe des Amts für Kultur des Kantons St.Gallen finden jeden Dienstag vom 13. November bis 11. Dezember im Café St.Gall in der Bibliothek Hauptpost, St.Gallen statt, von 19.00 bis 20.00 Uhr, mit anschliessendem Apéro. Der Eintritt ist frei.

 

Weitere Informationen: https://www.sg.ch/home/kultur/aktuelles/veranstaltungen.html


Allgemein - Auch das bewegliche Kulturerbe bewegt (09.11.2018 10:34)


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