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Planungen der Thursanierung werden vertieft

Thur Wattwil

Die Thursanierung in Wattwil wird in ihren Grundzügen von allen Seiten unterstützt. Zur Frage aber, wie die Sanierung im Detail umgesetzt werden soll, sieht sich der Kanton mit unterschiedlichen Forderungen konfrontiert. In Absprache mit der Gemeinde hat der Kanton deshalb entschieden, das Projekt weiter zu vertiefen. Damit verlängern sich die Planungen um rund ein Jahr.


Der Kanton St.Gallen plant zurzeit die Sanierung der Thur in Wattwil. Die vor über 100 Jahren erstellten Flussverbauungen sind teilweise stark beschädigt und benötigen dringend eine Erneuerung. Zudem ist Wattwil ungenügend vor einem starken Hochwasser geschützt. Mängel zeigt auch der ökologische Zustand des Flusses. Seit 2016 erarbeitet der Kanton ein Projekt, das die Flussverbauungen langfristig stabilisiert, die Hochwassersicherheit verbessert, die ökologischen Defizite behebt und das Zentrum von Wattwil aufwertet.

 

Sorgfältige Interessenabklärung ist erfolgsentscheidend

Die Notwendigkeit der Thursanierung ist unbestritten. Zur Planung bestehen aber unterschiedliche Vorstellungen und Forderungen. Die notwendige Verbreiterung des Flussraumes steht im Konflikt mit den Interessen der anstossenden Grundeigentümer und Landwirte. Zusätzlich sind weitere Anforderungen und Vorgaben der Gemeinde und verschiedener Amtsstellen von Bund und Kanton zu berücksichtigen.

 

Die Aufgabe des Kantons ist es, im Rahmen einer umfassenden Interessenabwägung ein ausgewogenes Projekt auszuarbeiten. Zu diesem Zweck wurden 2016 ein Beirat ins Leben gerufen, Diskussionsveranstaltungen organisiert und Gespräche mit allen Anstössern geführt. Dadurch konnten die verschiedenen Interessen früh in die Planung einfliessen, Lösungsvorschläge diskutiert und 2017 erste Projektverbesserungen vorgenommen werden.

 

Gestaltung und Nutzung werden präzisiert

Gemäss dem bisherigen Zeitplan des Kantons sollte der Gemeinde Wattwil sowie verschiedenen Fachstellen von Bund und Kanton im Sommer 2018 ein erarbeitetes Projekt zur Vorprüfung vorgelegt werden. Nun aber hat der Kanton in Absprache mit der

Gemeinde entschieden, die Planungen weiter zu vertiefen. Damit will er ein genaueres Bild erhalten, wie die angestrebte Lösung dereinst aussehen wird. So bestehen mit den vorliegenden Plänen keine präzisen Aussagen zur Ausgestaltung der Grenzen zwischen dem Uferbereich und den angrenzenden Privatliegenschaften oder zur zukünftigen Nutzung des Flussraumes. Auch soll die Umweltverträglichkeitsprüfung für das Projekt vorgezogen werden, um die Auswirkungen der geplanten Baumassnahmen auf die Umwelt präziser zu bewerten.

 

Die umstrittenen Aspekte des Projektes sollen erst nach weiteren Gesprächen mit der Gemeinde, den hauptbetroffenen Anstössern und den Naturschutzorganisationen festgelegt werden. Das Ziel ist es, die Anforderungen der Siedlungsentwicklung der Gemeinde Wattwil optimal zu berücksichtigen und eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden.

 

Öffentliche Auflage im Jahr 2021

Aufgrund der zusätzlichen Planungen werden alle weiteren Schritte bis zur Umsetzung des Vorhabens um rund ein Jahr verschoben. Das Auflagendossier zur Vernehmlassung durch den Bund, die Gemeinde und die Verbände wird im Jahr 2019 erstellt. Mit der öffentlichen Auflage und Erteilung der Rechtsmittel kann 2021 gerechnet werden.

 

Damit die Bevölkerung die weitere Entwicklung des Projektes mitverfolgen kann, sind verschiedene Kommunikationsmassnahmen vorgesehen: Der Kanton plant, eine Projektzeitung an alle Haushalte und Unternehmen in Wattwil zu verteilen. Die Zeitung soll den Planungsstand des Projektes erläutert. Im kommenden Jahr sollen an der Thur zwei Musterstrecken erstellt werden, um vor Ort einen Eindruck der geplanten Ufergestaltung zu vermitteln. Schliesslich informiert der Kanton im Herbst 2019 die Bevölkerung und alle involvierten Interessenvertreter über das Resultat der Vorprüfung.


Allgemein - Planungen der Thursanierung werden vertieft (12.10.2018 09:00)


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